Portfolio-Update: Balda und IBM

Aus gegebenem Anlass möchte ich in diesem kurzen Artikel über eine Veränderung im Bargain-Portfolio berichten. Im Laufe der letzten Tage wurde die Position Balda, ein Cigar Butt, der vor etwa 11 Monaten erstmals gekauft und im Mai 2015 aufgestockt wurde, zur Gänze veräußert. Der Veräußerungserlös je Aktie liegt bei etwas über 3,30 Euro je Stück. Die Bruttorendite aus diesem Engagement liegt somit bei deutlich über 20 Prozent p.a.

Der Grund, warum ich jetzt verkauft habe, und nicht noch weiter zuwarte, bis sich der Nebel um das weitere operative Schicksal der Balda lichtet, ist jener, dass die Position IBM mit der Liquidität aus dem Balda-Verkauf noch weiter ausgebaut wurde, und zwar zu Kursen um die 125 Euro pro Stück. IBM hat abermals schlechte Quartalszahlen geliefert und obendrein die kurzfristige Guidance gekappt. Der Aktienkurs ist dementsprechend wieder auf Talfahrt gegangen. IBM ist ja schon seit längerem nicht gerade der Liebling der Wallstreet. Unlängst konnte man beispielsweise lesen, dass unter den 30 Dow-Jones Werten derzeit IBM auf Platz 27 in puncto „Analysten-Pick“ liegt. Auch der von mir sehr geschätzte deutsche Value-Blogger Michael C. Kissig prophezeite vor ein paar Tagen IBM ein äußerst düsteres Schicksal. So unterschiedlich können also selbst im Value-Lager die Sichtweisen sein und ich bin hier ehrlich gesagt schon ein bisschen gespannt, wer am Ende Recht behalten wird. In den allermeisten Fällen würde ich ja nicht gegen Michaels Einschätzungen wetten wollen, aber diesbezüglich habe ich ausnahmsweise eine andere Meinung.

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11 Kommentare Portfolio-Update: Balda und IBM

  1. Michael C. Kissig

    Daniel, ich wünsche Dir viel Erfolg mit dem IBM-Investment, auch wenn ich Deine positive Einschätzung nicht teile.

    Ich fürchte, IBM ist mit der Armada zu vergleichen, der unbesiegbaren Flotte der Spanier, die dann beim Invasionsversuch vor England von der kleinen und wendigen britischen Flotte versenkt wurde. Die Briten hätten den klassischen Kampf Deck-an-Deck niemals gewinnen können, daher haben sie auf eine andere Strategie gesetzt: Wendigkeit und größere Geschütz-Reichweite. So haben sie die unbesiegbare Armada in ihrem ureigenen Element geschlagen, einfach weil sie schneller waren. Und plietscher.

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  2. Joachim

    Ich bin hier kaum eingelesen, dennoch werde ich bei schlechtgeredeten runtergeprügelten Bluechips immer hellhörig. Vielleicht könnte hier was zu holen sein …

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  3. Daniel

    Ja, interessant ist meines Erachtens vor allem die Tatsache, dass sehr viele Punkte, die oberflächlich betrachtet gegen IBM sprechen, faktisch nicht haltbar sind. Da zählt zum Beispiel die Aussage, man kümmere sich nicht genug um sein eigenes Geschäft, dazu. Wenn man die operativen Entscheidungen der letzten fünf Jahre ansieht, stimmt das einfach nicht.

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  4. IBM Patently a Big Buy

    Mir persönlich sind Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell einem sich ändernden Marktumfeld anpassen bedeutend lieber, als Unternehmen, die nicht wandlungsfähig sind.

    IBM ist eine sehr starke Marke, mit einem guten Kundennetz aus Corporate Clients. Dies wird sich langfristig auch wieder im Kurs bemerkbar machen.

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  5. Gerald Steinbach

    Hallo Daniel,

    Welchen (Behalte)Zeithorizont hast du für die IBM veranschlagt.
    Die letzten Zahlen waren wieder ernüchternd und zeigen den schlechten Trend, der sich natürlich im Kurs niederschlägt!
    Ob Watson die Schwächen bereinigt, ist mehr als vage.
    Lg
    Gerald

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    1. Daniel Koinegg

      Hallo Gerald! Ich habe keinen fixen, starren Behaltehorizont. Aber so nach drei bis vier Jahren sollte ich mir Gedanken machen, dass ich mit der ursprünglichen These daneben gelegen haben könnte.

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  6. Gerald Steinbach

    Hallo Daniel,IBM ist momentan sehr umtriebig, in den letzten Monaten wurden sehr viele kleinere Digi Agenturen zugekauft, diese Woche wurde health Analytics zugekauft, speziell für Watson Health, alleine für Watson arbeiten jetzt 10000 Mitarbeiter, das sind enorme Dimensionen
    Morgan Stanley sieht das Tal der Tränen erreicht und rechnet mit einer Wende

    Lange Rede kurzer Sinn, bin seit heute bei IBM an Bord
    Lg

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