Vale Analyse- Eisenerz und Stahlmarkt Teil 2

In diesem Teil möchte ich eine Analyse der Vale in Bezug auf den Eisenerz, Nickel und Stahlmarkt machen, und in weiterer Folge die Auswirkungen auf die Vale SA einzuschätzen versuchen.

 Eisenerz- Stahlmarkt und Produktionskosten

Weltweit wurden 2014 lt. Worldsteel.org 1622 Millionen Tonnen Stahl produziert, wobei in China 823 Mt Stahl produziert wurden. Damit entfällt auf China etwas mehr als die Hälfte der der weltweiten Stahlproduktion. Somit stellt sich unweigerlich die Frage, wie viel davon fließt in den Baubereich? Diese Frage werde ich weiter hinten im Artikel versuchen zu beantworten.  Ich fand eine interessante Grafik von Bloomberg, welche die die CFR Kosten von Eisenerz nach China im Jahr 2013 angibt. CFR bedeutet Cost and freight, Kosten und Fracht. CFR regelt, dass der Verkäufer die Kosten bis zum Bestimmungshafen trägt, also z.B. Ausfuhrzoll, Fracht, Verladungs- und Ausladungskosten und ähnliches.

 Cashkostenkurve  Vale CFR China

Abbildung 1 Kostenkurve Eisenerz CFR China

Mit CFR Kosten von ca. 55$/t zählt die Vale zu den Eisenerzförderunternehmen mit den niedrigsten CFR Kosten nach China. Sollte also bei gleich bleibenden Bedarf an Eisenerz in China (derzeit wächst die Eisenerzbedarf noch) der Preis  um die 68$/t Eisenerz verharren, so wird es auf der rechten Seite von Abbildung 1 sehr starke Einschnitte geben. Das heißt die Produzenten die mit hohen Kosten produzieren , werden ihre Abbautätigkeiten einstellen müssen, und somit für eine Marktbereinigung sorgen. Dies sollte den Preis wieder mittelfristig stützen. Sollte die Stahlnachfrage in China in den nächsten Jahren signifikant durch einen Einbruch der Bauprojekte zurückgehen, so wird es dann auch zwangsläufig die Produzenten mit den hohen Kosten zuerst treffen. Nehmen wir mal die 823Mt/a Stahl an die China produziert, so wären dass ca. 1300Mt/a an Eisenerz (mit 62% Eisenanteil gerechnet). Wenn durch eine Immobilienkrise in China ein Viertel des Eisenerzbedarfs wegfallen würde, (lt. marketrealist.com wird mehr als die Hälfte des prod. Stahls in China für die Bauindustrie verwendet) so wäre Vale bei weitem noch nicht der Produzent mit den teuersten Kosten unter der Annahme, dass die anderen Minenbetreiber dicht machen würden (siehe Abbildung 1). Somit sieht man meiner Meinung nach, dass aufgrund dieser Annahme, Vale in diesem stark zyklischen Geschäft durch seine günstigen Produktionskosten reüssieren sollte, und nach einer Marktbereinigung stark zurückkommen könnte. Die Frage ist wann die Marktbereinigung zu Ende sein wird? Leider bin ich kein Hellseher, aber nachdem die größten Eisenerzförderer ihre Produktion noch ausweiten wollen, ist von einem niedrigen Preisniveau auszugehen, bis ein Großteil der „high cost producer“ aus dem Markt gedrängt wurde. Dazu ein interessanter Artikel im WSJ.

 

Nickel

Nickel ist meist ein „Beiprodukt“ aus der Eisernerzgewinnung, genauso wie Kupfer. Wirtschaftlich ist Nickel bei Edelstählen von großer Bedeutung. Es ist neben Chrom das bedeutendste Legierungselement in Edelstählen, und sein Anteil ist meist größer als 8%. Weitere Anwendungsgebiete sind z.B. als Metall für Münzen. Ein Großteil des Verbrauchs an Nickel stammt wiederum aus China. Meiner pers. Meinung nach ist Nickel aber nicht signifikant vom dortigen Immobiliensektor abhängig, sondern von der allgemeinen Industrienachfrage im Apparate und Behälterbau. Somit würde ich einschätzen, dass Nickel in China sehr stark mit dem Wachstum der Industrie dort korreliert.

Dadurch, dass Nickel aber ein „Beiprodukt“ der Eisenerzförderung ist und die großen Förderer wie Vale, Rio Tinto oder BHP Billiton ihre Produktion ausweiten, um die Marktbereinigung zu beschleunigen und ihre Marktstellung ausbauen,  sollte auch die Produktionsmenge an Nickel steigen was die Preise sicherlich auch mittelfristig niedrig halten wird, aber doch sollte anhand meiner Annahmen Nickel besser performen als Eisenerz.

Mein Fazit nach der Begutachtung des Factsheets, der Aktionärsstruktur und dem Erzmarkt für die Vale ist, dass die Vale sehr stark vom Eisenerzpreis beeinflusst wird (welch Überraschung). Wir sind durch stark fallende Eisenerzpreise schon in einer Marktbereinigung drinnen, und es wird durchaus interessant sein die Vale mal näher anzuschauen ob diese nicht schon billig geworden ist.

6 Kommentare Vale Analyse- Eisenerz und Stahlmarkt Teil 2

  1. Richard ak

    Hi Daniel,

    schöner Artikel. Ist das auf meine Email hin entstanden?

    Wie ich dir ja schon geschrieben habe, werde ich von Bergbaukonzernen wie Vale zukünftig grundsätzlich die Finger lassen. Ich kann einfach verlässlich keine Werte ermitteln.

    Vale ist im Grunde ein Hebel auf den Eisenerzpreis. Anstatt mit teuren Derivaten auf den Preis zu spekulieren, kann man einfach Vale kaufen. Das ist günstiger.

    Der CEO Ferriera hat noch vor einem dreiviertel Jahr verkündet, der Preis könne nicht unter 110$ sinken. Ähnliches wurde von Rio Tinto verkündet. Ich habe keine Ahnung wo der Preis landen wird. Das Öl soweit fallen könnte, hätte ich mir, ehrlich gesagt, auch nicht vorstellen können.

    Weiter so mit deinen Posts
    Beste Grüße

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      1. Christoph Guntschnig

        Hallo Richard!
        Genau ein neuer Autor, ich hoffe auf weitere zukünftige Diskussionen mit dir.

        lG
        Christoph

        Reply
    1. Christoph Guntschnig

      Hallo Richard!

      Nein der Artikel ist nicht auf deine Email hin entstanden, da ich diese ja aus dem Grund, dass ich nicht Daniel bin nicht kenne ;-).
      Ich habe auch keine Ahnung wo der Preis für Eisenerz landen wird, ich kann mir nur die Daten zum Markt ansehen und daraus meine Schlüsse ziehen. Das habe ich ja durch diese Analyse getan. Im dritten Teil schaue ich mir mal die Bilanz der Vale an. Das gleiche gilt auch für den Ölpreis.
      Es freut mich, dass dir meine Posts gefallen.
      lG

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  2. Randy

    Hallo, super Analyse, weiss man schon wann der 3. Teil kommt?

    Ich bin von Vale immer noch überzeugt obwohl ich echt bitter getroffen wurde!
    Ich finde es gut das der CEO sofort reagiert hat damals und die Dividende nach unten geschraubt hat. Nun zwar schon wieder aber es ist einfach notwendig bei diesen Eisenerzpreisen.
    Ich finde den Kursverfall nur etwas überzogen wir sind mittlerweile unter dem 2008 Stand!

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    1. Christoph Guntschnig

      Hallo Randy!
      Danke für die Blumen :-)
      Der 3. Teil wird noch diese Woche veröffentlicht!
      Zu den Kursen:
      Der Preis ist nun mal wie er ist, den können wir als Kleinanleger nicht beeinflussen. Kurse schwanken, wichtig ist das man billig kauft wenn Mr. Market ein gutes Angebot macht. Und ob es billig ist oder nicht, kann nur eine fundamentale Analyse zeigen.

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