Buchvorstellung „Die Value-Zauberformel“

In diesem Artikel geht es um das Werk „Die Value-Zauberformel – Eine Einführung in die erfolgreichste Anlagestrategie der Welt“ von Chris H. Browne, einem bekannten und leider mittlerweile (2009) verstorbenen Value Investor und Managing Partner in der legendären Broker- und Geldanlagegesellschaft Tweedy, Browne, Company, wo unter anderem auch Walter Schloss lange ein Büro gemietet hatte.

Das Buch setzt sich zum Ziel, die Philosophie des Value Investings in der Nussschale in möglichst einfachen Worten leicht verständlich zu erklären. Es werden einige fundamentale Konzepte sehr anschaulich verdeutlicht. Man solle Aktien so kaufen, wie die meisten Menschen auch Steaks im Supermarkt erwerben, nämlich dann, wenn sie im Angebot sind. Gewisse Basics, wie die Ansätze, Aktien in einer Vorauswahl nach einem niedrigen KGV oder einem niedrigen KBV zu selektieren, werden ebenfalls vorgestellt und teilweise mit Studien aus der Vergangenheit untermauert. Gleichzeitig wird richtigerweise betont, dass man nur durch quantitative Auswahl allein nicht erfolgreich sein wird und man stattdessen auch „weiche“ Faktoren wie beispielsweise regelmäßige Aktienrückkäufe, beständige Insider-Käufe und überhaupt die Kompetenz des Managements mit einbeziehen soll. Viele verschiedene qualitative Grundkonzepte werden – teilweise mit humoristischen Metaphern – erläutert. Browne äußert sich kritisch gegenüber „emerging markets“, gibt aber zu, dass eine globale Aktienauswahl sehr viel Flexibilität und zusätzliches Potenzial bietet.

Meines Erachtens gelingt es dem Autor sehr gut, das umzusetzen, was er sich vorgenommen hat, weshalb ich das Buch als absolutes Einsteigerbuch wärmstens weiterempfehlen kann. Das gilt auch unter der Prämisse, dass man möglicherweise die „klassische“ Basisliteratur von Graham und Konstorten noch gar nicht gelesen hat. Da verschiedene Kennzahlen erläutert und diverse „weiche“ Konzepte beleuchtet werden, eignet sich „Die Value-Zauberformel“ meines Erachtens aber auch für Fortgeschrittene zur kurzen und knackigen Wiederholung dessen, was sie bereits gelernt haben. Zu guter Letzt kann auch die deutsche Übersetzung löblich erwähnt werden. Sie gehört im Vergleich zu anderen vom englischen Original ins Deutsche übersetzten Werken eindeutig zu den besseren.

Zusätzliche verwendete Quellen:

https://en.wikipedia.org/wiki/Christopher_H._Browne (Profil von C.H. Browne)

https://en.wikipedia.org/wiki/Tweedy,_Browne (Profil von Tweedy Browne)

 

2 Kommentare Buchvorstellung „Die Value-Zauberformel“

  1. Michael C. Kissig

    Der Titel ist leider sehr reißerisch gewählt, jedenfalls bei der deutschen Übersetzung. Denn eine „Zauberformel“ präsentiert Chris H. Browne natürlich nicht, sondern vielmehr die Vorteile und Erfolgsaussichten des klassischen Value-Investment-Stils. Ich halte dieses Buch für Einsteiger ganz hervorragend geeignet, besser noch als Benjamin Grahams Standardwerk „The Intelligent Investor“ und kann nur empfehlen, sich dieses kurzweilige und lehrreiche Werk durchzulesen. Praktisch ist dabei auch, dass der Umfang recht überschaubar ist, weil es knackig und auf den Punkt formuliert ist und immer schnell zum Wesentlichen kommt.

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