Deutsche Balaton AG – Vorbemerkungen

Vorbemerkungen

Diesmal wird sich das bargain-Magazine auf einen völlig harmlosen Versuch einlassen, der möglicherweise für Leser wie auch für den Autor Vorteile birgt. Es wird die Analyse des nächsten Unternehmens, welches hier behandelt werden soll, auf mehrere Ausgaben gesplittet. Zunächst trägt dieser Versuch dem Umstand Rechnung, dass es irrsinnig schwer ist, potenzielle Analysekandidaten zu finden. Ernsthafte Kursrückgänge sind derzeit Mangelware, „der Markt“ wie er so schön betitelt wird, schwingt sich vielerorts von Höchststand zu Höchststand – und was noch schwerwiegender ist: es gibt einfach nicht so viele Unternehmen, die der Autor auch nur ansatzweise versteht. Eine Aufteilung ermöglicht zumindest den Versuch, sich noch genauer mit dem Unternehmen zu befassen. Das bringt für den Leser den Vorteil einer detaillierteren Analyse, und dem Autor jenen so sehnlich erwünschten Fokus. Meines Erachtens wäre es heuchlerisch, würde ich einerseits Detailliertheit vorgeben und andererseits wöchentlich verschiedene Unternehmen aus verschiedenen Branchen vorstellen.

Warum die Deutsche Balaton AG?

Es ist so, dass die Gesellschaft am 15.04.2014 ad hoc mitgeteilt hat, dass sich die Veröffentlichung ihres Konzernabschlusses für das Jahr 2013 aufgrund von Problemen bei Beteiligungsunternehmen verzögern wird. Meistens sind solche Meldungen ein Nährboden für signifikante Kursverluste – so auch im gegenständlichen Fall. Mit 28.04.2014 wurde ad hoc konkretisiert, dass die Verzögerung wahrscheinlich bis Ende Mai d.J. dauern wird. Grund genug dafür, sich dieses Unternehmen besonders genau anzusehen, denn bei andauernder Unsicherheit wie diesen kann es (wenn auch selten) schon mal passieren, dass der Kurs deutlich unter den fair value geprügelt wird.

Kurzüberblick über das Unternehmen

Zur Analyse einleitend einige allgemeine Worte zum Unternehmen: Die Deutsche Balaton AG versteht sich selbst – nicht wie vielleicht der Firmenname vermuten ließe als Tourismusverband auf Mallorca – als Investmentspezialist für den Erwerb, die Verwaltung und gegebenenfalls die Veräußerung von Beteiligungen an börsenotierten und nicht börsenotierten Gesellschaften. Im Zuge dieses Geschäftes wurde innerhalb der letzten gut eineinhalb Jahrzehnte seit dem Börsegang ein wahres Geflecht an Töchtern erworben, das man sich als unbedarfter außenstehender Privatinvestor schon mal aufzeichnen muss, damit man es auch nur halbwegs überblicken kann. Diese Komplexität ist ein weiterer Grund, weshalb ich mir mehr Zeit nehmen möchte – im schlimmsten Fall lernt man etwas dazu.

Das Unternehmen gliedert sein operatives Geschäft in verschiedene Segmente, nämlich wie dem Halbjahresbericht 2013 zu entnehmen ist in „Balaton“, „ABC/HDBH“, „Beta Systems AG“, „Cornerstone Capital“, „Fidelitas“, „Stratec“ und völlig überraschend „Sonstiges“.

Ein erster Blick auf diverse Kennzahlen offenbart, dass man zumindest in der Vergangenheit immer eine solide Eigenkapitalquote aufwies. Außerdem ist es dem Management offenbar gelungen, das Aktionärseigenkapital ordentlich zu steigern: von ca. 76 MEUR zum Ende des GJ 2004 bis auf 208 MEUR (nach Abzug von Minderheiten) zum Halbjahr 2013. Die Anzahl der Aktien wurde im selben Zeitraum von 14 Mio. Stück auf knapp über 11 Mio. Stück (unter Berücksichtigung derzeit gehaltener eigener Aktien) reduziert. Trotzdem wird das Unternehmen derzeit deutlich unter Buchwert gehandelt. All das sind Indizien, die einen Value Investor veranlassen, genauer hinzusehen.

Roadmap für den Analysevorgang

Innerhalb der nächsten zwei Wochen möchte ich versuchen, einen ersten tieferen Einblick in die bisherigen Vorgänge im Unternehmen zu erhalten. Diese Gedanken und Erörterungen werden zusammengetragen und in einem „Volume I“ im bargain-Magazine als neuer Beitrag veröffentlicht.

Jedenfalls sollte die Analyse in Volume I folgende Bereiche umfassen:

  • Finanzielle Stabilität zum Halbjahr 2013
  • Allgemeine Anmerkungen zum Geschäftsmodell
  • Überlegungen zu möglichen Wettbewerbsvorteilen
  • Verschiedene „Sonstige“ Aspekte

Sobald der Abschluss für das Gesamtjahr 2013 vorliegt, werde ich mich daran machen, den ersten Teil der Analyse um einige Punkte zu ergänzen:

  • Ergänzung zur Finanziellen Stabilität mit Jahresende 2013
  • Bewertung der Assets zum Stichtag
  • weitere „Sonstige“ Aspekte
  • Versuch der Einschätzung eines Unternehmenswertes

Diese neuen Erkenntnisse werden aufbauend auf die Elemente in Volume I in ein Volume II gegossen. Sollten sich aus den „Problemen“, mit denen sich die Gesellschaft derzeit beschäftigt, später noch weitere diskussionswürdige Aspekte ergeben, werden diese hier ebenfalls erörtert.