Das Musterportfolio von Bargain Investments

Disclaimer: Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass die hier aufgelisteten Unternehmen keine Handlungsempfehlung an die Leser darstellen. Dieses Musterportfolio deckt sich nur teilweise mit meinem Echtgeldportfolio, sowohl hinsichtlich der Gewichtung wie auch in Bezug auf die Zusammensetzung.

Erläuterungen zum Musterportfolio

In dieser Sektion wird zukünftig das Musterportfolio, welches ich bislang in den von mir eröffneten Threads im Börse Express geführt habe, weiter betrieben.

Ab 1.12.2014 läuft eine Performance-Rechnung für das Musterportfolio. Zu diesem Zweck habe ich die Excel-Tabelle, in der ich mein „richtiges“ Portfolio tracke, in einer prozentuellen Variante adaptiert, da ich absolute Positionsgrößen und Stückzahlen nicht veröffentlichen werde (diese beiden Größen sind ausgeblendet). Veränderungen des Portfoliowertes werden einerseits in Relation zum hinterlegten Referenzwert zum Ende November 2014 sowie zum Referenzwert des zuletzt abgelaufenen Investitionsjahres (Dezember bis November) dargestellt. So wird einerseits die Gesamtperformance und andererseits die Performance im laufenden Jahr ermittelt.

In der Transaktionshistorie werden alle Vorgänge zum Musterportfolio (Käufe, Verkäufe, Ausschüttungen, etc.) erfasst und ebenfalls in prozentueller Auswirkung verbucht. Um mir nicht selbst in die Tasche zu lügen, wird die Performance nach Steuern und Gebühren gemessen. Hinsichtlich der Steuer wird sowohl auf Ausschüttungen, wie auch auf Verkäufe – sofern nicht steuerbefreit oder aufgrund quellensteuerrechtlicher Aspekte mit einem anderen Steuersatz behaftet – grundsätzlich der nach österreichischem Recht geltende Steuersatz von 25% angewendet. Als Transaktionsgebühr wird pauschal ein Satz von 0,5% des investierten Volumens in Rechnung gestellt. Außerdem wird am Ende jedes Jahres eine Depotgebühr von 0,1% der Gesamtsumme abgezogen.

Als Benchmarks dienen jeweils die Total Return Versionen von Eurostoxx50 und S&P500. Um eine exakte Vergleichbarkeit zu gewährleisten, müssen am Ende des Vergleichszeitraumes jeweils die Werte des Portfolios abzüglich latenter Steuern und der Indizes nach Berücksichtigung einer einmaligen 25%igen KeSt auf den Zugewinn ermittelt werden. Sodann weiß man, was das aktive Musterportfolio nach Steuern und Gebühren erwirtschaftet hat und was man durch das passive Halten der Indizes nach Steuern bekommen hätte.

Mein selbsterklärtes Ziel mit dem Musterportfolio ist die Ermittlung eines nachvollziehbaren Track Records über mehrere Jahre, der zur Selbstreflexion herangezogen werden kann. Sollte nach Ablauf eines signifikanten Zeitfensters keine outperformance gegenüber den wichtigsten Indices für mich erkennbar sein, ist für mich der Gang in Richtung passiver Indexstrategie vorgezeichnet.

Titel Startkurs aktueller Kurs Gewichtung
IBM 131 166,50 19,18%
Apache 51 57,00 7,41%
Rosenbauer 63,3 53,00 6,11%
Mayr-Melnhof 83,9 105,00 5,36%
BP 5,32 5,77 5,29%
WP AG 14 18,78 4,73%
SBO AG 44,6 75,53 4,29%
Immofinanz 2,41 1,75 3,80%
Unternehmens Invest AG 21 22,60 3,42%
SMT Scharf 10 13,85 3,01%
Palfinger 25,5 32,00 2,79%
Karelia Tobacco 210 279,00 2,07%
OPAP 6,7 8,75 1,89%
Stelios Kanakis 1,9 2,42 1,75%
Athens Water 4,9 5,42 1,49%
Caltagirone Editore 0,86 0,80 1,38%
Metka 7,5 6,68 1,20%
Transocean 17,4 14,00 1,01%
Summe investiert 76,19%
Summe Cash 23,81%

Änderungshistorie 2017

Jänner 2017: Reduktion bei IBM, Verkauf OMV, Verkauf Kleemann Hellas

Zum aktuellsten Portfolio-Report

Zur Änderungshistorie der Jahre 2014 bis 2016

61 Kommentare Das Musterportfolio von Bargain Investments

  1. Gerald Steinbach

    Hallo Daniel,

    Bin mehr oder weniger zufällig auf deine HP gestoßen und finde diese toll aufgebaut, insbesondere deine Analysen zeigen von Fähigkeiten.
    Auffällig ist deine Öllastigkeit, derer ich eher skeptisch gegenüberstehe(positiv eher noch die BP). Besonders durch die fracking Story in den USA und durch Energiewandel mit fortschreitender Zeit, sehe ich ÖL/Gas eher auf den absteigenden Ast, die anderen Titel, insbesondere IBM, gefallen mir sehr gut. Werde auf deiner HP öfters vorbeischauen, klasse!
    lg
    Gerald

    Reply
    1. Daniel

      Hallo Gerald, danke für Deinen Kommentar!

      Ja, ich habe in der Tat eine sehr starke Ölgewichtung. Das hat mehrere Gründe.

      Der Offensichtlichste ist klarerweise die relativ günstige Bewertung quer durch die Branche, die meines Erachtens schon sehr viel der von Dir angesprochenen Grundstory widerspiegelt.

      Die momentanen Ölpreisverwerfungen haben zunächst logischerweise etwas Nervosität verursacht, nach einigem Nachdenken sehe ich das aber nicht (mehr) so eng:
      Erstens führt das sinkende Preislevel zu einer natürlichen Ausdünnung des Angebots. Stärker verschuldete Ölförderer (von denen es einige gibt) könnten pleite gehen. Ob deren Förderstätten übernommen und weitergeführt werden, ist fraglich.
      Zweitens befeuert ein kurzfristig niedrigerer Ölpreis die Weltwirtschaft und somit erst recht wieder die Nachfrage nach Öl.
      Drittens finde ich es nicht ausgeschlossen, dass diese Preise gerade die Auswirkung haben, dass der Energiewandel (der ja ohnehin eher in der westlichen Welt stattfindet, wo auch so nicht gerade mit Nachfragewachstum zu rechnen ist) hinausgezögert wird. Mancheiner wird sich bei sinkenden Ölpreisen die vorzeitige Stilllegung der Ölheizung genauso überdenken wie die Anschaffung eines kleineren Autos wegen Spritsparbedarf.

      Bei Transocean im Speziellen spekuliere ich ehrlich gesagt auch etwas auf einen typischen Schweinezyklus. Viele Bohrschiffe (die ohnehin schon teils abgeschrieben sind) werden aufgrund mangelnder Nachfrage stillgelegt. Sobald die Ölpreise und damit die Nachfrage nach Tiefseebohrungen wieder anzieht, müssten die Charterraten für Bohrinseln massiv steigen, weil das Angebot wegen der langen Baudauern für solche Dinger nicht wirklich nachkommt.

      Reply
        1. Daniel

          Bezogen auf meinen Einstandskurs sind wir jetzt bei ca. 28% Minus. Das ist eine Schwankung die mich nicht besonders vom Hocker reißt. Entscheidend ist eher, was ich über meine ursprüngliche Investmentthese denke.

          Da die Transocean vereinfacht gesagt eine gehebelte Wette auf den Ölpreis darstellt, steht und fällt diese Investmentidee zunächst mal mit meiner Einschätzung, wo ich die Ölpreise in den nächsten 4 oder 5 Jahren sehe. Ich kann nach wie vor nicht besonders viele Gründe dafür finden, warum der Ölpreis dauerhaft bzw. über viele Jahre so tief bleiben sollte.

          Außerdem wird zu beobachten sein, was das Management in puncto Kapitalallokation anstellt. Ich würde es sinnvoll finden, angesichts des noch deutlich positiven free cashflows die Dividende zu streichen und die Verschuldung etwas zu reduzieren (auch wenn die relativ langfristig strukturiert ist). Damit ist ein komfortables Aussitzen dieser Ölpreisvolatilität möglich und sobald die Ölpreise wieder anziehen, sollte der dann durch Stilllegungen entstandene Kapazitätsengpass zu stark steigenden Charterraten führen.

          Kurz zusammengefasst hängt es also von zwei Dingen ab: solange ich davon ausgehe, dass die Ölpreise nicht dauerhaft so tief bleiben und ich außerdem davon überzeugt bin, dass die Transocean finanziell stark genug ist um die schwierigeren Zeiten zu überleben, gibt es keinen Grund zu verkaufen.

        2. Daniel

          Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass ein Boom bei einem bestimmten Gut in ein sinkendes Preisniveau für dieses Gut hinein entsteht. Ein sinkender Verkaufspreis reduziert mittelfristig eher das Angebot.

        3. Joachim

          Die Deutsche Bank hatte im Oktober wo der ölpreis noch nicht ganz so tief war ein Kursziel von 16 ausgegeben. In US Dollar wohlgemerkt. Und sie scheinen echt damit Recht zu behalten. Grundsätzlich bin ich deiner Meinung, öl wird weiterhin relevant bleiben. Nur über den ölpreis scheinen unsere meinungen auseinender zu gehen. Ich finde einen Ölpreis ab 80 usdollar wird es kaum noch geben. Die range wird sich meiner Meinung nach in zukunft zwischen 50 und 80 Dollar bewegen.

        4. Daniel

          Zunächst: ich glaube, dass man Kursziele von der Deutschen Bank getrost als „non-event“ verbuchen kann.

          Ad Ölpreis: Es hängt zwar auch von der Quelle ab, die man liest, aber in den 50er und 60er Niederungen gibt es mit Sicherheit kaum mehr nennenswerte Ölfelder, die inklusive Transport, Lagerung, Verkaufskosten, Administration, etc. nachhaltig profitabel sind. All diese Nebenkosten sind in den letzten Jahren sicherlich nicht geringer geworden. Ich will es natürlich nicht ausschließen, dass der Ölpreis spekulationsbedingt eine Zeit lang auf dieses Level fällt, aber aus ökonomischer Sicht halte ich derartig niedrige Preise längerfristig für völlig unlogisch.

          Außerdem klaffen Angebot und Nachfrage meines Wissens nach nicht so stark auseinander (wenige Prozent), weshalb bereits geringfügige Fördermengenrückgänge bei gleichzeitig stabiler Nachfrage deutliche Preissteigerungen nach sich ziehen müssten.

        5. Joachim

          Ölproduktion wird nicht zurückgefahren => ölpreis fällt , die transocean ebenfalls, aktueller Kurs 18,7, anscheinend finden die ölstatten den ölpreis nicht allzu bedrohlich :)

        6. Daniel Koinegg

          Interessanter Link. Es mag schon sein, dass die bekannten Reserven an Umfang zugenommen haben. Was aber kostet es, diese Reserven aus dem Boden zu holen, darauf vergisst der Autor des Forumsbeitrages meines Erachtens. Viele dieser Ölfelder sind in Tiefseegebieten, die zu diesen Preisen mit hundert prozentiger Sicherheit nicht angezapft werden.

          Wie gesagt: es geht nicht nur darum, dass man die Nettoförderkosten abdeckt, sondern auch zukünftige Explorationskosten, Lagerung, Transport, Rückbau und Rekultivierung, Zinsen für das Fremdkapital, Ablösen für das Land der Anreiner, Schmiergelder und obendrein noch eine ordentliche Prämie für das Eigenkapital. Wenn das nicht verdient wird (und das tut es meiner Meinung nach bei diesen Preisen nicht), wird das Angebot wieder sinken.

          Wieviele Ölunternehmen haben in den letzten Quartalen wirklich fette Gewinne berichtet? Kaum eines… gleichzeitig sind aber die Capex deutlich gestiegen. Die müssen jetzt gekürzt werden und das führt eben zu einer Drosselung des Fördervolumens.

        7. Joachim

          Im Grunde genommen interessiert uns ja der Ölpreis nicht. Wichtig ist die Marge von effektiven Förderkosten zu Ölpreis. Du tust ja gerade so als wäre es positiv wenn die Förderkosten hoch sind. Als ÖlAktionär muß man jede Boomphase nützen um diese abzustoßen. Was schätzt du den Mindestpreis bei dem Transocean noch gewinnbringend wirtschaften kann?

        8. Daniel Koinegg

          Das kann man meiner Ansicht nach bei Transocean so pauschal nicht sagen. Letztendlich hängt es davon ab, wie viele Bohrschiffe sie (vorübergehend) zu welchen Kosten „auf Eis“ legen können, bevor sie Probleme mit der Schuldentilgung bzw. -bedienung haben. Außerdem spielt eine Rolle, was bei der Konkurrenz (z.B. bei Seadrill) passiert.

          Bei welchem Preis es Probleme gäbe, die nicht mehr lösbar sind, kann ich Dir nicht beantworten. Da die Transocean aber sehr viele Bohrschiffe hat, die zwar noch in Verwendung, aber schon abgeschrieben sind, bin ich der Meinung, dass sie noch einiges an Kapazität zurückfahren können, ohne dass sich die Finanzkennzahlen signifikant verschlechtern.

          PS: Natürlich interessiert mich, was mit dem Ölpreis per se passiert, weil seine Entwicklung dem gesamten Markt die zukünftige Richtung vorgibt. Was beziehst Du alles in „effektive Förderkosten“ ein? Ich kann hier keine allgemein gültige Definition finden und dementsprechend gehe ich davon aus, dass die „All-In-Kosten“ für die Förderung von Öl, inklusive aller Faktoren, die ich oben angesprochen habe, eher höher liegen, als das, was in den Medien derzeit kolportiert wird.

        9. Joachim

          http://www.godmode-trader.de/artikel/oel-der-unterschaetzte-boom-teil-2,3975338

          Interessant und auch nicht abwägig. Die Anlaufkosten waren hoch. Wenn es einmal läuft scheint man wirklich preiswert fördern zu können. Zumindest scheint es mir günstiger als Tiefseebohrungen. Die Reseveren scheinen auch üppig. Jetzt in öl investiert zu sein scheint mir riskant. Ich glaube du solltest deine Strategie überdenken. Ich habe es auch und werde derzeit nicht in Transocean investieren.

        10. Daniel Koinegg

          Gut ausgearbeiteter Artikel. Was mir nur nicht gefällt, ist erstens die Schätzung hinsichtlich der free cashflows, die angeblich in den nächsten Jahr positiv werden: hat der Autor diese hochkomplexen Berechnungen in Eigenregie schon um die seit kurzem deutlich niedrigeren Umsatzerlösmöglichkeiten wegen den unlängst heftig gesunkenen Preisen angepasst? Ich bezweifle das. Das bedeutet, dass meiner Meinung nach die Cashflow-Schätzung zu optimistisch ist und eher kein free cashflow nächstes oder übernächstes Jahr zustande kommt.

          Zweitens frage ich mich, ob die nicht – wie so manch ein Unternehmen – die Zinsen in den Finanzierungscashflow legen, damit es besser aussieht. Abgesehen davon muss Geld zur Schuldentilgung angespart werden – oder glauben die, dass sie ihre enormen Schuldenberge immer fremd refinanzieren können, wenn die Zinsen mal steigen? Und wie schon gesagt: auch die Eigner wollen etwas von diesem Geld haben, sonst investiert keiner mehr dort.

          Last but not least: Selbst die Saudis brauchen einen deutlich höheren Preis, um ihr Budget auszugleichen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die im vollen Wissen um die Tatsache, dass sie endliche Resourcen haben und danach völlig auf Tourismus und ihre Kriegskasse angewiesen sind, eben diese Kriegskasse jetzt völlig verballern.

          All das führt dazu, dass ich vorerst nichts unternehmen werde, wenngleich ich lügen müsste, wenn ich sagen würde, dass es mir Spaß macht, diese Entwicklungen mit anzuschauen.

          Ich werde dann reagieren, wenn ich der Meinung bin, dass eines „meiner“ Unternehmen in eine finanzielle Verfassung zu geraten scheint, die problematisch ist. Davon sind wir vorerst aber weit entfernt, selbst wenn ich jetzt mittlerweile damit rechne, dass beispielsweise Apache im Gesamtjahr deutliche Abschreibungen auf ihre Reserven vornehmen müssen.

        11. Daniel

          Bei der Transocean nicht, weil sie mir zu viele Schulden haben, um eine größere Position einzugehen.

          Bei der OMV, deren finanzielle Stabilität ich aufgrund der umfangreicheren Unterlagen und der Kenntnis des Unternehmens besser einschätzen kann, bin ich gerade am Überprüfen, ob die Zeit für einen Zukauf reif wäre, habe aber noch keine Entscheidung gefällt.

        12. Daniel

          Nein, die EK-Quoten konzernweit sind bei der OMV sogar niedriger als bei der Transocean. Aber ich weiß, dass die Aktienpakete an Petrom, Petrol Ofisi und Borealis, die die Holding OMV AG besitzt, schon deutlich mehr wert sind, als die Verbindlichkeiten ausmachen (verzinslich und nicht verzinslich). Diese Betrachtung kann ich bei Transocean nicht machen, von daher kann ich die finanzielle Stabilität bei der OMV besser einschätzen.

  2. Warren E. Buffet

    Dear Mr. Koinegg,

    I’ve read trough your Website and I’m impressed about your work. Just one fact: Mr. Thomas Barl has bought Transocean at 22,6 Euro. So i guess he’s much better than you!

    Yours sincerly

    Warren E. Buffet

    Reply
    1. Daniel

      Dear Mr. Barlfett!

      There is another fact, which you can derive by considering your posting: you can be sure that Mr. Koinegg is much smarter than Mr. Barl, because he knows how to spell BUFFETT, you know?

      Best regards,
      Daniel Koinegg

      PS: Hör auf zu spammen, sonst muss ich den Filter enger ziehen :-)

      Reply
  3. Gerald Steinbach

    ad Transocean) Seadrill hat vorläufig die Dividende einmal gestrichen, meiner Meinung nach wäre ein Aussetzen auch bei Transocean ein Thema, damit würde man etwas Druck ablassen von der Company,
    ad Ölpreis) Wenn man wirklich von einen Ölpreis von 50 bis 80 USD ausgeht, sollte man keine Ölaktien mehr besitzen, auch das fracking ist nur bis 70 USD Kostendeckend,.
    Richtungsweisend wird das OPEC treffen, bleibt spannend
    Lg
    Gerald

    Reply
    1. Daniel Koinegg

      Der Meinung, dass die Transocean die Dividende zugunsten der Schuldentilgung streichen sollte, bin ich auch. Man könnte innerhalb von zwei Jahren eine äußerst komfortable Finanzierungssituation herstellen.

      Ich erwarte mir von dem OPEC-Treffen noch nicht so viel, ehrlich gesagt wäre eine sofortige Förderkürzung eine (wenngleich positive) Überraschung. Es kann schon ein oder zwei Jahre dauern, dann ist der Markt aber von sich aus bereinigt. Man schaue sich mal die Bilanzen von Unternehmen wie Continental Res., Goodrich oder Sandrich an. Ich denke nicht, dass die länger als ein oder maximal zwei Jahre bei diesen Preisen überleben, alle ihre Schulden bedienen und gleichzeitig die Produktion noch ausweiten können. Das wäre aber notwendig, damit sich ein Szenario mit Ölpreisen von 50 bis 80 USD über einen Zeitraum von vier oder mehr Jahren wirklich ausgehen könnte.

      Reply
    1. Daniel

      Hallo Mario, vielen Dank für den Hinweis auf die INIT. Ich habe sie auf meine watchlist gesetzt und werde mich demnächst mal mit ihnen auseinandersetzen. Die Entwicklung der wichtigsten Geschäftskennzahlen sieht ja sehr vielversprechend aus und deutet zumindest auf den ersten Blick auf ein qualitativ hochwertiges Unternehmen hin.

      Reply
  4. Mario

    Hallo!

    Nachdem du die INIT als „Nischenprodukt“ hier relativ vorsichtig bewertet hast würde ich mich über eine Analyse der “ Fuchs Petrolub“ deinerseits sehr freuen.
    LG Mario

    Reply
  5. Daniel

    @Mario: ich hab` mir die Fuchs Petrolub schon mal angesehen, kann aber zu dem Unternehmen überhaupt nichts beitragen, was nicht ohnehin schon von Otte und Co in den einschlägigen Medien und Büchern publiziert wurde (gutes Unternehmen, economies of scale, usw).

    Reply
  6. yannick

    Hallo Daniel,
    auch wenn es eine kleinere Position ist, wollte ich einmal fragen weshalb du die Deutsche Balaton AG aufgenommen hast?

    Nach kurzer Recherche ist mir auf der Unternehmens-Website aufgefallen, dass sie zumindest was die Aktien an größeren Unternehmen angeht wirklich einen echten Griff ins Klo gemacht haben. Sowohl Ming le Sports als auch Ultrasonic sind chinesische Unternehmen an deutschen Börsen welche nicht ganz einwandfrei geführt wurden. Du könntest diesen wahrhaften Börsenkrimi bei Gelegenheit gerne googeln 😉

    Ich würde das Unternehmen lieber aus dem Portfolio nehmen da man bei dieser Wundertüte wirklich nicht weiß, was sich hinter den hunderten Beteiligungen an privaten Unternehmen verbirgt!

    Falls du dich dagegen entscheidest würde ich mich sehr über eine Darlegung deiner Gründe freuen. Es wäre ebenfalls schön wenn du meine Punkte hierbei berücksichtigen könntest.

    Viele Grüße

    Reply
    1. yannick

      Hallo nochmal,
      hab gerade gesehen das du ja sogar selbst einen Artikel über die Ultrasonic verfasst hast. Das macht mich doch gleich noch gespannter auf deine Antwort.

      Reply
  7. Daniel

    @Yannick:

    Der erste Grund, warum ich die Balaton halte, ist (surprise, surprise) die Tatsache, dass sie billig und extrem gut finanziert sind. Die kleinen privaten Beteiligungen bekommt man quasi gratis bzw. um einen Bruchteil des Buchwertes, wenn man die China-Beteiligungen mit Null ansetzt.

    Der zweite Grund ist, dass das Unternehmen – China-Aktien ausgeblendet – aktivistische Kompetenz und einen beeindruckenden langfristigen Track-Record hat. Außerdem tun sie mit den Aktienrückkäufen das Richtige.

    Der dritte Grund ist quasi genau weil sie sich möglicherweise mit den Chinaeinkäufen verbrannt haben, abgesehen davon, dass es noch zu früh ist, hier zu generalisieren und eine Schlussfolgerung zu ziehen. Entweder es ist doch nicht so schlimm mit den Chinesen, oder man hat ein Unternehmen, das grundsätzlich durch die aktivistische Kompetenz hochrentabel ist, und sich momentan in überwindbaren einmaligen Problemen befindet.

    Viertens sind sie die Mutter von Beta Systems, die ich auch halte. Falls sie bei Beta also irgendeine Delisting-Geschichte planen, profitiert die Balaton und ich bin dagegen teilweise abgesichert.

    Die Ultrasonic-Artikel sind nur zur Unterhaltung und zum Ausdruck meiner Verwunderung über die Sache mit dem verschwundenen Vorstand.

    Reply
  8. philipp

    hallo daniel

    gestern nach den QZ gab ja ein kursfeuerwerk bei apache, aber zum schluß hin wieder ins negative gerutscht. intraday (über 4%)

    wie sieht dein ausblick im momentanen umfeld aus?

    lg philipp

    Reply
  9. Daniel

    Philipp, ich kann keine Ausblicke geben. Weder weiß ich, wie sich der Ölpreis in der nächsten Zeit entwickelt, noch, wie die Aktie von Apache darauf reagiert.

    Was sich feststellen lässt, ist, dass die Finanzierungsstruktur von Apache die jüngsten zusätzlichen Abschreibungen verkraftet und die bereits erschlossenen Quellen genügend Cash erwirtschaften. Für den Fall, dass der Ölpreis wieder steigt, hat die Gesellschaft erhebliche stille Reserven, da das Öl der Felder, die jetzt abgeschrieben wurden, ja nicht verpufft ist.

    Außerdem hat das Management brav Aktien rückgekauft, was auch positiv ist.

    Reply
  10. Patently Absurd

    Hallo Daniel,

    haben deine Webseite gerade gefunden. Interessant, dass du IBM als stärkste Position aufgebaut hast. Zur Zeit hat die wohl (neben oder wegen Buffett) jeder Value Investor im Depot.

    Ich hoffe mal, dass Buffett bei seinem ersten Technologie-Titel seiner Karriere nicht völlig daneben liegt.

    Reply
    1. Daniel

      Hey, naja ich denke dass Buffett hier schon weiß was er tut. Ich hätte IBM aber unabhängig von ihm.

      Reply
  11. leimers

    hallo daniel,
    ich habe mir deine Beiträge durchgelesen und mich danach selbst etwas schlau gemacht. Besonders die Balaton AG hat es mir dabei angetan. Ich finde das Konzept an sich sehr interessant und überlege ebenfalls zu investieren. Allerdings schreckt mich zurzeit noch die Tatsache des geringen Volumens etwas ab und ich zweifle etwas an der „Seriosität“ des Unternehmens bzw. habe die Befürchtung an den Anteilen sitzen zu bleiben, da kein Interesse daran besteht. Hast du eine Erklärung warum dieser Titel so eine geringe Nachfrage hat?

    Danke

    Reply
  12. DerYatirimci

    Ich bin zufällig auf diese Seite aufmerksam geworden, und erstmal möchte ich mich bei allen bedanken, die hier aktiv ihren Beitrag leisten – das macht die Seite einzigartig!

    Du hattest Turkcell bis vor kurzem, warum hast Du verkauft?

    Türkische Aktien sind gerade super bewertet, und langfristig sogar extrem unterbewertet…..

    Reply
  13. Gerald Steinbach

    Hallo Daniel,

    Vor ziemlich genau einen Jahr hatte ich damals deine Kommentarfunktion „entjungfert“.
    War von deiner Öllastigkeit nicht besonders begeistert, mehr oder weniger hat sich dies bestätigt, bedingt durch die guten Dividenden kann man zufrieden sein.
    Eine Frage zur IBM, die du ja aufgestockt hattest und die ich mir auch stelle: Wie soll ein nachhaltiges Wachstum generiert werden, dies war ja auch schon das Problem der letzten 10 Jahre von IBM?
    Der Gewinn konnte, obwohl der Umsatz gesunken ist, ja gesteigert werden, aber längerfristig betrachtet müsste auch der Umsatz gesteigert werden, aber wie?

    Lg
    Gerald

    Reply
    1. Daniel Koinegg

      Hallo Gerald,

      ja bis dato hat sich die Öllastigkeit nicht ausgezahlt. Ein oder zwei Jahre sind aber noch zu kurz, um hier etwas zu ändern oder neu zu beurteilen, sofern sich die Grundannahmen nicht geändert haben.

      Auf Portfolioebene gesehen war es aber nicht das große Malheur, hat sich beispielsweise Do&Co als Unternehmen, das überproportional von niedrigen Ölpreisen profitiert, dafür umso besser entwickelt.

      Zu IBM: ich sehe das mit dem Umsatzwachstum etwas anders. Grundsätzlich kann auch ein Unternehmen, dessen Umsatz dauerhaft stagniert bzw. nur mit sehr, sehr geringen Raten wächst, ein sehr gutes Investment sein. Es hängt immer davon ab, welchen Preis man selbst dafür bezahlt, was mit dem überschüssigen Cashflow im Unternehmen gemacht wird und was man ins operative Geschäft reinvestieren muss. Konkret bei IBM ruht mein Investmentcase unter anderem auf den Lösungen für „cognitive computing“. Hier tut sich relativ viel und durch seine äußerst enge Verflechtung mit den Kunden, insbesondere im Bank- und Versicherungswesen, sehe ich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber vielen anderen Mitbewerbern.

      Reply
  14. Gerald Steinbach

    Danke für die rasche Antwort, Daniel!
    Watson sollte mittelfristig bis langfristig wirklich ein Katalysator sein, man wird sehen.

    In München entsteht übrigens ein neuer Headquarter für Watson,

    Reply
    1. Daniel

      Kein Problem, gerne.

      Ja, habe ich gelesen. Der Bedarf ist definitiv da für solche Lösungen. Buffett meinte in einem Interview auch mal, dass beispielsweise Geico schon extrem viel dafür ausgibt, dass sie Watson für sich einsatzfähig machen. Für so ein Unternehmen ist das Ding ja maßgeschneidert.

      Reply
  15. FX-Investing

    Im Grunde genommen ist es kein Geheimnis, dass man mit einer passiver Strategie besser fährt. Ein Trade alle zwei Jahre kann besser sein als wildes Herumklicken, zumal bei kleineren Konten Gebühren ‚reinschlagen.

    MfG,

    S.D.

    Reply
    1. Daniel

      „Ein Trade alle zwei Jahre kann besser sein als wildes Herumklicken, zumal bei kleineren Konten Gebühren ‚reinschlagen.“

      Wildes Herumklicken ist ohnehin keine Lösung, unabhängig von der Größe des Portfolios.

      Reply
    1. Daniel

      Warum spekulierst Du dann mit Derivaten auf einen steigenden Ölpreis?

      EDIT: by the way – was ist denn das für eine Seite, die Du da liest und zitierst?

      Reply
      1. Joachim

        Bitte vor dem Schreiben kurz überlegen :). Ich sprach von hohen Ölpreisen. Mein Kurs beim Öl liegt bei ca. 35USD. Dass ich die 50 für möglich halte sollte auf keinen Fall im Widerspruch zu meinem vorhergehenden Post stehen.

        Reply
        1. Daniel

          Du zerbrichst Dir ja auch nicht sonderlich den Kopf über die Artikel bzw. deren Quellen, die Du da postest, also wollte ich nicht päpstlicher sein als der Papst. :-)

          Mich würde aber wirklich brennend die ISIN von dem Schein interessieren, um den es da geht.

  16. Tom

    Hallo Daniel, lange nichts mehr von dir gelesen. Hat das einen Grund oder habe ich etwas verpasst? BG

    Reply
    1. Daniel Koinegg

      Hallo Tom,

      es hat sich beruflich etwas verändert bei mir. Darum habe ich in der letzten Zeit nichts geschrieben und ich weiß noch nicht, wie ich mit dem Blog weitermache.

      LG

      Reply
      1. Tom

        Das ist aber schade! Ich finde deine Artikel qualitativ sehr hochwertig und ich würde gern wieder mehr von dir lesen. Wünsche dir aber natürlich beruflich auch maximale Erfolge!

        Reply
        1. Malte

          da kann ich mich Tom nur anschließen!! Bin ebenfalls auf „Bargain magazine-Entzug“

  17. Gerald Steinbach

    Zu der Performance kann man nur Gratulieren, hat sich die Öllastigkeit doch noch ausgezahlt, die ich in meinen ersten post noch „“kritisiert““ habe, eigentlich alles richtig gemacht
    lg
    Gerald

    Reply
    1. Daniel Koinegg

      Hallo Gerald, danke für den Kommentar.

      Ich denke, dass es noch immer zu früh ist, etwas dazu zu sagen, ob sich nun die große Ölwette wirklich ausgezahlt hat oder nicht.

      Es war nur eine Momentaufnahme, als ich durch die starke Ölgewichtung hinterhergehinkt bin und jetzt gilt das selbe.

      Reply

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