Meine Einkaufsliste nach dem englischen „Unabhängigkeitstag“

In welcher Art und Weise der 23. und der 24. Juni 2016 in die Geschichte Europas und der westlichen Welt eingehen werden, kann natürlich noch niemand wissen. Es wird den Ereignissen aber zum allermindesten eine Randnotiz in den Geschichtsbüchern gewiss sein. Am vergangenen Donnerstag hat die britische Bevölkerung sich für einen Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union entschieden. Am Tag darauf hat die Börse verrückt gespielt. Der österreichische Leitindex ATX ist beispielsweise zu Handelsbeginn zweistellig eingebrochen. Am Ende des Handelstages blieb ein Minus von gut 7% im Index übrig, was in der Historie des Index immerhin für Platz 14 in der Liste der schlechtesten Tage gereicht hätte.

Ich will an dieser Stelle jetzt nicht groß darüber räsonieren, welche Folgen diese Entwicklung für die EU, für Europa insgesamt, für die weltweite Wirtschaft und dementsprechend für die Börsen kurz-, mittel- und langfristig haben wird. Ehrlich gesagt halte ich jene, die jetzt schon detaillierte Analysen zu diesem Thema bereit halten, für höchst unseriös. Manche Dinge sind einfach viel zu komplex, um auch nur irgendwie sinnvoll analysiert zu werden. Sind die Briten langfristig nun ohne EU besser oder schlechter dran? Das hängt unter anderem davon ab, wie die Austrittsverhandlungen laufen und welches Beziehungsgeflecht in weiterer Folge zwischen Großbritannien und der EU modelliert wird. Ob es nun einen Dominoeffekt geben wird, hängt wiederum genau davon ab, wie es den Briten in Zukunft außerhalb der EU ergehen wird. Diese Kausalkette ließe sich beliebig weiterführen. Es ließen sich Szenarien von Weltuntergang bis hin zu einer deutlichen Verbesserung der gesamteuropäischen Situation herbeidenken. Das Problem ist nur, dass man diese Szenarien überhaupt nicht in ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit gewichten kann. Und Szenarioanalysen ohne Gewichtung der Szenarien sind eben nicht viel wert. Insofern bringt es nicht viel, sein eigenes Hirnschmalz in zu großem Umfang diesen Überlegungen zu widmen.

Man sollte sich auf die wenigen Fakten konzentrieren. Ein solches Faktum ist, dass derzeit die Unsicherheit in den Finanzmärkten groß ist, bedingt dadurch, dass eben niemand weiß, was nun kommen wird. Ein weiteres Faktum ist, dass zumindest in der Vergangenheit der Kauf gut finanzierter, solider Unternehmen mit Produkten oder Dienstleistungen, die über gewisse Alleinstellungsmerkmale verfügen, in solchen Situationen allgemeiner Verunsicherung gute Renditen gebracht hat. Dementsprechend habe ich gestern folgende Positionen neu aufgebaut bzw. vergrößert:

  • Mayr-Melnhof zu rund 98 EUR je Stück
  • Rosenbauer International zu rund 51 EUR je Stück
  • Palfinger AG zu rund 25,5 EUR je Stück
  • SMT Scharf AG zu rund 10 EUR je Stück

Ich werde in den nächsten Tagen noch einen (längst überfälligen) Portfolio-Report verfassen, aus dem die aktuelle Entwicklung des Bargain-Musterportfolios hervorgeht. Im Zuge dessen wird auch die Portfolio-Sektion selbst um diese neuen bzw. ausgebauten Positionen erweitert.