Gastartikel: Firstextile und das Sentiment deutscher China-Werte

Vorbemerkungen von Daniel Koinegg: Heute gibt es auf Bargain wieder einmal einen äußerst lesenswerten Gastartikel. Der Autor heißt Richard R., und er hat bereits in der Vergangenheit – beispielsweise hier bei Stefan Mohrs Simple Value Investing – erstklassige Beiträge verfasst, weshalb wir sehr dankbar sind, dass er auch unsere Plattform mit seinen Gedanken bereichert.

In den letzten Wochen habe ich in die an der deutschen Börse notierten China-Aktien Firstextile Ag investiert. Firstextile ist ein Textilhersteller und produziert in der Nähe von Schanghai hochwertige Garne und Stoffe. Beauftragte Subunternehmen schneidern aus einem Teil der Produktion Hemden, die in China unter der Marke „Firstextile“ vertrieben werden. Der Vertrieb über einen eigenen Einzelhandel wurde zuletzt aufgegeben.

Ich muss gleich vorwegnehmen, dass man ein Unternehmen wie Firstextile unmöglich ausreichend in einem einzigen Post behandeln kann. Ich werde mich auf ein Thema fokussieren. So behandle ich hier nicht die Frage, warum es sich bei Firstextile nicht um Betrug handelt. Ebenfalls unbeachtet bleiben die Unternehmenszahlen und die Bewertung, die jeder Interessierte leicht recherchieren und überschlagsmäßig selbst durchführen kann. Ich werde mich stattdessen auf den zur Zeit meiner Meinung nach wichtigsten Aspekt konzentrieren – das Sentiment. Unter Sentiment verstehe ich emotionalen Stimmungen, Gefühle, Sympathien und Antipathien des Markts in Bezug auf einen Titel oder eine Gruppe von Unternehmen, losgelöst von fundamentalen Betrachtungen.

Das Sentiment der deutschen China-Werte ist vernichtend

Die „China-Buden“ sind Betrug. Das sind alles Verbrecher, die nur unser „stupid german money“ einsammeln und dann auf Nimmer-Wiedersehen verschwinden. Ultrasonic, King Hero, Youbisheng, Asian Bamboo, Ming le Sport, Fast Casualwear und so weiter. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Wie vielen Betrügern müsst ihr denn noch auf den Leim gehen, um es endlich zu kapieren? China-Aktien kaufen? Wie dumm kann man eigentlich sein!

Wer in bekannten deutschsprachigen Aktienforen wie Wallstreet Online oder Ariva liest, wird lange suchen müssen, um positive Kommentare über China-Werte zu finden. Ganz im Gegenteil. Die Urteile sind vernichtend, emotional, aggressiv und vermischt mit einer ordentlichen Portion Häme. Es zeigt sich geradezu ein Hass auf alles, was mit den deutschen China-Werten zu tun hat. Und man muss sagen: Völlig zurecht!

Viele Investoren haben Geld verloren. Die Firmen kommen gewollt oder ungewollt ihren Berichtspflichten nicht nach und fliegen reihenweise von der Börse. Die deutsche Börse versucht nun auch systematisch jede Möglichkeit zu nutzen, um die Firmen zu delisten, zuletzt die Ming le Sports Ag. Die chinesischen Firmengründer und CEOs verhalten sich unverantwortlich und die Deutschen in den Aufsichtsräte treten zurück, um sich noch einen Rest an Reputation zu erhalten. Es wundert daher nicht, dass das Sentiment desaströs negativ ist. Selbst Medien wie die fragwürdige Website Chinageflüster, die den kleinen Hype um die China-Titel nach Kräften befördert hat, kommt inzwischen reumütig zu dem Schluss: „Wir haben uns geirrt.“

Aktienrückkauf von Firstextile und SMT Scharf

Das negative Sentiment lässt sich nicht nur in den Foren und Webseiten ablesen sondern auch direkt an den Anteilspreisen. Ich möchte hierzu Firstextile mit einer anderen deutschen Firma vergleichen, die ich hin und wieder beobachte, der SMT Scharf Ag. Beide Unternehmen haben eine vergleichbare Marktkapitalisierung. Beide haben ansonsten nicht viel gemeinsam außer, dass sie beide kürzlich ein freiwilliges öffentliches Aktienrückkaufangebot beschlossen haben.

SMT Scharf verkündete am 3. März 2015 ein Rückkaufangebot von bis zu maximal 3,6 Prozent der Gesamtanteile zu einem Preis von15€ je Aktie. Nach meiner Ansicht ein überteuerter Preis. Der Kurs sprang daraufhin kurzzeitig auf über16€ je Aktie. Am 6. Februar 2015 gab Firstextile ein öffentliches Rückkaufangebot von bis zu maximal 3 Prozent der Gesamtanteile zu einem Preis von 8€ je Aktie bekannt. Anstatt zu steigen fiel der Kurs in den folgenden Tagen auf 6,50€ und notiert bis heute mit einem deutlichen Abschlag von mehreren Prozent zum gebotenen Ankaufspreis von 8€. Was ist der Grund für den scheinbar irrationale Abschlag?

In unterschiedlichen Medien wurde angemerkt, dass das Angebot begrenzt ist und man sich deshalb nicht sicher sein könne, alle seine Anteile an Firstextile verkaufen zu können. Womöglich würde man nur teilweise berücksichtigt und müsse den Rest zu Marktpreisen verkaufen. Aha! Da haben wir es. Das soll nun also der Grund für den derzeitigen deutlichen Abschlag zum Angebotspreis sein? Merkwürdig, diese Sorgen macht man sich auf Seiten von SMT Scharf gar nicht.

Wer verkauft Anteile an Firstextile? Großaktionäre oder Kleinaktionäre? Für die zwei Firstextile-Großaktionäre neben Firmengründer Yang macht es keinen Sinn auf ein Angebot einzugehen, dass ihr jeweiliges Paket nur reduziert aber nicht komplett auflöst. Selbst nach einer Reduktion von im besten Fall drei Prozent könnten sie ihr jeweils verbliebenes Paket nur schwer oder gar nicht über die Börse loswerden und blieben darauf sitzen. Wollten sie tatsächlich verkaufen, müssten sie so oder so einen anderen Großinvestor finden. Dann doch besser das Paket als Ganzes behalten, um den Verkaufspreis selbst aushandeln und vielleicht auch noch möglichen Einfluss auf das Unternehmen ausüben zu können. Mal abgesehen davon sollte man sich auch mal ernsthaft fragen, ob es denn aus Sicht eines Großaktionärs, der sich ja immerhin einmal langfristig und relativ fest an Firstextile gebunden hat, überhaupt Sinn macht, zu einem KGV von 3 zu verkaufen. Da wäre er doch am besten erst gar nicht eingestiegen!

Die Anteile für den Aktienrückkauf können nur aus dem Streubesitz, also von den Kleinaktionären, kommen. Der Streubesitz beträgt gerade mal 10 Prozent. Fast jede dritte Aktie im Streubesitz müsste also auf das Angebot hin eingereicht werden, damit das kolportierte Angst-Szenario eintritt und Verkaufswillige beim Ankauf eben nur teilweise berücksichtigt werden. Eine solch hohe Quote ist nun wirklich sehr unwahrscheinlich – vor allem bei der derzeitigen Bewertung. Aus diesem Grund kann man sicher behaupten, dass der Firstextile-Aktienrückkauf ein totaler Reinfall werden wird. Es wird kaum Verkäufer geben. Bei all den aufgebauschten Angst-Szenarien, ob das Angebot ausreichen wird oder nicht, scheint niemand den naheliegensten Grund für den Rückkauf im Blick zu haben: Das Management hält die eigene Firma für unterbewertet!

Der Vergleich zwischen den zwei Unternehmen macht deutlich, wie tief das Misstrauen sitzt. Das merkwürdig konstruierte Argument vom begrenzten Angebot, das in gleicher Weise natürlich auf jedes öffentliche Aktienrückkaufangebot zutrifft, ist in Wahrheit nur vorgeschoben. Es ist die blanke Angst, die hier regiert. Das negative Sentiment hat die ganze Gruppe der China-Werte fest im Griff und nimmt alle mehr oder minder gleichermaßen in Sippenhaft. Wer sich nicht mit solchen widersprüchlichen Scheinargumenten selbst etwas vormachen will, der sollte ein einfaches und ehrliches Urteil fällen: China-Aktien sind Betrug und ein solches Angebot muss eine Falle sein. Und damit ist das Thema beendet.

Firstextile wird wachsen

China ist der größte Wachstumsmarkt der Erde. Und China ist gerade dabei, sich von der „Werkbank“ der Welt in einem Konsummarkt zu wandeln. Ob das gelingen wird, kann man noch nicht abschließend sagen. Aber die Tendenzen sind unverkennbar. Millionen Chinesen werden jedes Jahr statistisch gesehen Teil der Mittelschicht – mit all den guten und schlechten Konsequenzen, die sich daraus ergeben.

Firstextile produziert seit einigen Jahren an den Kapazitätsgrenzen, so dass man Aufträge teilweise ablehnen oder an befreundete Unternehmen abgeben musste. Diesen unbefriedigenden Zustand möchte Firmengründer Yang mit der Verdoppelung der Produktionskapazitäten begegnen. Der Börsengang in Deutschland 2012 diente u.a. genau dazu, Kapital für eine Produktionserweiterung aufzunehmen. In diesem Jahr soll die neue Fabrik nun schließlich fertiggestellt, die Maschinen angeliefert und montiert, die neuen Arbeiter angelernt und schlussendlich die Produktion begonnen werden. Das hatte man allerdings schon für 2014 angekündigt und es wurde dann doch verschoben.

Kein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil

Zuerst habe ich Firstextile keine große Beachtung geschenkt, weil ich es als schlechtes Commodity-Business betrachtet habe. Man denkt sofort an das Textilunternehmen Berkshire Hathaway, das Warren Buffett und Charles Munger immer wieder als ihr schlechteste Investment überhaupt bezeichnet haben. Es gibt weder Preissetzungsmacht noch Markteintrittsbarrieren.

Die Sache liegt bei Firstextile hingegen leicht anders. Firstextile produziert hochwertige garngefärbte Textilien, also keine Massenware des unteren und mittleren Preissegments. Ein „Firstextile“-Hemd kostete in der Vergangenheit etwa 750 Yuan bzw. 84 €. Das sind Preise, die ich mir als vergleichsweise wohlhabender Europäer persönlich nicht unbedingt leisten muss. Für den normalen Chinesen aus der Mittelschicht sind solche Preise schlicht utopisch. Es geht hier also, zumindest was die Hemden betrifft, um einen exquisiten Luxusmarkt innerhalb Chinas. Die Produktion dieser hochqualitativen garngefärbten Textilien bedarf im Vergleich zu Textilien mittlerer Qualität eines hohen Maßes an KnowHow. Firstextile scheint die kritische Größe zu haben, um Innovationen in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und höchste Qualität in der Produktion gewährleisten zu können. Firmengründer und Vorstand Yang ist Ingenieur für Textilmaschinenbau, was mir persönlich schon einmal sympathisch ist. Der Bedarf an Forschung und KnowHow innerhalb dieses High-End-Markts wird unabhängig auch vom chinesischen Wettbewerber Luthai in seinen Geschäftsberichten betont.

Ich bin nun nicht der Meinung, dass es sich hierbei um eine nachhaltige Wettbewerbsbarriere handelt. Es ist eher eine mittelgroße Hürde, über die ein potentieller Wettbewerber springen müsste. Aber immerhin! Und deshalb kann ich mir natürlich vorstellen, dass die traumhaften Ebit-Margen von über 18 Prozent in Zukunft fallen werden.

Fazit

Wir sind leider nicht im Jahr 2008, als die Märkte kollabierten und das Sentiment in Bezug auf Aktien am schlechtesten war. Man hat damals den Weltuntergang vorausgesagt oder zumindest eine lange und schwere wirtschaftliche Depression. Es kam bekanntlich anders. Heute spielt sich der Weltuntergang nur noch in einzelnen ausgesuchten Branchen und Segmenten wie dem Bergbau oder eben den China-Werten ab.

Ein genereller Pessimismus und Pauschalurteile, die solche Investitionsmöglichkeiten kategorisch ausschließen, sind nicht rational und basieren auf Emotionen. Gleiches gilt für widersprüchlich konstruierte Gegenargumente, die Rationalität nur vortäuschen wollen. Hinter ihnen versteckt sich letztendlich blanke Angst. Angst ist kein guter Ratgeber und und macht blind für enorme Chancen. Firstextile ist eine solche Chance.

58 Kommentare Gastartikel: Firstextile und das Sentiment deutscher China-Werte

  1. Moritz Leonhardt

    Die Bewertung der Aktien mit operativer Tätigkeit in China ist pauschal bei im historischen Schnitt positiven KGVs von 1-3 eigentlich für die Katz; mit Moat oder ohne…
    Die Frage ist, ob das Management vertrauenswürdig ist wie du richtig erkannt hast. Ein Aktienrückkauf ist (oder besser sollte?) hierbei auf alle Fälle für die Rückgewinnung des Vertrauens der Anleger ein erster Schritt sein.

    Ich habe mich von deinem Artikel inspirieren lassen und den CFO von Haikui Seafood per E-Mail nach ähnlichen Schritten gefragt, ich warte gespannt auf eine Antwort. Dieser scheint die Lage der Deutsch-Chinesen ähnlich zu bewerten:
    http://app.handelsblatt.com/finanzen/aktien/ultrasonic-regeln-alleine-duerften-das-problem-nicht-loesen/10759852-6.html

    Sowohl Firstextile als auch Haikui hätten laut Geschäftsberichten und Bilanzen genug Cash um größere Aktienrückkäufe durchzuführen.
    Alles sehr spannend :-)

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    1. Richard ak

      Danke für den Link. Die Ultrasonic-Geschichte war schon ziemlich spektakulär und wurde sogar auf der Frontwebsite der BBC vermeldet.

      Es geht um Vertrauen. Das ist der eigentliche Punkt. Das konnte ich im Artikel aus platzgründen nicht ausführen. Und das muss jeder für sich selbst entscheiden. Im Fall Firstextile gibt es, denke ich, gute Gründe, warum Yang nicht mit der Kasse durchbrennen wird oder überhaupt kann.

      Dass das Geschäftsmodell bei den Preisen total unwichtig ist, finde ich nicht. Ohne dass ich z.B. den Fall Ultrasonic vorhergesehen hätte, hätte und habe ich nicht in einen der vielen Schuhhersteller investiert. Man konnte schon im letzten Jahr beobachten, dass die Margen sinken. Wer ein bisschen googlet, findet üble Nachrichten zum Zustand der Schuhbranche in China.

      Haikui soll ja nun eine sehr offene IR haben, wie ich gelesen habe. Habe ich mir aber noch nicht so intensiv angeschaut.
      Grüße

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  2. Tom

    Hallo Richard, ein schöner Artikel – vielen Dank dafür! Kannst du erläutern warum Herr Yang nicht mit der Kasse durchbrennen wird und warum Firstextile nicht die nächste China-Pleite-Story wird. Danke im Voraus. Gruß, Tom

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    1. Richard ak

      Ich wollte gerade anfangen zu schreiben und merke, dass das ein ganzer Post werden würde.:-)
      Also, es gibt nicht nur einen einfachen Grund. Der wichtigste ist sicherlich, dass Yang über 70 Prozent der Firma hält und dass die Assets der Firma hauptsächlich harte Asssets sind. Daraus lässt sich schon einiges ableiten. Auch sollte man sich anschauen, wie der Vorstand strukturiert ist im Vergleich zu anderen China-Werten. Das sind mehr softe Faktoren.

      Das wichtigste Risiko ist für mich eigentlich nicht, dass der Vorstand mit Geld abhaut. Das ist so weit mir bekannt ohnehin nur einmal passiert (King Hero). Riskant ist eher, dass der Vorstandsvorsitzende das Geld der Firma für eigene Dinge „borgt“ oder dass er mit der dt. Holding nichts mehr zu tun haben will.

      Also, den einen Grund gibt es nicht. Man muss sich selbst überlegen, ob man demjenigen vertrauen kann. Deshalb halte ich auch nichts davon, breit über China-Werte „zu streuen“ wie es in manchen Wikifolios gemacht wurde. Investieren heißt, dass man sich mit seinem Investment identifiziert.

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  3. Alex

    Ich will hierzu anmerken, dass ich noch nie in einen deutsch-Chinesen investiert habe (und das auch nicht vor hab).

    In wie weit soll das absichernd wirken dass ein Hr. Yang über 70% hält?
    Hatten die anderen China-Böller nicht auch „vertrauenserweckende“ Holder; sogar BNP und KPMG waren dabei wenn ich mich nicht täusche… wenn die dabei sind kann ja nichts schiefgehen, oder?

    Berkshire hatte übrigens auch hochqualitative Stoffe, trotzdem war es eine Massenwahre lt WB… Ist es wirklich glaubhaft, dass Chienesen 84€ für ein Hemd ausgeben?

    Kommt für mich auf den „Too hard Pile“

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    1. Richard ak

      Hallo Alex,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Dein Kommentar ist wahrscheinlich unfreiwillig ein wunderbarer Beleg für meine These:

      Alles, was nur im geringsten mit den China-Werte zu tun hat, ist emotional extrem aufgeladen, wobei es sich teilt in die Angst-Fraktion und die Hass-Fraktion. Du gehörst offensichtlich zur letzteren und nach allem was bei den China-Werten gelaufen ist, habe ich dafür vollstes Verständnis. (Allein das Wort „China-Böller“ finde ich richtig klasse und habe es mindestens zehn Mal in den Foren gelesen. Das sollte das neue Wort des Jahres werden.)

      Nur, bei all den Emotionen – und das habe ich versucht im Artikel darzulegen: Das ist nicht rational!

      Zu Berkshire: Berkshire war ein Low-End-Textilhersteller, der sicher keine garngefärbten Stoffe hergestellt hat. Nachzulesen z.B. hier http://www.grahamanddoddsville.net/wordpress/Files/Gurus/Charlie%20Munger/Charlie%20Munger%20_%20Art%20of%20Stock%20Picking.pdf

      Etwas schnell mal zu behaupten ist einfach: Referenz raussuchen dagegen leider zeitaufwendig. Bleib uns und mir gewogen
      Grüße Richard

      Reply
  4. Alex

    Hi,

    da steht es, Charlie sagt „Low-End-Textilhersteller“ und dann stimmt es auch so wie du gesagt hast. Sorry.
    Kann mich an einen Ausschnitt in der Buffett Bio erinnern indem in ein Berkshire-Kunde von der Qualität ihrer Stoffe vorschwärmt aber nicht bereit ist mehr dafür zu bezahlen.

    Ich hab mal gegoogelt was „garngefärbt“ genau heißt und habe Angebote bei Alibaba/Dawanda von 2 $ bis 7,5€ Meter gefunden. Ich weiß nicht wie viel m² für ein Hemd verschnitten werden, aber bis zu 84€ ist der weg noch weit.

    Ich bitte dich auch noch meine Aussage, dass ein Hauptaktionär in diesen Gefilden (China) nicht bedingt eine zusätzliche Sicherheit bringt zu kommentieren.

    Wünsche dir aber glück mit deinem Investment
    Alex

    Reply
  5. Alex

    Ich hab auf Alibaba.com, Jd.com, Amazon.de, Amazon.com, ebay.com, ebay.de „Firstextile“ in die Suche eingetippt und bei keinem einen Treffer.

    Aber ich willlllll doch unbedingt soooooo ein Hemd für 84€ !!!! Kannst du mir so eins besorgen?

    Schnell mal ne Aktie zu kaufen ist leicht, so ein Hemd zu besorgen dagegen zeitaufwendig. Bleib uns und mir gewogen
    Grüße Alex

    Reply
    1. Richard ak

      Tja Alex, ich habe dir doch schon einmal aushelfen müssen. Das werde ich bestimmt nicht noch ein Mal machen. :-)

      Also, wenn du beim Thema Mode unsicher bist und jetzt verzweifelt irgendetwas im Ausland bestellen musst, dann deutet das doch anscheind stark darauf hin, dass du keine Stil hast. Du solltest Hilfe suche. Vielleicht geht die Mama mal mit dir einkaufen. 😉

      Reply
  6. Alex

    Ich werd aus dem Geschäftsbericht der Yang GmbH & Co. KG (hält 76,35% lt. Ariva) nicht schlau… im Februar 2013 wurde die Bilanz für 2011 eingestellt…
    Die Einheit ist mit EUR angegeben (nicht TEUR oder Mio. Eur oder ähnlich)? Ist die Bilanzsumme nur 500€?
    Stammkapital wird mit 25.000€ angegeben. (Mindesteinlage für KG?)

    Bei ca. 70% von 80 Mio müsste doch da mehr stehen? Schaue ich bei der falschen Firma?

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  7. Richard ak

    An aller Leser:

    Ich schreibe euch noch einmal abschließend etwas zum Thema Hemd-Marke „Firstextile“, damit noch klarer wird, wie das Unternehmen mit den Hemden Geld verdient. Dann soll die Diskussion hier, für mich zumindest, erst einmal beendet sein.

    Also, ich denke, es ist einleuchtend, dass die großen europäischen Modelabel wie Hugo Boss, Armani, dunhill und wie sie alle heißen mit ihren Jahrzehnte langen Erfahrungen Modelabel zu führen, mit ihrem Kapital, mit ihren Ameen an Marketingfachleuten und ihrem gesamten strategischen Ansatz Asien aufzurollen eine ganz andere Professionalität mitbringen als ein relativ junger chinesischer Entrepreneur, der eine Textilfabrik aufbaut. Das Unternehmen Firstextile gibt es erste seit wenigen Jahren und, dass die Marke „Firstextile“ deshalb nicht in einer Liga mit z.B. einer europäischen Marke wie Boss spielen kann, ist eigentlich nur logisch. Wer etwas anderes erwartet, hat keinen Sinn für Realität.

    Wie werden die Hemden nun vertrieben? Abnehmer für die Hemden sind fast ausschließlich staatliche Organisationen und staatsnahe Konzerne. In chinesischen Bürokratien ist es offenbar üblich, dass insbesondere die höheren Mitarbeiter und Kader vom Unternehmen zu jährlichen Anlässen beschenkt werden. Nun will eine staatsnahe Organisation ihren Mitarbeiter keine Hemden ausländischer Marken schenken, sondern besteht nationalgesinnt auf „buy China“. Die chinesischen Wettbewerber wie Luthai produzieren an den kapazzitätsgrenzen hauptsächlich für den Export. Firstextile war in den vergangenen Jahren der einzige Premium-Hersteller, der exklusive Qualität anbieten konnte. Ob das so bleiben wird ? Keine Ahnung.

    Ich persönlich sehe das Thema Marke bei Firstextile ohnehin kritisch. Eine Fabrik zu betreiten und ein Modelabel zu führen sind zwei grundverschiedene Sachen, die eigentlich fast nichts miteinander zu tun haben. Und deshalb sehe den Verkauf von „Varpum“ positiv, weil man sich damit auf das, was man eigentlich gut kann, stärker fokussieren wird.

    Grüße an alle Leser

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  8. Alex

    Und Luthai lässt sich solche tollen Margen einfach so entgehen und verkauft lieber billig an die Ausländer? Oder zahlen die doch mehr?
    Was unterscheide Firsttextile AG eigentlich von einer Hugo Boss AG in Bezug auf „buy China” – eine Holding in Deutschland an die das Geld fließt (oder?) und eine Fabrik in China … wo ist der Unterschied?

    Ich bitte dich auch noch meine Aussage, dass ein Hauptaktionär in diesen Gefilden (China) nicht bedingt eine zusätzliche Sicherheit bringt zu kommentieren.

    Du sagts:
    „Berkshire war ein Low-End-Textilhersteller, der sicher keine garngefärbten Stoffe hergestellt hat. “

    Für mich klingt das mittlerweile lustig wie du Ihren technischen Fortschritt und „Moat“ anpreist wo es doch garngefärbte Stoffe bei IKEA für 5€/Meter gibt.
    http://www.ikea.com/de/de/catalog/categories/departments/living_room/14349/

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    1. Richard ak

      Und für mich bist du witzig. Es muss halt in jedem Forum einen Clown geben.

      Übrigens: Hast du die Mama inzwischen mal wegen eurer Einkäufe angerufen?

      Reply
  9. Alex

    Bist du eigentlich immer noch der Meinung dass es sich hier nichr um einfachste Massenwahre handelt?

    Ich bitte dich auch noch meine Aussage, dass ein Hauptaktionär in diesen Gefilden (China) nicht bedingt eine zusätzliche Sicherheit bringt zu kommentieren.

    Reply
  10. Richard ak

    Liebes Bargain-Team, wir haben es hier mit einem waschechten Troll zu tun (siehe Wikipedia) – Und er ist ein sehr geschickter und manipulativer noch dazu. Das liegt weder an bargain noch an mir sondern am Thema China-Werte (Ihr solltet euch mal die WO-Threads anschauen. Ich sage nur: Hochinteressant, wenn man sich Menschen und Störungen interessiert).

    Daniel, ich habe jetzt ein paar Tage zur Unterhaltung mit dem Troll gespielt. Aber es reicht jetzt. Würdest du bitte den Wahnsinn beenden! Danke.

    Reply
  11. Alex

    Ich habe hier Gegenargumente zu deiner High-End-Textilhersteller These gepostet, belegt mit Links … du bist nicht drauf eingegangen … jetzt bist du in einer psychologischen Abwehrhaltung und versuchst mich zu diskreditieren, nicht meine Argumente … Darum Frage ich nochmal: Bist du eigentlich immer noch der Meinung dass es sich hier nichr um einfachste Massenwahre handelt?

    Dazu aus Rolf Dobellis Buch:
    „Die Confirmation Bias ist der Vater aller Denkfehler-die Tendenz neue Informationen so zu Interpretieren, dass sie mit unseren bestehenden Theorien, Weltanschauungen und Überzeugungen kompatibel sind.“ … „Tatsachen hören nicht auf zu existieren, nur weil sie ignoriert werden.“

    Ich bitte dich auch noch meine Aussage, dass ein Hauptaktionär in diesen Gefilden (China) nicht bedingt eine zusätzliche Sicherheit bringt zu kommentieren.

    Reply
  12. Richard ak

    Daniel, ich habe noch ein paar Sachen vergessen, die ich dir schreiben wollte. Du hast doch die email vom Troll-Alex. Bevor er sich in die WO-Foren zurücktrollt, schick ihm doch meine persönliche Entschuldigung, falls ich ihn ungewollt gekränkt haben sollte.

    Es ist doch so, dass wir alle schnell mal etwas schreiben. Und wenn ich ihn „Clown“ genannt habe, dann habe ich das natürlich im Sinn all der positiven Assotiationen von Clowns gemeint. Weil er nicht widersprochen hat, scheint das doch ins Schwarze getroffen zu sein. Vielleicht ist auch die ganze Familie Clowns. Das würde auch erklären, warum er keine Ahnung von Hemden hat. Also, es ist nun wirklich nicht alles so gemeint gewesen. Entschuldigung! Schreib ihm noch einmal schöne Grüße. Bis bald.

    Reply
  13. Alex

    Das ist ja alles schön und gut, aber du kannst trotzdem diese zwei Fragen/Aussagen beantworten (geht ja schließlich um dein Geld):

    1.
    Bist du immer noch der Meinung dass es sich hier nichr um einfachste Massenwahre handelt?

    2.
    Ich bitte dich auch noch meine Aussage, dass ein Hauptaktionär in diesen Gefilden (China) nicht bedingt eine zusätzliche Sicherheit bringt zu kommentieren.

    Reply
  14. Tom

    Hallo Richard, ich finde du solltest mal mehr rational als emotional auf die Fragen von Alex antworten. Auch ich verstehe noch nicht warum ich Herrn Yang mein Geld anvertrauen sollte.

    Reply
  15. Alex

    Joyou hat sich gerade halbiert… der Chinaböller dem man noch am ehesten zugetraut hat, dass es tatsächlich ein Geschäftsmodel dahinter gibt.

    Reply
  16. Alex

    Ich muss meine Aussage bzgl. Joyou revidieren. Mittlerweile ist nur noch ein viertel vom Wert übrig.
    Und ich hab gedacht die Fa. Grohe die ca. 75% hällt hat ein Interesse daran dass sowas nicht passiert … so ein Ankerinvestor ist schon was tolles.

    Bei Firstextile scheint der Wert ja zu halten … es wurden heute immerhin 40 Stk. (sic!) dieser Aktie (insg. auf Xetra, Fra, Düs, Stu, Ber, LSE) gehandelt.
    Da scheint die Market Kap. von 80Mio ja auf solieden Füßen zu stehen!

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  17. Michael

    Ich würde von deutschen China Aktien komplett abraten. Ein Problem sind die Bilanzen – ob die Zahlen wirklich echt sind, lässt sich schwer sagen. In China lassen sich Firmendokumente leicht fälschen, selbst Bankbestätigungen wurden schon manipuliert.
    Ein grosse Schwäche ist, dass es keinen Regressmöglichkeiten bei Betrug und Veruntreuung gibt. In China dürfte man rechtlich keine Chancen haben, falls etwas passiert. Leider gibt es in Deutschland keine Sammelklagen wie in den USA und damit ist das Risiko m.e. zu gross. China Aktien kann man allenfalls in Hong Kong oder in den USA kaufen. In den USA gab es in den letzten 2 Jahren kaum Betrugsfälle, da die Börsenaufsicht strenger ist und es Sammelklagen gibt.

    Reply
  18. Michael

    Im Übrigen denke ich, dass ein Hauptaktionär sich eher negativ bei China Aktien auswirkt. Bei den grössten Betrugsfällen wie z.B. Youbisheng gab es einen Hauptaktionär. Dieser kann nämlich schalten und walten wie er will. Und wer sagt dann, dass er die Lust an der Börsenkotierung nicht einfach verliert und das Reporting einstellt (in den USA als „Going Dark“ bekannt).

    Eine weitere These von mir ist folgende: Ich habe einmal eine TV Reportage über China Firmen gesehen. Darin wurde festgehalten, dass es viele China Firmen gibt, die eigentlich Konkurs wären. Trotzdem werden die Firmen am Leben gehalten, u.a. auch durch staatliche Unterstützungen. Das ganze resultiert wohl aus dem Sozialismus. Ich kann mir vorstellen, dass eben solche Firmen an die deutsche Börse gekommen sind. Die Zahlen wurden einfach entsprechen geschönt, und schon konnten die Firmen in Deutschland Kapital aufnehmen. Ich kann nur sage: Finger weg von solchen dubiosen China Firmen.

    Reply
    1. Richard ak

      Hi Michael,
      danke für den Kommentar. Ich glaube, die Punkte hast du auf Simple Value Investing schon mal angesprochen und ich kann das nachvollziehen. Ich versuche mal ein paar Sachen aufzunehmen.

      Erstens bilden die China-Werte vom Risikoprofil kein gemeinsames Segment wie Ölaktien oder Nahrungsmittelkonzerne oder so. Diese Firmen haben fast nichts miteinander zu tun (Ausnahme: die Schuhhersteller und vielleicht Bekleidung). Das wird zwar immer so dargestellt, aber es ist falsch.

      Es handelt sich um Mittelständler, Klein- und Kleinstunternehmen, wo der Staat erst einmal gar nicht drinsteckt. Das sind doch keine großen chinesischen Staatskonzerne! Hast du ein bestimmtes Unternehmen im Auge, das von staatswegen „gestützt“ wird?

      Ich sehe mich hier auch nicht in der Position und will auch gar nicht die China-Werte insgesamt rechtfertigen. Zum einen sind sie nicht vergleichbar, zum anderen habe ich mir auch nicht jedes so explizit angeschaut. Warum auch?

      Bei den Themen Regressmöglichkeiten und Börsenaufsicht scheinen wir doch sehr weit auseinander zu liegen. (Going dark klingt übrigens cool.) Es geht letztendlich, wie oben erwähnt, um Vertrauen.

      Ich bin schon sehr erstaunt, wenn ich Kommentare lese, die sich lautstark (schreibstark) zum Beispiel über den PrimeStandard beschweren. Der würde keine Sicherheit bieten und das wäre ja auch das Allerletzte.

      Was denken sich diese Leute eigentlich? Glauben die ernsthaft, man könne eine fundamentale Investmententscheidung, nämlich ob man sein Geld jemanden anvertrauen kann oder nicht, an eine externe Instanz auslagern? Und sich dann auch noch darüber beschweren!!! Kein Wirtschaftsprüfer, keine Börsenaufsicht, kein PrimeStandard oder sonstige Zertifikate können einem die Entscheidung abnehmen. Und deshalb ist das alles nettes Beiwerk, aber am Ende nicht relevant.

      Grüße

      Reply
  19. Daniel

    Die fundamentale Investmententscheidung kann einem natürlich niemand abnehmen. Aber Börse-Aufsicht, Wirtschaftsprüfer und ähnliche Instanzen stehen schon in der Pflicht zu gewährleisten, dass diese Investmententscheidung von allen Beteiligten auf einer fairen Grundlage getroffen werden kann, sprich keine all zu großen Informationsasymmetrien existieren zu lassen und obendrein die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen zu sichern. Und es macht zumindest auf den oberflächlichen ersten Blick den Eindruck, dass diese Kontrollmechanismen bei Unternehmen mit chinesischem Hintergrund in Deutschland etwas häufiger versagt haben. Insofern finde ich das schon gerechtfertigt, dass man die Vorgänge hier genauer hinterfragt und anzweifelt.

    Freilich wäre es wegen dieser Vorgänge viel zu kurz gedacht, sämtliche verbleibenden Unternehmen mit diesem Hintergrund pauschal als „Chinaböller“ und Betrug abzutun und zu meiden.

    Reply
    1. Richard ak

      hi daniel,
      die wirtschaftsprüfer prüfen nur stichprobenartig (können sie ja auch nur). Da fährt niemand nach China. Z.B. werden die Kontoauszüge geprüft oder Lieferantenadressen (z.B. im Fall Ming Le nicht nachweisbar). Dass die Prüfer versagt hätten, kann ich eigentlich nicht sehen. Im Gegenteil: Die sind reihenweise abgesprungen und haben nicht testiert.

      Natürlich ist mir eine Firma mit testiertem Abschluss lieber als eine ohne. Nur – und das habe ich oben versucht anzudeuten – liefert das keine besonderen Zusatz an Sicherheit, also weniger Risiko.

      Wenn man bereits daran zweifelt, das die Bilanzen vielleicht nicht stimmen könnte, dann darf man sich auf keinen Fall an die Wirtschaftsprüfung klammer oder daran, dass das Unternehmen im PrimeStandard gelistet ist, sondern man darf erst gar nicht investieren.

      Reply
      1. Daniel

        Wenn Stichproben häufiger als sonst Ungereimtheiten zu Tage treten lassen, wie es scheinbar bei den Deutschchinesen der Fall ist (wenn man es prozentuell im Vergleich zu anderen börsenotierten Unternehmen sieht), wirft das aber wiederum kein gutes Licht auf diejenigen, die die Börsezulassung erteilt haben oder?

        Reply
        1. Richard ak

          Formal waren die IPOs ja in Ordnung. Hätten sich Unstimmigkeit bei der IPO-Prüfung nicht klären lassen können, wären die Testate nicht erteilt worden. Ich habe aber schon den Eindruck, dass die IPO-Prüfungen deshalb nur sehr oberflächlich durchgeführt wurde. Im Rahmen der ersten Abschluss-Prüfungen ist dann sehr viel genauer hingeschaut worden. Und dann gab es reihenweise Schwierigkeiten.

          Im Moment läuft ja das Schwarze-Peter-Spiel in der Frage, wer Schuld hat: die Chinesen, die Börse, die Wirtschaftsprüfer oder die IPO-begleitenden Firmen.

          Ich bin schon der Meinung, dass die Hauptschuld (natürlich neben den Chinesen selbst) Firmen wie Kirchhoff Consulting oder BankM tragen. Sie hätten genau wissen können (und sie wußten es auch!), dass ihre Schützlinge, die chinesischen Kleinunternehmer, den komplexen Prüfprozess allein administrativ schon gar nicht auf lange Sicht leisten können. Es scheiterte ja allein schon oft an der Sprache. Und dazu kamen natürlich noch die Betrugsfälle.

  20. Michael

    Generell bin ich nicht gegen China Aktien, ich habe sogar ein paar kleinere Positionen im Depot. Mein Punkt ist aber vor allem schon der fehlende Regress in China. Ein Problem ist offenbar auch, dass man das Geld gar nicht aus dem Land bekommt.

    Ich bin auch etwas beeindruckt von den Sammelklagen in den USA. Kommt es zu Verfehlungen, gibt es eine Reihe von spezialisierten Kanzleien, die (fast automatisierte) Klagen einreichen. Man kann generell geteilter Meinung sein, ob so ein System gut ist. Bei riskanten China Firmen dürfte es sich aber bewähren, da es eine abschreckende Wirkung hat. Wieso sollte man also solche Firmen in Deutschland kaufen, wenn es einen besseren Schutz für die Aktionäre in den USA gibt? vgl. auch http://www.rosenlegal.com/successes.html

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    1. Daniel

      Die schlechte Regressierbarkeit ist aber kein spezielles Problem der China-Aktien. Wenn derjenige, von dem ich Ersatzansprüche haben möchte, selbst insolvent und/oder nicht greifbar ist, hilft mir der Erfolg einer Sammelklage auch nichts.

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      1. Michael

        Ja, da hast Du natürlich recht. Bei Joyou würde es auch in den USA schwierig werden, als Aktionär noch einen Entschädigung zu erhalten.

        Ein andere Punkt ist allerdings, dass ein eher „schwaches“ Börsenumfeld (in dem Fall Deutschland) eher Betrüger anziehen könnte als ein stärkeres Umfeld wie in der USA.

        Es gab zwar auch dort solche Fälle vor einigen Jahren, allerdings vor allem bei den schwach regulierten Reverse Mergers und nur selten bei IPOs.

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        1. Daniel

          Ich sehe das eigentlich eher umgekehrt: je „stärker“ das Börsenumfeld ist (=umso mehr Teilnehmer und Kapital), desto leichter sollte man theoretisch auch fragwürdige Anlagen an den Investor bringen können. Es verhält sich ja bei den IPOs im Allgemeinen so: je stärker die Börse schon ist, desto geringer wird die Qualität der Neuzugänge. Ich glaube, man hätte JouJou, Ultrasonic und Co auch in Amerika verkaufen können.

  21. Michael

    Diese China Firmen sind einfach voll von Kuriositäten. Besonders seltsam finde ich Tintbright und VanCamel. Die Firmen wurden mal als besonders aussichtsreich vom Börsengeflüster empfohlen und haben bisher sehr koordiniert die Abschlüsse publiziert etc. Die Firmen hätten per Ende April ihre Bericht publizieren sollen. Das haben sie aber nicht getan und offenbar haben sie die Kommunikation einfach komplett eingestellt. Dazu kamen ein Kurssturz, Rücktritte von Aufsichtsräten und von einem CFO, ein Rausschmiss aus dem Xetra Handel und die Einstellung der Coverage von Bank M.
    Was soll man von solchen Firmen halten. Auffällig ist auch, dass die meisten Firmen aus der Region Fujian stammen. Ich habe auch schon gelesen, dass es dort mafiaänliche Strukturen geben soll. Teilweise sind es vielleicht sogar Scheinfirmen.

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  22. Michael

    Na dann gibt es die Fima vielleicht doch. Eine andere simple Methode könnte folgende sein. Man kauft nur Aktien von Firmen, die schon eine bestimmte Dauer am Markt sind (sagen wir mal 5 Jahre). Solange dürften nur Firmen überleben, die ein nachhaltiges Geschäftsmodell haben. Betrüger würden zudem bei einer so langen Periode vermutlich auffliegen.

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  23. Michael

    Noch eine kleine Ergänzung: Walter Schloss, der von Warren Buffett als „der super Investor “ bezeichnet wird, empfiehlt sogar eine längere Periode, während der eine Firma vor einem Investment existieren sollte. Er spricht von 10 Jahren.

    Ein Aktien Screener, der von den American Association of Individual Investors auf Basis von der Strategie von Schloss aufgebaut wurde, verwendet eine Dauer von min. 7 Jahren.

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  24. Alex

    Charlie Munger sagt “ ich muss nur wissen wo ich sterbe und dort gehe ich nicht hin“
    … wie viele von diesen Deutschchinesen sind geplatzt? 90% ? Mehr? Sogar so vermeindlich sichere wie Jouyou … auf jeden Fall ist das ein Ort an dem viel westliches Kapital stirbt… den Antrieb dort hinzugehen verstehe ich nicht…

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  25. Michael

    Der Antrieb ist natürlich die extrem tiefe Bewertung. Viele sind zu einem tieferen Wert bewertet, als der Liquidationswert. Ben Graham berechnet diesen wie folgt: Umlaufvermögen minus gesamtes Fremdkapital (das Anlagevermögen setzt er mit Null an). Davon wird noch 1/3 für Liquidationskosten abgezogen. Falls die Marktkapitalisierung nun tiefer als dieser Wert ist, kann man die Aktie kaufen, denn unter dem Liqu. wert sollte eine Firma eigentlich nie gehandelt werden.

    Das Problem bei den Chinesen ist m.E: aber, dass man den Bilanzen nicht wirklich trauen kann. Eine solche Bewertung ist daher allenfalls eine reine Scheinbewertung. Allenfalls gibt es noch einigermassen vertrauenswürdige Firmen, der Pool ist aber nur noch sehr klein. Ich würde zurzeit noch Haikui, United Power, Powerland (falls sie den Bericht für 2014 tatsächlich testiert veröffentlichen), Vange und Firsttextile dazu zählen.

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  26. Alex

    Ja, aber wenn man auf Value aus ist und nach Graham arbeitet wird man trotzdem nie eine Sicherheitsmarge haben die einen vor einem Verlusst schützt.
    … die Chinesen hier werden eher gekauft weil man sich Kursraketen erwartet (eine Firma mit KGV1 kaufen und mit KGV10 verkaufen) oder aus sportlichem Ehrgeiz (ich bin der bessere Investor, ich analysiere den einzig „Werthaltigen“ aus dem Sumpf herraus)

    Bei Firstextile habe ich ein ganz kommisches Gefühl. Man kann weder Hemden noch Stoff online kaufen, die angegebenen Margen sind unrealistisch, die Erklärungen wie man dies Margen schafft ist Hanebüchen, die niedrige Freefloat läst manipulationen eher zu… dass und die statistische Ausfallquote der Deutschchinesen ist für mich Grund genug mein Geld mit Freuden wo anders einzusetzen…

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    1. Michael

      Bei Tintbright und VanCamel sind die Margen auch traumhaft und das Geschäftsmodell besonders gut. Leider hört man aber seit längerem nichts mehr von diesen Firmen und es gibt Berichte, die davon ausgehen, dass sie allenfalls einfach die AG in Deutschland Konkurs gehen lassen.

      Ich werde wohl auch davon absehen, in Deutschland noch China Aktien zu kaufen. Value Investing macht bei einer so hohen Ausfallquote kaum Sinn. (Vange finde ich irgendwie noch interessant – offenbar eine Firma, die völlig in Vergessenheit geraten ist. Zudem gibt es eine grössere, chinesische Venture Capital Firma, die hier investiert ist. Vielleicht schaue ich mir die Firma mal noch genauer an. )

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  27. Alex

    Darf ich jetzt Chinaböller sagen oder ist dies zu respektlos gegenüber dieser Qualitätsaktie?
    Kurs von 7€ auf zeitweise 4,50€ (mittlerweile 4,88€) gefallen.


    Es wird vorläufig kein Aktienrückkaufangebot bei Firstextile geben. Das Unternehmen hat Schwierigkeiten, die notwendigen Gelder aus China nach Deutschland zu transferieren.

    @ Richard
    Ich bitte dich auch noch meine Aussage, dass ein Hauptaktionär in diesen Gefilden (China) nicht bedingt eine zusätzliche Sicherheit bringt zu kommentieren.

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  28. Moritz Leonhardt

    Hallo Richard,
    mich würde deine momentane Einschätzung der Situation interessieren.
    Ich hatte mir eine Aktie für die HV + spaßeshalber eine weitere für die Teilnahme an dem geplanten Aktienrückkaufangebot gekauft.
    Weißt du, ob das Management (rein rechtlich) nicht schon vorher von dieser Problematik gewusst haben müsste/sollte?
    Wie siehst du den gestern angekündigten Rücktritt des CFO?
    Der worst case wäre als nächstes ein Delisting, um den Aktienkurs weiter zu drücken und anschließend ein Übernahmeangebot zu Tiefstpreisen.
    Ist dein Vertrauen in das Management weiterhin vorhanden?

    Reply
    1. richard ak

      Hi Moritz,
      ich bin eben von der HV zurück.

      Es waren nur zehn Aktionäre oder so da. Alles recht klein. Du warst offensichtlich nicht da, sonst hätten wir uns persönlich kennengelernt.

      Cao hat vorgetragen. Yang hat gelangweilt auf seinem Handy gedaddelt. Insgesamt war die HV nicht sehr aussagekräftig. Man möchte „schnellstmöglich“ ein neues Rückkaufangebot abgeben. Ich habe unter anderem gefragt, was denn „schnellstmöglich“ heißt. Konkret als Zeitangabe wollte man das nicht beantworten.

      Ein zweiter Rückkauf wird natürlich nie so erfolgreich werden, wie der erste hätte sein können. Leider! Das Vertrauen ist erst einmal weg.

      Dass Cao geht, war wohl schon vorher klar. Im Rahmen des Missglückten Rückkaufs hat man den Rücktritt offensichtlich kurzfristig vorgezogen.

      Ob ich verkauf, halte oder noch dazukaufe habe ich noch nicht entschieden. Mal schauen.

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    2. richard ak

      Zum rechtlichen Teil.
      Nach Aussage von Samson hat ist das Scheitern des Geldtransfers erst kurzfristig bekannt geworden. Man habe am gleichen Tag die AdHoc rausgegeben.

      Reply
    3. richard ak

      Delisting habe ich nicht auf dem Schirm. Interessiert mich auch nicht so. Natürlich würde ich auch ein delisting mitgehen.

      Firstextile muss in drei Jahren den Nomura-Kredit umschulden. Yang hat auch privat seine Aktien verpfändet. Das ist alles an eine Listing gekoppelt und da hat niemand interesse an einem Delisting.

      Aber wenn denn kommen sollte Nut gut.

      Reply
  29. Michael

    Ich komme zum Schluss dass man wohl dem gesamten China Segment in Deutschland aus dem Weg gehen sollte.

    Die Gefahren sind nicht nur Unregelmässigkeiten sondern auch ein Delisting bei den vertrauenswürdigeren Firmen.

    Am Ende wird es wohl so wie bei Powerland gemacht. Es erfolgt eine Delisting Ankündigung mit Kurssturz und der Hauptaktionär kann danach die Titel zu Minipreisen einsammeln. Nach dem Delisting sind die Aktien praktisch nicht mehr handelbar und für einen Minderheitsaktionär fast wertlos.

    Dass dies in Deutschland legal möglich ist, erstaunt mich schon sehr. Die Minderheitsaktionäre werden dadurch geschädigt. In den USA gäbe es sowas nicht. Allenfalls sollte man auf Investments in kleine Firmen in Deutschland besser komplett verzichten, bis sich die Gesetze ändern.

    Reply
  30. Michael

    Noch eine Ergänzung:

    M.E. macht der ganze Set-up bei den China Firmen keinen Sinn.

    Man stelle sich folgendes vor: Eine kleine deutsche Firma lässt sich in Shanghai an der Börse listen. In China kennt niemand die Firma, den Markt oder die Produkte. Auf diese Idee käme wohl kaum ein deutsches Unternehmen.

    Daher sollte man China Aktien in China kaufen (allenfalls ist die USA noch eine Option, aber sicher nicht Deutschland).

    Reply
  31. Daniel

    @Michael: Macht Sinn, was Du schreibst – ich finde es aber eher generell problematisch, wenn man Aktien von einer mehr oder weniger cashlosen Hülle hat, die haufenweise Ausleihungen und Beteiligungen hat, wo man nicht weiß, ob die werthaltig sind.

    Reply
  32. Michael

    Ja, die Holding Struktur ist auch nicht unbedingt optimal. In den USA haben China Aktien aber nicht einmal so schlecht abgeschnitten. Diese Firmen haben ebenfalls eine Offshore Holding Gesellschaft und sind daher ähnlich aufgebaut. vgl. dazu auch
    https://www.gsb.stanford.edu/insights/charles-lee-how-well-do-chinese-reverse-mergers-perform

    Die Frage ist für mich daher eher: Wieso lässt sich eine China Firma in Deutschland listen. Deutsch können die wenigsten Chinesen. Und in China ist die Bewertung für Aktien generell viel höher. Der Business Case macht zumindest bei Neuemissionen keinen Sinn. (Das sieht man auch an Tintbright und VanCamel, die kürzlich an die Börse gingen. Unterdessen haben sie ihr Reporting eingestellt )

    Reply
  33. Daniel

    „Die Frage ist für mich daher eher: Wieso lässt sich eine China Firma in Deutschland listen.“

    Keine Frage, das ist strange.

    Reply
  34. Michael

    Unterdessen ist es recht ruhig geworden um China Aktien. Die Aktien Rückkäufe von Haikui und Powerland zeigen aber, dass hier die Bilanzen echt waren und somit nicht alle China Firmen problematisch sind. Sonst macht eine solche Transaktion keine Sinn. Ich gehe auch davon aus, dass bei einigen Firmen einfach das Unvermögen des Managements, ein Listing aufrecht zu erhalten, das Hauptproblem ist (und nicht Betrug).
    Die Firmen dürften auch von Beratern in Deutschland abhängig sein.

    Unterdessen gibt es nur noch ganz wenige investierbare Firmen (ev. United Power, Firsttextile?, Vange).

    Insgesamt wurden hier Value Investoren vermutlich auch für Ihre Bequemlichkeit bestraft. In Hongkong gibt es einige sehr günstige China Aktien (z.B. Rosedale Hotel, China Sky Chemical Fibre). Ein Listing von einer China Firma in ihrem Heimatland macht mehr Sinn als in Deutschland und ist sicher auch mit geringeren Risiken verbunden.

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  35. erwin

    Ich bin ein hoffnungsloser Investor der in Firstextile investiert hat. Ich hatte ursprünglich Richards Einschätzung geteilt. Nun muss ich dem vermeintlichen Troll auf ganzer Linie Recht geben.
    Richard ein wenig in Sack und Asche gehen wäre schon angebracht.

    Reply
  36. Alex der Clown

    Hallo Erwin,

    dies ist kein Tipp/ich gebe keine Tipps vor allem bzgl. Steuern!
    aber hast du schon verkauft?
    ich denke es ist wichtig noch zu verkaufen bevor der Börsenhandel eingestellt wird um den Verlust immerhin steuerlich wirksam zu machen (eine Ausbuchung als wertlos/eine Depotleiche ohne vorhandenen Handel bringt einem steuerlich nichts; so weit ich weiß).
    ABER MACH DICH DA UNBEDINGT VORHER SELBER SCHLAU!!!

    an sonsten Wünsche ich viel Glück.

    Reply

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