SW Umwelttechnik: Beschlussvorschlag eingebracht

Am 4. Mai 2017 findet für die SW Umwelttechnik die jährliche Hauptversammlung statt. Die Einladung und die Tagesordnung lässt sich hier abrufen.

Ein Mitinvestor, nämlich die DM Invest GmbH als Investmentgesellschaft von Manfred Diethardt und ich überschreiten mit unserem Anteilsbesitz jeweils die Grenze von einem Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft. Deshalb haben wir einen alternativen Beschlussvorschlag zum sechsten Tagesordnungspunkt – der Beschlussfassung über die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder – eingebracht. Im Detail ist unser Antrag seit der Veröffentlichung auf der Konzernhomepage hier nachzulesen.

Kurz zusammengefasst geht es uns um Folgendes: Es ist laut Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat eine deutliche Erhöhung der Aufsichtsratsvergütung vorgesehen. Wir sind nicht prinzipiell gegen eine Erhöhung der Vergütung, sondern möchten dass diese erst zum Tragen kommt, wenn der Eigenkapitalanteil im Konzern wieder auf einem nachhaltigen Niveau liegt.

Wir freuen uns bereits auf die Teilnahme an der Hauptversammlung und hoffen auf diesem Weg, noch den einen oder anderen Aktionär dazu motivieren zu können, ebenfalls nach Klagenfurt zu kommen.

 

SW Umwelttechnik: Ist ein KGV von unter 5 angemessen?

Disclaimer: Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass ich Aktionär der in diesem Artikel behandelten Gesellschaft bin. Insofern bin ich nicht unbefangen. Der Artikel ist keine Aufforderung oder Empfehlung, dieses Wertpapier zu kaufen. Die Aktie ist äußerst illiquide und weist noch weitere teils gravierende Risiken auf.

Ein KGV von unter 5?

Am 7.4.2017 wurde der Geschäftsbericht für das Jahr 2016 veröffentlicht. Wie im letzten Artikel angekündigt folgt nun ein Beitrag, der sich mit dem Zahlenwerk sowie mit dem Risikoprofil der Aktie bzw. des Unternehmens auseinandersetzt. Der Konzernabschluss weist einen Gewinn pro Aktie in der Höhe von 2,19 EUR aus. Bei einem Schlusskurs in Wien von 9,95 EUR pro Stück (13.4.2017) ergibt sich ein KGV von unter 5.

Bezogen auf den free cashflow (vor Veränderung des working capital und vor Rückzahlung von Finanzschulden, aber nach Bezahlung von Zinsen und Instandhaltungsinvestitionen) liegt der Bewertungsmultiple sogar noch deutlich niedriger:

Cashflow aus dem Ergebnis (2016) 6052 TEUR
durchschnittliche CAPEX der letzten 7 Jahre -2137 TEUR
free cashflow 3915 TEUR
Marktkapitalisierung 13.04.2017 6400 TEUR
Kurs-free cashflow-Verhältnis 1,63

Immer wenn eine Aktiengesellschaft auf dem Papier so günstig bzw. billig bewertet erscheint, muss der erste Schritt sein, mögliche Gründe dafür zu suchen. Das entspricht einer Analyse der wesentlichen Risiken und Unsicherheiten. Bei SW Umwelttechnik fallen mir folgende Faktoren auf:

  • Der im Jahr 2016 ausgewiesene Gewinn könnte nicht nachhaltig sein (an der Börse wird ja bekanntlich die Zukunft gehandelt).
  • Die Gesellschaft ist sehr hoch verschuldet.
  • Im Zusammenhang mit der hohen Verschuldung ist man besonders empfindlich gegenüber steigenden Zinsen.
  • Es existiert eine erhebliche Währungssensitivität gegenüber dem ungarischen Forint und dem rumänischen Leu.
  • Die Aktie ist illiquide und wird hauptsächlich im standard market auction der Wiener Börse gehandelt.
  • Der Nachrichtenfluss von der Gesellschaft ist zum Teil spärlich, da es keine Quartalsberichte (mehr) gibt.
  • Angesichts diverser ähnlich gelagerter Fälle in der Vergangenheit befürchten vielleicht manche Anleger ein Delisting, also einen Börsenrückzug.
  • Branchenbedingt weist das Geschäftsmodell eine gewisse Zyklizität auf.
  • Durch die Abhängigkeit von der Verfügbarkeit von EU-Fördergeldern für den Ausbau der Infrastruktur in Ungarn und Rumänien ist man sehr empfindlich gegenüber Unsicherheiten über den Zusammenhalt der Europäischen Union.

Einige dieser Punkte sind selbsterklärend und können für sich genommen so stehen bleiben, ohne dass mir fundierte Gegenargumente einfallen. Die Bauwirtschaft und somit auch deren Zulieferer wie eben die SW sind Zykliker. Es gibt nur einmal im Jahr einen Geschäftsbericht (der dafür meiner Meinung nach relativ ausführlich ist) und einmal zusätzlich zum Halbjahr einen kurzen Zwischenbericht. Auch die Abhängigkeit von den EU-Fördergeldern muss so hingenommen werden. Auf die anderen Punkte möchte ich kurz gesondert eingehen. All diese Faktoren spielen bei der Beurteilung der Frage, ob ein KGV von unter 5 angemessen ist, eine Rolle.

Zur hohen Verschuldung

Ich weiß das aus eigener Erfahrung: auf den ersten Blick wirken die grundlegenden Bilanzkennzahlen der SW abschreckend.

2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
EK-Quote 11,56% 5,07% 6,80% 4,41% 3,42% 4,02% 4,57%
Gearing 604% 1559% 1074% 1586% 2444% 2018% 1674%

Es zeigt sich eine deutliche Reduktion der Konzerneigenkapitalquote und ein damit korrespondierendes Anwachsen des Verschuldungsgrades bis ins Geschäftsjahr 2014 hinein. Seither gibt es eine leichte Entspannung.

2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Umlaufintensität 29% 28% 32% 21% 24% 26% 29%
Anlageintensität 71% 72% 68% 79% 76% 74% 71%
goodwill-Anteil 10% 23% 15% 15% 22% 18% 15%
Anlagendeckungsgrad I 16% 7% 10% 7% 5% 5% 6%
Anlagendeckungsgrad II 73% 63% 72% 69% 29% 84% 114%
UV zu kurzfristige Verb. 63% 53% 63% 51% 31% 68% 154%
Liquidität ersten Grades 3% 3% 4% 1% 1% 4% 12%
Liquidität zweiten Grades 40% 34% 38% 35% 20% 44% 94%

Auch der Mehrjahresvergleich dieser Kennzahlen spiegelt eine gewisse Entspannung (wenngleich von einem äußerst kritischen Niveau) wider. Die hohe Anlageintensität ist typisch für einen Industriebetrieb und muss nicht weiter kommentiert werden. Der goodwill-Anteil ist in Anbetracht des in absoluten Dimensionen niedrigen Eigenkapitals vertretbar. Der Anlagendeckungsgrad II bringt zum Ausdruck, dass mittlerweile sämtliches Anlagevermögen durch längerfristig zur Verfügung stehendes Kapital finanziert ist. Selbstverständlich wird der Großteil durch langfristige Kredite und nicht durch Eigenkapital aufgebracht (siehe Anlagendeckungsgrad I).

Äußerst positiv ist mittlerweile die Entwicklung der Kennzahlen zum working capital: Das Umlaufvermögen ist wieder deutlich höher als die gesamten kurzfristigen Verbindlichkeiten. Auch die Liquiditäten ersten (liquide Mittel zu kurzfristige Verbindlichkeiten) und zweiten Grades (liquide Mittel + Wertpapiere + Forderungen zu kurzfristige Verbindlichkeiten) sind in einem Bereich, den beispielsweise Nicolas Schmidlin in seinem „Unternehmensbewertung und Kennzahlenanalyse“ als ideal beschreibt.

2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
net debts absolut 75073 76134 73698 69873 65707 62488 60589
Nicht betriebsnotwendiges
Vermögen
12144 12629 12675 11511 10196 8994 8125
net debts nach NBV 62929 63505 61023 58362 55511 53494 52464
free cashflow -461 -37 1222 2271 3595 3749 3047
fiktive Entschuldungsdauer -136,51 -1716,35 49,94 25,70 15,44 14,27 17,22

Diese Rechnung zeigt die Ermittlung der fiktiven Entschuldungsdauer und deren Entwicklung im Laufe der letzten Jahre. Die net debts ermitteln sich aus den gesamten Finanzschulden (in TEUR) abzüglich liquider Mittel (in TEUR). Als nicht betriebsnotwendiges Vermögen habe ich die im Abschluss ausgewiesenen Immobilien als Finanzinvestitionen (derzeit ca. 5,9 MEUR), die Wertpapiere und sonstigen Finanzanlagen (1,5 MEUR) sowie die sonstigen langfristigen Forderungen (0.7 MEUR) ausgewiesen. Bei Veräußerung des nicht betriebsnotwendigen Vermögens würde es mit dem 2016er-Free Cashflow (nicht verwechseln mit dem oben gerechneten free cashflow, der auf den durchschnittlichen CAPEX der letzten 7 Jahre aufsetzt) über 17 Jahre dauern, die Schulden völlig abzuzahlen.

Hier muss aber bedacht werden, dass es auch aus finanzpolitischen Gründen keinen Sinn macht, nur Eigenmittel einzusetzen. Vielmehr sollte man sich überlegen, wie lang es dauern wird, ein nachhaltig tragbares Verschuldungsniveau zu erreichen. Aus meiner Sicht liegt dieses bei etwa 30 Millionen Euro (net debt). Selbst bei einem Anstieg der durchschnittlichen Verzinsung auf 3,5% wären dann die Zinskosten nämlich innerhalb der letzten fünfzehn Jahre (siehe Mehrjahresvergleich im Geschäftsbericht 2016) immer im Betriebsergebnis gedeckt gewesen. Unterstellt man eine Abtragung der net debts auf 30 MEUR, würde das nach heutigem Standpunkt 7,4 Jahre dauern. Bei entsprechender Eigenkapitalzufuhr könnte diese Zielgröße bereits früher erreicht werden.

Zur Delisting-Gefahr

Das ist sicherlich ein Thema, über das sich jemand, der in der zweiten und dritten Reihe im Wiener Markt Investitionen tätigt, Gedanken machen muss. Ob Hirsch Servo, BWT oder WP AG, das sind nur drei Beispiele für Börserückzüge in der jüngsten Vergangenheit. Dem aktuellen Newsletter des Anlegerschutzverbandes IVA zufolge kommt hier allerdings in Kürze eine gesetzliche Regelung. Ich habe den Gesetzesentwurf noch noch nicht gesehen, von daher kann ich dazu keine Äußerung tätigen.

Zu den Zins- und Währungssensitivitäten

Laut dem aktuellen Geschäftsbericht sind die langfristigen Finanzverbindlichkeiten auf Basis EURIBOR bzw BUBOR (für jene Kredite, die in Forint denominiert sind) verzinst – also variabel. Dementsprechend würde ein Anstieg der Zinsen das Finanzergebnis belasten. Die Zinssensitivität stellt sich wie folgt dar:

Jahr 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Zinssensitivität +/-1% 771 753 727 678 638 638
je in TEUR

Ein Anstieg von 1% bei den Fremdkapitalzinsen würde das Ergebnis pro Steuern also um 638 TEUR belasten. Wie der Verlauf seit 2011 zeigt, gibt es hier aber eine geringfügige Verbesserung.

Wechselkursänderung 5% in TEUR
EUR/HUF Ergebnis 777
EUR HUF Eigenkapital 741
EUR/RON Ergebnis 747
EUR/RON Eigenkapital 412

Diese Tabelle verdeutlicht noch die Empfindlichkeit gegenüber Währungsschwankungen im Ungarischen Forint und im Rumänischen Leu.

Zur Illiquidität der Aktie

Das ist ein erhebliches Problem, vor allem für jene Anleger, die gern größere Stückzahlen erwerben würden. Der tatsächliche Streubesitz dürfte bei genauerer Betrachtung irgendwo zwischen 34 und 44% liegen. Der Rest ist fixen Aktionären – vor allem aus dem Kreis des Managements und der Familienstiftung – zuzuordnen. Näheren Aufschluss geben hier die directors dealings sowie die Auflistung im Geschäftsbericht 2016 auf Seite 30.

Ich persönlich gehe aber davon aus, dass im Falle eines Anstieges des Aktienkurses auch die Liquidität der Aktie (auf Stückzahlbasis) wieder verbessert wird. Laut einer Auswertung, die ich mit der Datenbank von finanzen.net durchgeführt habe, wurden im Zeitraum 15.4.2014 bis 15.4.2017 insgesamt rund 69.000 Aktien an der Börse Wien gehandelt. Im Zeitraum 15.4.2008 bis 15.4.2011, als die Kurse noch deutlich höher waren (deutlich im zweistelligen Bereich), wurden fast 160.000 Stück gehandelt. Hier muss ich aber dazu sagen, dass ich nicht weiß, ob die Datenbasis so stimmt, von daher ist das nur eine Vermutung. Noch besser wäre selbstverständlich eine Rückkehr in den Fließhandel.

Zur Nachhaltigkeit des Gewinnes von 2016

Selbst die fundierteste KGV-Ermittlung ist nur Makulatur, wenn in der Zukunft die Gewinne pro Aktie deutlich geringer ausfallen als in dem Jahr, das man zur Berechnung herangezogen hat. Zunächst ist hier auf den Ausblick des Unternehmens zu schauen (S 67 im GB): Man geht davon aus, dass der Umsatz im Bereich „Infrastruktur“ gehalten werden kann. Das waren 2016 rund 28,4 MEUR. Im Bereich „Wasserschutz“ hat es 2016 ein Projektloch gegeben, das auf die Übergangsphase in der Förderungsperiode bei den EU-Förderungen zurückzuführen war. Dies hat dazu geführt, dass der Umsatz in diesem Segment im Vergleich zum Jahr 2015 von 38,4 auf 32,3 MEUR rückläufig war. Im zweiten Halbjahr 2017 wird auch in diesem Bereich mit einer Belebung gerechnet. Angesichts der Formulierungen finde ich es nicht vermessen, mit einem etwa gleichbleibenden Umsatz zu kalkulieren. Bei etwa gleich bleibenden Inputkosten sollte auch das Ergebnis zumindest gehalten werden können. Es gab im Jahr 2016 einige Einmaleffekte in der Gewinn- und Verlustrechnung. Als positive Effekte sind das Ergebnis aus einer Zuschreibung zum Anlagevermögen in Österreich (87 TEUR) sowie einen positiven Einmaleffekt bei den Aufwendungen für Altersversorgung im Zuge der Änderung von Pensionszusagen für den Vorstand (77 TEUR) zu nennen. Als negativen Einmaleffekt gab es eine weitere Abwertung der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien (946 TEUR). Bei nachhaltiger Verbesserung der Ergebnissituation wird man auch mit einem Anstieg der variablen Vorstandsvergütung zu rechnen haben. Bereinigt um die genannten Einmaleffekte wäre das 2016er Ergebnis aber wahrscheinlich noch höher gewesen.

Abschließende Bemerkungen

Angesichts der Tatsache, dass ich selbst Aktionär bin, werde ich keine Schätzung über einen fairen Wert der Aktie abgeben. Es obliegt also jedem selbst, die Frage im Titel, ob ein KGV von unter 5 angemessen ist, für sich zu beantworten. Jeder muss für sich beurteilen, ob er das derzeitige Ertragsniveau als haltbar erachtet und welchen Multiple er unter Einbeziehung der zuvor umfangreich erörterten Risiken (insbesondere der Schuldenlast) als fair ansieht.

Am 4.5.2017 findet übrigens die Hauptversammlung der Gesellschaft statt und auf die (erstmalige) Teilnahme daran freue ich mich schon besonders.

 

SW Umwelttechnik: Geschichte und Geschäftsmodell

Wie in dem im Januar dieses Jahres gestarteten Aufruf angesprochen möchte ich im Rahmen einiger Artikel das Unternehmen SW Umwelttechnik AG näher beleuchten und analysieren. Der erste Teil befasst sich mit dem Werdegang des Unternehmens und dem derzeitigen Geschäftsmodell. Sämtliche Informationen stammen – soweit nicht extra verlinkt – von der Konzernhomepage und den dort publizierten Geschäfts- und Zwischenberichten.

Zur Geschichte

Die Gesellschaft wurde 1910 von Carl Wolschner und Josef Stoiser in Klagenfurt gegründet. Schon vor dem zweiten Weltkrieg begann die Fertigung mechanischer Kläranlagen. Mit Ende der 80er und Beginn der 90er Jahre erfolgte der Startschuss zu einem Expansions – und Akquisitionskurs. 1989 kaufte man die ISO Span Baustoffwerke GmbH in Ramingstein (wurde per Jänner 2012 veräußert). Ab 1990 wurde man in Ungarn aktiv. 1997 erfolgte der Gang an die Wiener Börse. Die Entwicklung des Aktienkurses seither war höchst volatil und für viele wahrscheinlich nicht zufriedenstellend.

Quelle: finanzen.net

Quelle: finanzen.net

Der massive Kursanstieg ab Mitte der ersten Dekade der 2000er Jahre war ganz sicher dem Expansionskurs in Ungarn und Rumänien zu verdanken. 2001 wurde das bis dato größte Werk der Gruppe in Budapest errichtet. Von 2005 bis 2008 erfolgte einerseits die Modernisierung weiterer zuvor erworbener Werke in Ungarn sowie die Neuerrichtung zweier Werke in Rumänien, konkret in Timisoara und Bukarest. Die möglichen Gründe für den rapiden Kursverfall ab 2008 werde ich gemeinsam mit einer Darstellung der verschiedenen Risiken in einem späteren Artikel erörtern.

Die Gesellschaft und ihr Geschäftsmodell heute

Die Tätigkeiten der Gruppe gliedern sich in zwei Segmente auf: Infrastruktur und Wasserschutz. Für beide Bereiche werden in insgesamt 8 (bzw. mit einem weiteren neu errichteten kleinen Werk in Rumänien 9) Werken Betonfertigteile hergestellt. Bis 2013/2014 gab es noch einen dritten Bereich, nämlich das Projektgeschäft, welches aber im Zuge der Restrukturierung aufgegeben wurde.

Der Bereich Wasserschutz hat 2015 fast zwei Drittel des Konzernumsatzes beigetragen (38,4 MEUR). Der Bereich Infrastruktur hat 2015 26,1 MEUR erwirtschaftet. Regional gesehen wird knapp die Hälfte des Umsatzes in Ungarn erwirtschaftet, etwas mehr als ein Viertel in Rumänien und etwas weniger als ein Viertel in Österreich. Zum Halbjahr 2016 waren konzernweit 415 Mitarbeiter beschäftigt. Einen sehr interessanten Überblick mit vielen hilfreichen Zahlen und Fakten gibt das Unternehmensvideo auf der Homepage.

Der Produktkatalog im Bereich Wasserschutz umfasst diverse Produkte zur Abwassererfassung und -ableitung. Hierzu zählen Rohre, Schächte und Pumpstationen, Kläranlagen sowie Abscheidevorrichtungen. Letztere werden einerseits zur Abscheidung von mineralischen Flüssigkeiten auf Tankstellen, Parkplätzen und Werkstätten und andererseits im Gastronomiebereich zur Abscheidung von Fetten aus dem Abwasser verwendet. Für den Bau von Wasserkraftwerken hat man beispielsweise auch Fischwanderhilfen im Portfolio.

Im Bereich Infrastruktur beinhaltet der Produktkatalog Brücken, Brückenträger, Verkehrsleitsysteme, Lärmschutzwände, Strommasten, Wände, Decken/Deckenstützsysteme, etc. Diese Teile kommen für den Straßen- und Bahnstreckenbau, den Ausbau der Energieversorgung und im Hochbau sowohl für Wohnungs- wie auch für Industrie- und Gewerbehallenbau zum Einsatz.

Auftraggeber für die Infrastrukturprojekte im Hochbau sind vor allem die Industrie und das Gewerbe im jeweiligen Land. Im Wasserschutzbereich kommen die Auftraggeber eher aus dem öffentlichen Sektor. Wichtige Parameter sind also unter anderem die Verfügbarkeit finanzieller Mittel im öffentlichen Bereich, der Wille zur Modernisierung, die jeweiligen (umwelt-)rechtlichen Rahmenbedingungen und europarechtlichen Vorgaben sowie generell die Performance der Bauwirtschaft im Zusammenhang mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Generell nennt das Unternehmen als wesentliche Marktteilnehmer die Planungsbüros, Bauunternehmen, Behörden sowie kommunale, industrielle und private Endkunden.

Die momentanen Werke

Leider ist der Informationsfluss von der Gesellschaft an den Kapitalmarkt und die außenstehenden Eigentümer in der jüngeren Vergangenheit nicht mehr besonders zeitnah und detailliert ausgefallen. So wurden beispielsweise die Quartalsberichte kürzlich eingestellt. Dementsprechend ist für mich nicht klar, ob die im April 2016 begonnene Errichtung eines dritten Werkes in Rumänien bereits abgeschlossen ist oder nicht. Zumindest war laut der damaligen Aussendung die Inbetriebnahme noch für 2016 geplant.

Laut Geschäftsbericht 2015 (S. 33) verfügt die SW über drei Werke in Österreich (Klagenfurt, Lienz und Sierning). Dort wurden 69.000 Tonnen Beton hergestellt. In den drei Werken in Ungarn (Budapest, Alsozsolca und Bodrogkeresztur) konnten 290.000 Tonnen Beton produziert werden. In Rumänien wurden in zwei Werken (Bukarest und Timisoara) 165.000 Tonnen Beton hergestellt. Inwieweit noch freie Kapazitäten vorhanden sind, konnte ich vorerst nicht eruieren.

Input-Faktoren

Für die Produktion von Beton werden Kies, Sand, Wasser, Zement und verschiedene Zusatzstoffe (Chemikalien) verwendet. Deren Preisentwicklung ist also auch für die Margen der SW von Bedeutung. Daneben dürfte der Stahlpreis eine gewisse Rolle spielen. 2015 wurden in der Fertigung nämlich rund 11.700 Tonnen Stahl verwendet. Der Herstellungsprozess ist außerdem energieintensiv, weshalb auch der Strompreis Einfluss auf die Herstellungskosten hat. Die Materialaufwandsquote insgesamt lag 2015 bei ca. 60%. Mit einer Personalaufwandsquote von rund 18% im Jahr 2015 ist auch das Lohnniveau in den Herstellungsländern von großer Bedeutung. Ob und inwieweit die jüngste Erhöhung des Mindestlohnes in Ungarn sich hier auswirken wird, kann ich noch nicht beurteilen. Auf der anderen Seite dürfte die ungarische Tochter derzeit sehr profitabel sein und die Senkung der Körperschaftssteuer auf neun (!) Prozent ab dem Jahr 2017 wird hier sicherlich einen positiven Effekt haben.

Eigentümerstruktur und Management

Die SW Umwelttechnik AG ist eindeutig ein Familienbetrieb. Die Familienstiftung hält knapp 44% der Aktien. Der ehemalige Vorstand Bernd Wolschner und die BKS Bank über ihre Tochter VBG halten jeweils noch über 5%. 19000 Stück (knapp 3%) hält das Unternehmen selbst. Weitere knapp 5% teilen sich auf verschiedene Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates auf. Der Rest (geschätzt zwischen 35 und 40% der Aktien) befindet sich im Streubesitz. Meine persönliche Vermutung ist allerdings, dass sich diese Stücke zersplittert auf viele verschiedene Streubesitzaktionäre aufteilen, die möglicherweise zum Teil zu einem deutlich höheren Kurs gekauft haben (vielleicht zehn oder zwanzig Stück zu je 100 oder 120 Euro). Das Handelsvolumen ist in letzter Zeit nämlich sehr gering und das wird wahrscheinlich nicht nur der Börsenotiz im unteren Marktsegment in Wien, wo nur einmal am Tag eine Auktion stattfindet, geschuldet sein. Der Vorstand setzt sich aus Klaus Einfalt und Janos Vaczi zusammen. Beide Mitglieder des Vorstandes sind bereits seit langem im Unternehmen (Einfalt seit 1997 und Vaczi seit 2004).

Der nächste Artikel wird wahrscheinlich nach der Veröffentlichung des Jahresberichtes 2016 im April erscheinen und sich tiefergehend mit dem Zahlenwerk beschäftigen.

Veränderungen im Muster-Portfolio von Bargain

Es hat ein paar kleine Veränderungen im Musterportfolio gegeben, über die hier kurz berichtet werden soll.

Die IBM-Position wurde etwas verkleinert. Ein Teil der Aktien wurde zu einem Kurs von 166 Euro je Stück verkauft. In den letzten Wochen und Monaten hat sich der Titel gut entwickelt und hat zuletzt knapp 24% des Gesamtportfolios ausgemacht. Ich bin nach wie vor von der Qualität des Unternehmens überzeugt, allerdings wird für mich angesichts der momentan fortschreitenden Entkopplung des breiten Aktienmarktes von den tatsächlichen Umständen die Devise „cash is king“ immer gewichtiger.

Die OMV-Position wurde zu einem Verkaufskurs von 33,90 je Stück vollständig veräußert. Die Bewertung ist meiner Ansicht nach am unteren Rand dessen angelangt, was ich als fair erachten würde. Auch bei der Ölwette wollte ich etwas Geld vom Tisch nehmen und die OMV ist von all den Unternehmen aus diesem Sektor des Portfolios der Titel mit den größten Schwachstellen (hier spielt vor allem die große Staatsdominanz eine Rolle).

Der griechische „cigar butt“ Kleemann Hellas wurde ebenfalls zu einem Kurs von 2,02 Euro je Stück vollständig verkauft. Hier gab es ein Angebot, welches im Herbst des Vorjahres verlautbart wurde. Ich habe meine Anteile allerdings über die Börse verkauft.

Durch diese Veränderungen ist die Cashquote auf knapp 24% angestiegen. In Kürze werde ich auch die Portfolio-Sektion dementsprechend updaten.

Aufruf an den Streubesitz der SW Umwelttechnik AG

Ich habe vor einiger Zeit in einem Quickcheck für das Bargain Magazine den österreichischen Nebenwert SW Umwelttechnik behandelt. Seit damals (September 2015) habe ich für mein privates Portfolio eine nicht unwesentliche Position der Aktien dieses Unternehmens erworben. Aufgrund der Illiquidität des Titels habe ich darüber bisher kein Wort verloren. Nun ist aber der Entschluss gefallen, etwas aktiver zu werden. Zu diesem Zweck möchte ich in einem ersten Schritt den Kontakt zu anderen Streubesitzaktionären des Unternehmens suchen. Ich lade daher jeden Streubesitzaktionär der SW Umwelttechnik, der diese Zeilen liest, dazu ein, mit mir in Korrespondenz zu treten, indem er/sie mir eine e-Mail an koinegg@bargain-magazine.com schickt. Idealerweise teilen Sie mir auf diesem Weg auch zumindest das ungefähre Ausmaß Ihres Anteilsbesitzes mit, um darüber Buch führen zu können, inwieweit der Streubesitz bereits durch diesen Aufruf erreicht wurde. Selbstverständlich werden sämtliche Mitteilungen anonym und vertraulich behandelt.

Was möchte ich mit diesem Aufruf erreichen?

Der Hintergrund der Initiative ist offensichtlich: Ich bin davon überzeugt, dass der Aktienkurs der SW Umwelttechnik derzeit nicht dessen wahren Wert wiedergibt. Ich werde in den nächsten Monaten dazu einen oder mehrere Artikel verfassen, in denen ich genauer erörtern will, warum ich die Aktien des Unternehmens für unterbewertet halte.

In weiterer Folge möchte ich versuchen, mit der Unternehmensleitung in Kontakt zu treten und verschiedene Konzepte zu diskutieren, wie die Divergenz zwischen Preis und Wert nachhaltig verkleinert werden kann. Dieses Bestreben hat natürlich umso mehr Aussicht auf Erfolg, je größer die Gruppe an Aktionären ist, die es unterstützt.

Es geht nicht darum, den Kurs schnell nach oben zu pushen und dann mit einem kleinen Profit wieder auszusteigen sondern durch gezielte Maßnahmen die Fundamentaldaten des Unternehmens bzw. deren Darstellung zu verbessern und so die langfristigen Handlungsmöglichkeiten für die Gesellschaft zu verbreitern. Dies kann zum Beispiel durch eine Kapitalerhöhung zur Verbesserung der Finanzierungssituation und/oder für weiteres Wachstum in aufstrebenden Märkten passieren.

Unerlässlich für die Erreichung dieses Zieles ist in einem ersten Schritt die Stärkung der Kommunikation der Unternehmenseigentümer der SW Umwelttechnik untereinander. Deshalb erfolgt nun dieser Aufruf.

Weiterführende Informationen:

Link zur konzerneigenen Homepage

Portfolio-Report 2016

Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu und deshalb möchte ich nach einer längeren Schweigephase wieder einen kurzen Artikel über die Entwicklung des Bargain-Musterportfolios verfassen. Seit Eröffnung Ende November 2014 hat sich das Portfolio nach Abzug sämtlicher Steuern und Gebühren um 21,02% verteuert. Der erste Vergleichsindex Eurostoxx50 (auf „total return“-Basis) stieg selben Zeitraum von 6000 auf 6457,51 Punkte, bzw. um knapp 7,63%. Der zweite Vergleichsindex S&P 500 (ebenfalls auf „Total Return“- Basis erhöhte sich im selben Zeitraum von 3779 auf 4278,66 Punkte. Freilich muss man diesen Wert um Währungseffekte im EUR/USD korrigieren: Die 3779 Punkte geteilt durch den Wechselkurs zu Beginn (1,2475) ergeben rund 3029 „Euro-Punkte“ im S&P 500. Dasselbe Spiel erfolgt nun mit den aktuellen Werten und Wechselkursen (ca. 1,052), ergibt rund 4067,17 „Euro-Punkte“ bzw. eine währungsbereinigte Performance von 34,26%. Zum S&P 500 zeigt sich also auf den ersten Blick eine signifikante underperformance, zum Eurostoxx aber eine klare outperformance. Dabei muss man natürlich im Hinterkopf behalten, dass die Benchmarks vor Steuern und Gebühren gerechnet werden und immer voll investiert sind, weshalb sie in einer Hausse entsprechend stärker performen als ein Musterportfolio mit Cashreserven. Letztere liegt im Musterportfolio derzeit bei etwas über 14%.

Nun ein paar Worte zu den wichtigsten Positionen:

International Business Machines (IBM)

Mit über 20 Prozent ist dieser Einzeltitel die mit Abstand am höchsten gewichtete Position im Bargain Portfolio. Die Prämissen der Investmentidee habe ich in der Rubrik IBM des Bargain Magazine wiederholt dargelegt und sie sind für mich nach wie vor unverändert aufrecht. Insbesondere in den letzten Monaten hat sich der Titel wieder etwas erholt, wobei das hauptsächlich der allgemeinen „Trump-Rally“ zuzuschreiben war. Ein paar Fakten möchte ich zur Entwicklung der Aktie anmerken. Das Unternehmen hat die Aktienzahl gerechnet von 30.09.2014 bis 30.09.2016 um rund 40 Millionen Stück oder etwas mehr als 4% durch Aktienrückkäufe verringert. Gleichzeitig wurden pro Aktie brutto 11,6 USD an Dividenden ausgeschüttet. Nun eine Grafik über die Entwicklung des IBM-Aktienkurses im Vergleich zum Dow Jones:

ibm-dow

Quelle: comdirect.de

Die blaue Linie stellt die prozentuelle Performance des Dow Jones seit Anfang Dezember 2014 dar, die dunkle Linie jene von IBM (exklusive Dividenden). Da die Dividendenrendite von IBM noch um einiges höher ist als der Durchschnitt des Dow Jones, ist die outperformance noch deutlicher. Eigentlich keine schlechte Entwicklung für eine der am meisten leerverkauften Aktien im amerikanischen Leitindex. Bei dem größten Ankerinvestment im Portfolio gibt es aber keinen Änderungsbedarf.

Öl

Ich habe es im Halbjahresbericht bereits angesprochen: Es scheint, als ob der Ölpreis seine Tiefs gesehen hat.

wti-price

Quelle: finanzen.net

Seit dem Tief im Februar hat sich der WTI-Ölpreis wieder mehr als verdoppelt. Natürlich befindet man sich noch weit weg von historischen Höchstständen. Langsam beginnt sich aber auch die Ölwette im Portfolio auszuzahlen. Der österreichische Ölfeldausrüster SBO AG beispielsweise, der Ende August 2015 erworben wurde, hat seither über 70 Prozent zugelegt. Der CEO des Unternehmens, grundsätzlich jemand, der sehr konservativ in seinen Prognosen zur Geschäftsentwicklung ist, meinte unlängst in einem Interview, dass das Gröbste überstanden sein sollte. Auch eine OMV mit einer Performance von etwa 50% inklusive Dividenden seit Portfolioeröffnung gehört zu den Gewinnern. BP verzeichnet moderate Kursgewinne, hat aber zusätzlich äußerst üppige Dividenden ausgeschüttet.

Im Ölsektor wird nun viel davon abhängen, wie zügig die geplanten Förderkürzungen durch die OPEC umsetzbar sind (etwas Skepsis habe ich hier noch) und ab wann die US-Förderung im Schieferölsegment wieder deutlichere Zuwächse verzeichnen wird. Einmal mehr wird der rig count, wie ich ihn im Februar des Jahres untersucht habe, eine Größe sein und bleiben, die man beobachten muss. Derzeit sehe ich aber auch bei der Ölwette keinen Handlungsbedarf in irgendeiner Form.

Rosenbauer International

Das ist ein Unternehmen, das mir besonders gut gefällt, das aber noch seine Schwierigkeiten zu meistern hat. Insbesondere die ölpreisbedingten Verschiebungen von Auslieferungen im Arabischen Raum und ein paar Effizienzprobleme in den österreichischen Stammwerken gehören dazu. Insbesondere das erste Problem sollte sich aber im Laufe des kommenden Jahres erledigt haben. Sollte der Kurs noch deutlich fallen, würde ich hier gerne noch weiter aufstocken.

Sonstiges

Bei der im Sommer degelisteten WP AG ist derzeit die Eintragung ins Aktionärsbuch am Laufen und die Aktienurkunden sollten demnächst ausgeliefert werden. Darauf freue ich mich schon wie ein kleines Kind, wenn ich ehrlich bin. Der Kurs, mit dem dieser Titel im Portfolio geführt wird, ist der letzte, zu dem die Aktie vor dem Börsenrückzug gehandelt wurde. Ich persönlich bin natürlich der Meinung, dass der innere Wert deutlich darüber liegt. Das Geschäftsjahr 2016 war bisher äußerst zufriedenstellend und mit dem bevorstehenden Eintritt von KTM und seinen Zulieferern in die MotoGP-Klasse sehe ich weiteres Wachstumspotenzial.

Griechenland und seine Schuldenproblematik ist wieder zur Randnotiz verkommen. Konträr dazu zeigt sich natürlich die Entwicklung der griechischen Aktien. Von seinem Tief (ebenfalls im Februar 2016) hat sich der griechische Leitindex Athex 20 wieder deutlich erholt. Bis auf METKA, die durch den syrischen Bürgerkrieg zu leiden haben, zeigt sich dementsprechend auch bei allen griechischen cigar butts im Portfolio eine schöne Entwicklung. Allen voran der Süßwaren- und Bäckereizubehörhändler Stelios Kanakis hat inklusive Ausschüttung seit dem Kauf im August 2015 eine Performance von plus 40% gezeigt.

Ausblick auf 2017

Grundsätzlich sehe ich für mich als oberste Priorität im kommenden Jahr, die Cashquote weiter zu steigern, weil ich er Meinung bin, dass die Aktienmärkte mittlerweile sehr üppig bewertet sind. Mit Zukäufen will ich mich bei diesem Umfeld sehr zurückhalten. Das gilt vor allem unter der Prämisse, dass die Zinsen wieder etwas steigen. Das Nullzinsumfeld hat zu einer großen Anzahl von sehr „optimistischen“ Übernahmen und Expansionen geführt, die sich bei etwas höheren Kapitalkosten nicht mehr rechnen (liebe Grüße zum Beispiel an Bayer und Monsanto). Insofern glaube ich, dass die Unternehmensgewinne in den kommenden Jahren vielleicht da und dort enttäuschen könnten. Man liest in letzter Zeit auch viel häufiger in Breitenmedien, welche Chancen es doch in Aktien geben soll. Auf der watchlist für etwaige Verkäufe habe ich vor allem wie schon im Vorjahr die Immofinanz (wobei man darauf warten muss, wie sich die Fusion mit CA Immo entwickelt) und auch die OMV.

Zu guter Letzt wünsche ich allen ein gutes neues Jahr und viel Gesundheit und Erfolg in 2017!

Gastartikel: Der Aktienführer Deutschland 2016

Vorbemerkungen von Daniel Koinegg: Heiko von www.superinvestors.international hat sich die Mühe gemacht und einen sogenannten Aktienführer für Deutschland erstellt. Es freut mich, dass er dieses Projekt im Rahmen eines kurzen Gastartikels auch im Bargain Magazine vorstellt. Viel Spaß beim Erkunden und Schmökern!

Ich darf euch heute in einem Gastartikel ein Ergebnis meines Projekts vorstellen.

Zu mir: Ich bin Ende Zwanzig und möchte den Zugang zu Finanzinformationen verbessern. Das mache ich für langfristig orientierte Anleger, die ihre Anlageentscheidungen aufgrund von Fundamentaldaten treffen möchten.

Seit einiger Zeit erfasse ich Finanzdaten börsennotierter deutscher Unternehmen in einer Datenbank. Basierend auf diesen Daten habe ich nun einen Aktienführer Deutschland erstellt, der die 160 Unternehmen aus DAX, MDAX, SDAX und TecDAX – den bekannten Indizes der Deutschen Börse AG – abdeckt.

Gestartet habe ich mit der Überlegung, welche Daten für eine Anlageentscheidung interessant sind und gleichzeitig erfasst werden können. Uninteressante Daten wollte ich vermeiden. Es wurden für alle Unternehmen prinzipiell die gleichen Daten erfasst, wobei es natürlich Unterschiede zwischen Finanz-, Immobilien- und Industrieunternehmen gibt. Zudem schrieb ich für alle Unternehmen eine kurze Tätigkeitsbeschreibung.

Herausgekommen ist ein gut 350 Seiten umfassender Aktienführer, der jedem Unternehmen eine Doppelseite einräumt. Neben allgemeinen Informationen und Tätigkeitsbeschreibung zeigt jede Doppelseite Daten für die letzten 10 Geschäftsjahre eines Unternehmens (sofern verfügbar), einige Diagramme und auch kursbezogene Kennzahlen, die natürlich nur Stichtags-aktuell sein können. Einige einleitende Seiten beinhalten zusätzliche Informationen z.B. zu Aktienarten, sodass der Aktienführer auch für Anfänger geeignet ist.

Gedacht ist der Aktienführer als Nachschlagewerk, zum Entdecken interessanter Unternehmen und als Überblick über die Aktien der bekannten deutschen Indizes. Das Format habe ich mit Din A5 bewusst handlich gewählt.

Wer mehr erfahren, mir ein Feedback geben oder ein eigenes Exemplar des Aktienführers haben möchte, darf gerne auf meiner Webseite www.zq-investor.com vorbeischauen.

Vielen Dank an Daniel, der mir uneigennützig diesen Artikel ermöglicht hat und allen Anlegern viel Erfolg beim Investieren!

Heiko

PS: Der Preis für ein Exemplar ist 24,99€ inklusive Versand nach D / AT / CH.

Portfolio-Report zum ersten Halbjahr 2016

Die erste Hälfte des Jahres 2016 ist ins Land gezogen und deswegen gibt es wieder eine kurze Zusammenfassung über die Performance seit Eröffnung des Musterportfolios Ende November 2014. Seit Beginn der Performancerechnung hat sich das Bargain-Portfolio nach Abzug aller bereits bezahlten Steuern und Gebühren um 8,5% verteuert. Der erste Vergleichsindex Eurostoxx50 (auf „total return“-Basis) fiel im selben Zeitraum von 6000 auf 5625,95 Punkte, bzw. um knapp 6,23%. Der zweite Vergleichsindex S&P 500 (ebenfalls auf „Total Return“- Basis erhöhte sich im selben Zeitraum von 3779 auf 3976,68 Punkte. Freilich muss man diesen Wert um Währungseffekte im EUR/USD korrigieren: Die 3779 Punkte geteilt durch den Wechselkurs zu Beginn (1,2475) ergeben rund 3029 „Euro-Punkte“ im S&P 500. Dasselbe Spiel erfolgt nun mit den aktuellen Werten und Wechselkursen (ca. 1,1122), ergibt rund 3575,61 „Euro-Punkte“ bzw. eine währungsbereinigte Performance von 18,03%. Zum S&P 500 zeigt sich also auf den ersten Blick eine signifikante underperformance, zum Eurostoxx aber eine klare outperformance.

Im ersten Halbjahr 2016 hat das Portfolio übrigens auch besser als der S&P abgeschnitten. Im Portfolio-Report für 2015 wurde nämlich eine zwischenzeitliche Performance für das Musterportfolio von 4,06% festgestellt, während für den S&P eine Performance von 16,15% zu Buche stand. Das Portfolio hatte somit im ersten Halbjahr 2016 trotz Berücksichtigung von Steuern und Gebühren eine Entwicklung von 4,44%, während der S&P ohne Steuerabzug auf weniger als 2% kommt. Interessant ist in diesem Zusammenhang dass gerade das erste Halbjahr 2016 von größerer Volatilität und Unsicherheit gekennzeichnet war. Eine überdurchschnittliche Performance in solchen Phasen ist typisch für Aktienportfolios mit Fokus auf Value Investing.

Nun ein paar Worte zu den wichtigsten Wetten im Portfolio:

International Business Machines (IBM)

Mit über 20 Prozent ist dieser Einzeltitel die mit Abstand am höchsten gewichtete Position im Bargain Portfolio. Die Prämissen der Investmentidee habe ich in der Rubrik IBM des Bargain Magazine wiederholt dargelegt und sie sind für mich nach wie vor unverändert aufrecht. Im bisherigen Jahresverlauf wurde das Engagement nicht mehr weiter ausgebaut. Innerhalb der nächsten Jahre sollten der Konzernumbau und insbesondere die üppigen Zukäufe der letzten Zeit Früchte tragen und zumindest das Schrumpfen des Umsatzes aufhören. Die Wall Street wartet zum größten Teil auf eine Änderung im Umsatztrend. Es ist nicht ausgeschlossen, dass schon ein bloßes Abstoppen des Umsatzrückganges bereits zu deutlichen Preissteigerungen bei der Aktie führt. Grundsätzlich ist das Management-Team rund um Ginni Rometty jetzt aber in einem Stadium angelangt, wo man bald vorzeigbare Ergebnisse in Form von besseren Zahlen liefern muss. Ansonsten wird man auch bei äußerst langfristig orientierten Investoren an Glaubwürdigkeit verlieren.

Öl

Wenn man alle ölverwandten Titel als eine Position sehen würde, wäre das Ölengagement nach wie vor einer der größten Bereiche des Portfolios. Zum Teil korreliert auch die Immofinanz aufgrund der starken Abhängigkeit vom russischen Rubel mit dem Ölpreis. Ähnliches gilt für den größten Neuzugang im Jahr 2016, nämlich den österreichischen Feuerwehrausstatter Rosenbauer International. Auch wenn ich mich hiermit vielleicht etwas weit aus dem Fenster lehne: es scheint derzeit doch eine gewisse Trendwende am Ölmarkt stattzufinden.

chart_öl_2015bis2016

Man sieht auf diesem Jahreschart die Entwicklung des Ölpreises (WTI). Ich habe im Februar 2016 einen Artikel verfasst, in dem ich die Ölproduktion in den USA näher untersucht habe. Die dort angenommenen Prämissen sind ebenfalls für mich unverändert aufrecht. Ein Teil davon scheint mittlerweile auch vom Ölmarkt und vom Ölpreis antizipiert zu werden. Man rechnet zumindest mit einem moderaten Rückgang der Produktion in den USA und einem graduellen Abbau der überschüssigen Reserven.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist der Folgende: Unter Berücksichtigung sämtlicher Dividenden und des teilweisen Verkaufs der BP-Position im Jänner 2016 ist die Wertentwicklung der Ölwette insgesamt nun im neutralen Bereich. Soll heißen: abgesehen von Opportunitätskosten bisher nichts gewonnen und nichts verloren. Und das, obwohl der Preis des zugrundeliegenden Rohstoffes sich halbiert hat. Ich will nichts schön reden. In dem zuvor zitierten Artikel über die US-Ölproduktion habe ich bereits angemerkt, dass der erste Einstieg in die Ölwette aller Wahrscheinlichkeit nach zu früh stattgefunden hat. Angesichts der Tatsache, dass der Ölpreis langfristig gesehen noch Luft nach oben hat, schaut es aber so aus, dass abgesehen von dem intellektuellen Gewinn durch den enormen Lerneffekt auch monetär etwas bleiben könnte.

Rosenbauer International

Mit Beginn im Jänner 2016 wurde diese Position aufgebaut. Der erste Einstieg erfolgte bei 63,3 Euro je Stück. Auf dem Weg nach unten gab es weitere Zukäufe und Rosenbauer ist mittlerweile nach Apache und IBM mit fast 7% die drittgrößte Position im Portfolio. Die Gründe für den Kauf finden sich in den Analysen, die ich in der Vergangenheit zu diesem Unternehmen veröffentlicht habe. Ich gehe davon aus, dass die von Mr. Market antizipierten Probleme vorübergehender Natur sind und innerhalb der nächsten Jahre behoben werden können. Es gibt Verzögerungen bei der Auslieferung und temporäre Effizienzverminderungen wegen Produktionsverlagerungen in ein neues Werk. Außerdem lasten die Investitionen in Saudi Arabien auf dem Kurs. Länder die stark am Ölpreis hängen werden ja noch immer als nicht besonders „sexy“ angesehen und Unternehmen, die sich dort engagieren, bekommen das auch zu spüren. Ich freue mich jedenfalls, Teilhaber an einem unangefochtenen Weltmarktführer im mehrheitlichen Familienbesitz zu sein.

Sonstiges

Ganz besonders fiebere ich einer neuen Erfahrung entgegen. Bei der im Februar 2016 erworbenen österreichischen WP AG habe ich meine Anteile vor dem Delisting nicht verkauft. Somit bin ich erstmals in meiner Investorenkarriere Miteigentümer eines nicht börsenotierten Unternehmens. Derzeit wird entsprechend den österreichischen Rechtsvorschriften die Umstellung von Inhaber- auf Namensaktien vorbereitet. Hierzu ist es erforderlich, sich nach dem entsprechenden Beschluss der Hauptversammlung in ein Aktionärsverzeichnis eintragen zu lassen, um die Eigentümerrechte gegenüber der Gesellschaft ausüben zu können. Soweit rechtlich nichts dagegen spricht und auch meine eigenen Interessen dadurch nicht beeinträchtigt sein könnten, werde ich hier von Zeit zu Zeit Erfahrungsberichte veröffentlichen. Ein angenehmer Nebeneffekt ist mir aber schon klar geworden: es hat durchaus seine Vorteile, wenn es keinen Kurszettel gibt, auf den man regelmäßig zu schauen verleitet wird.

Die Cashquote im Portfolio liegt derzeit bei knapp 15% und ermöglicht da und dort Zukäufe, falls sich die Volatilität infolge der momentanen politischen Unsicherheit in Europa noch weiter erhöht.

Zum Abschluss dieses Portfolio-Reports möchte ich allen Leserinnen und Lesern vor allem dafür danken, dass Ihr Eure kostbare Zeit unter anderem meinen hier niedergeschriebenen Gedanken widmet und mir Euer Feedback dazu gebt. Das ist von unschätzbarem Wert. Außerdem wünsche ich Euch allen eine gesunde zweite Jahreshälfte.

Meine Einkaufsliste nach dem englischen „Unabhängigkeitstag“

In welcher Art und Weise der 23. und der 24. Juni 2016 in die Geschichte Europas und der westlichen Welt eingehen werden, kann natürlich noch niemand wissen. Es wird den Ereignissen aber zum allermindesten eine Randnotiz in den Geschichtsbüchern gewiss sein. Am vergangenen Donnerstag hat die britische Bevölkerung sich für einen Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union entschieden. Am Tag darauf hat die Börse verrückt gespielt. Der österreichische Leitindex ATX ist beispielsweise zu Handelsbeginn zweistellig eingebrochen. Am Ende des Handelstages blieb ein Minus von gut 7% im Index übrig, was in der Historie des Index immerhin für Platz 14 in der Liste der schlechtesten Tage gereicht hätte.

Ich will an dieser Stelle jetzt nicht groß darüber räsonieren, welche Folgen diese Entwicklung für die EU, für Europa insgesamt, für die weltweite Wirtschaft und dementsprechend für die Börsen kurz-, mittel- und langfristig haben wird. Ehrlich gesagt halte ich jene, die jetzt schon detaillierte Analysen zu diesem Thema bereit halten, für höchst unseriös. Manche Dinge sind einfach viel zu komplex, um auch nur irgendwie sinnvoll analysiert zu werden. Sind die Briten langfristig nun ohne EU besser oder schlechter dran? Das hängt unter anderem davon ab, wie die Austrittsverhandlungen laufen und welches Beziehungsgeflecht in weiterer Folge zwischen Großbritannien und der EU modelliert wird. Ob es nun einen Dominoeffekt geben wird, hängt wiederum genau davon ab, wie es den Briten in Zukunft außerhalb der EU ergehen wird. Diese Kausalkette ließe sich beliebig weiterführen. Es ließen sich Szenarien von Weltuntergang bis hin zu einer deutlichen Verbesserung der gesamteuropäischen Situation herbeidenken. Das Problem ist nur, dass man diese Szenarien überhaupt nicht in ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit gewichten kann. Und Szenarioanalysen ohne Gewichtung der Szenarien sind eben nicht viel wert. Insofern bringt es nicht viel, sein eigenes Hirnschmalz in zu großem Umfang diesen Überlegungen zu widmen.

Man sollte sich auf die wenigen Fakten konzentrieren. Ein solches Faktum ist, dass derzeit die Unsicherheit in den Finanzmärkten groß ist, bedingt dadurch, dass eben niemand weiß, was nun kommen wird. Ein weiteres Faktum ist, dass zumindest in der Vergangenheit der Kauf gut finanzierter, solider Unternehmen mit Produkten oder Dienstleistungen, die über gewisse Alleinstellungsmerkmale verfügen, in solchen Situationen allgemeiner Verunsicherung gute Renditen gebracht hat. Dementsprechend habe ich gestern folgende Positionen neu aufgebaut bzw. vergrößert:

  • Mayr-Melnhof zu rund 98 EUR je Stück
  • Rosenbauer International zu rund 51 EUR je Stück
  • Palfinger AG zu rund 25,5 EUR je Stück
  • SMT Scharf AG zu rund 10 EUR je Stück

Ich werde in den nächsten Tagen noch einen (längst überfälligen) Portfolio-Report verfassen, aus dem die aktuelle Entwicklung des Bargain-Musterportfolios hervorgeht. Im Zuge dessen wird auch die Portfolio-Sektion selbst um diese neuen bzw. ausgebauten Positionen erweitert.

Erstanalyse Maschinenfabrik Heid

Nach einer zweimonatigen Pause gibt es wieder Neues im Bargain Magazine. Der Grund für die längere Absenz ist, dass sich beruflich bei mir etwas verändert hat und ich deshalb deutlich weniger Zeit für das Verfassen von Artikeln zur Verfügung habe. Darum habe ich auch lange darüber nachgedacht, den Blog komplett einzustellen. Letztendlich scheint mir aber der Entschluss sinnvoller, weiter zu machen und lediglich die Frequenz der Artikel herunterzuschrauben. Letzteres wird aber deutlich ausfallen – schließlich wird der Großteil der verfügbaren Zeit für das Management meines privaten Portfolios notwendig sein. Es besteht aber die Zielsetzung, in einer gewissen Regelmäßigkeit neue Inhalte zu produzieren.

In den letzten zwei Monaten ist viel passiert, was man zum Gegenstand einer näheren Betrachtung machen könnte, weil es auch die im Bargain Magazine behandelten Themen tangiert. Als Beispiele seien folgende Sachverhalte genannt:

  • Der Ölpreis beginnt langsam, sich etwas zu erholen
  • IBM scheint weiterhin zu taumeln
  • Der österreichische Motorradzulieferer WP AG entwickelt sich operativ prächtig, geht aber von der Börse

Zur Maschinenfabrik Heid

Der heutige Artikel soll aber einen ersten Blick auf einen weiteren spannenden österreichischen Nebenwert eröffnen, nämlich auf die Maschinenfabrik Heid AG. Hinsichtlich dieses Unternehmens gelten ebenfalls die Warnhinweise, die ich auch schon zur UIAG oder zur WP AG formuliert habe. Ich habe diese Gesellschaft in meinem privaten Portfolio und bin deshalb nicht unbefangen. Macht Euch also selbst Euer Bild, insbesondere bei solch illiquiden Nebenwerten.

Zunächst ein paar Worte zur Geschichte des Unternehmens: Die Maschinenfabrik Heid ist eine Gesellschaft mit langer Tradition, gegründet im späten 19. Jahrhundert in Stockerau. Bereits 1901 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft und scheinbar schon bald danach die Notiz an einer Börse, denn vor kurzem wurde der Heid auf der Homepage der Wiener Börse zum 110-jährigen Börsejubiläum gratuliert. Seit einigen Jahren hat die Heid ihr Selbstbild aber deutlich gewandelt, ist man doch eher eine Beteiligungsgesellschaft unter der Beherrschung des Deutschen Industriellen Senator Günter Rothenberger, dessen Gesellschaften zusammen per Stand 2014 über 90% des Stammkapitals kontrollierten.

Die wesentlichen Assets der Maschinenfabrik Heid

Vor einigen Tagen ist der Einzelabschluss 2015 der Maschinenfabrik Heid erschienen und dessen Inhalt bildet die Basis für diesen Artikel. In der Bilanz, die übrigens eine Eigenkapitalquote von etwa 95% aufweist, befinden sich vor allem zwei wesentliche Positionen, einerseits Immobilienvermögen und andererseits Finanzbeteiligungen. Das Immobilienvermögen umfasst im Prinzip das Werksgelände (Grundstücke, Werks- und Bürogebäude) der Maschinenfabrik in Stockerau mit einer Gesamtfläche von 52655 qm. Davon sind etwas mehr als 16000 qm bebaut und 36000 qm unbebaut. Ein Blick auf den Anlagespiegel offenbart, dass der Buchwert der Grundstücke möglicherweise etwas vom derzeit realisierbaren Verkehrswert abweicht. Die Anschaffungskosten (bei Grundstücken gleich dem Buchwert) belaufen sich insgesamt auf knapp 30000 Euro, was einem Äquivalent von etwa 56 Cent pro Quadratmeter entspricht. Es sei dem Leser nahegelegt, Preise vergleichbarer Grundstücke in Stockerau im Internet zu recherchieren. Als Indiz für die deutlichen stillen Reserven im Grundvermögen ist auch die Anmerkung im Jahresabschluss, dass man 2015 einen aufschiebend bedingten Kaufvertrag über einen Teil dieser Grundflächen abgeschlossen hat, aus dem man sich im Jahr 2016 einen Gewinn von rund 1 Mio. EUR erwartet. Das entspricht derzeit einem Achtel des gesamten Marktwertes der Maschinenfabrik Heid. Auch wenn es unmöglich ist, einen genauen Wert festzumachen, wird es nicht verkehrt sein, behelfsmäßig „ein paar Mio. Euro“ für diese Position anzusetzen.

Die Finanzbeteiligungen umfassen folgende Posten:

  • 7,64% an der Diskus Werke AG
  • 2,13% an der DVS Technology GmbH
  • 10% an der WMS Sinsheim GmbH
  • 10% an der Heid Werkzeugmaschinen GmbH

Die Diskus Werke AG notiert ebenfalls an der Börse. Bei einer Marktkapitalisierung von etwa 120 Mio. EUR ergibt sich ein derzeitiger Marktwert des Aktienpaketes von ca. 9,2 MEUR. Man muss sich natürlich noch die operative Performance der Gesellschaft genauer ansehen und überlegen, ob der aktuelle Börsenwert gerechtfertigt ist. Im ersten Halbjahr 2015 hat diese Gesellschaft einen Gewinn von etwas mehr als 3 MEUR erwirtschaftet. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr wären das knapp 6 MEUR, was zeigt, dass die Bewertung zumindest nicht völlig aus der Luft gegriffen ist (wenngleich je nach Wachstumsaussichten vielleicht etwas sportlich).

Die DVS Technology GmbH hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Ergebnis von rund 11 Mio. Euro erwirtschaftet. Anteilig entfallen davon also rund 234 TEUR auf die Heid. Behelfsmäßig mit einem Multiple von 10 hochgerechnet ergäbe sich ein Wertansatz von etwa 2,34 MEUR.

Die WMS Sinsheim GmbH und die Heid Werkzeugmaschinen GmbH sind mit Jahresergebnissen von 196 TEUR und -3 TEUR vernachlässigbar, genauso wie die rund 22500 Anteile an dem PIA A3 Fonds.

Aufsummiert kommt man aber zumindest auf einen Verkehrswert des Eigenkapitals (nach Abzug der Gesamtverbindlichkeiten von ca. 0,56 MEUR von etwa 14 bis 15 MEUR, je nachdem welchen Wert man für das Immobilienvermögen ansetzt. Das entspräche einem inneren Wert je Aktie von 3,55 bis 3,8 EUR. Ein möglicher bevorstehender Trigger könnte zum Beispiel der bereits angesprochene Immobilienverkauf sein.

Von Zeit zu Zeit könnte man diesen Titel also beobachten, wenngleich noch einmal darauf hingewiesen sei, dass die Maschinenfabrik Heid ein äußerst illiquider Nebenwert ist, bei dem sehr heftige Kursschwankungen schon durch Handelsvolumina von weniger als 1000 Euro entstehen. Für größere Investoren ist das aber naturgemäß nichts, ebensowenig wie für Menschen, die grundlose Schwankungen von 30% bei einer Transaktion nicht mögen.