Portfolio-Update vom 19.01.2016

In diesem Update berichte ich wie gehabt kurz und zeitnah über Veränderungen im Musterportfolio des Bargain Magazine. Es wurden die Position Schulte Schlagbaum AG zu rund 305 Euro je Stück und die Position Beta Systems zu rund 1,66 je Stück im Mischkurs veräußert. Demgegenüber wurde das Engagement bei Rosenbauer International zum Preis von rund 56 Euro je Stück weiter ausgebaut. Außerdem wurden rund 3 Prozent des Portfolios in die WP AG investiert.

Anmerkungen

Schulte Schlagbaum war ein Cigar Butt, der sich bisher nicht wie gewünscht entwickelt hat. Zur Stärkung der Liquidität für den Ausbau des Engagements an meinem Heimatmarkt Österreich habe ich mich dazu entschieden, den Titel zu verkaufen.

Was die Beta Systems betrifft, so kann im Prinzip auf das verwiesen werden, was ich an dieser Stelle vor kurzem zur Deutschen Balaton AG geschrieben habe. In deren Einflussbereich, zu dem auch die Beta Systems gehört, haben sich in der letzten Zeit Informationsfluss und Transparenz verschlechtert, weshalb ich von gleichlaufenden Interessen mit außenstehenden Kleinaktionären wie mir nicht mehr überzeugt war.

Rosenbauer International wurde im Bargain Magazine schon mehrfach behandelt. In den letzten Wochen und Monaten hat sich der Preis der Aktie immer weiter verbilligt. Soweit ich das beurteilen kann, ist das abgesehen von den allgemeinen Konjunktursorgen auf zwei Aspekte zurückzuführen: einerseits wurden in Leonding ein Werksaus- bzw. Neubau und eine Umgestaltung der Produktion implementiert. Das scheint nicht ganz so reibungslos zu funktionieren, wie man sich das gewünscht hat. Außerdem ist der arabische Raum ein wichtiger Markt für Rosenbauer und gerade diese Staaten haben aufgrund des Ölpreisverfalls unter Problemen im Staatshaushalt zu kämpfen. Möglicherweise werden diese Faktoren das Ergebnis kurz- und mittelfristig belasten. Grundsätzlich sehe ich hier aber einen Nischenmarktführer, den man aufgrund überwindbarer Probleme günstig kaufen kann.

Der österreichische Motorradzulieferer WP AG wurde vor kurzem in einem eigenen Quickcheck vorgestellt. Aufgrund der dort dargelegten Aspekte habe ich mich dazu entschlossen, einen Teil der Liquidität aus den zuvor genannten Verkäufe in diesem Unternehmen zu positionieren.

Die Cashquote ist mittlerweile auf 28 Prozent angewachsen. Da nun auch keine in Fremdwährung notierten Positionen mehr im Portfolio vorhanden sind, habe ich die entsprechenden Spalten in der Tabelle nun ausgeblendet.

8 Kommentare Portfolio-Update vom 19.01.2016

    1. Daniel Koinegg

      Ja, ich halte von der Ausgestaltung von wikifolio nichts, mit diesen HighWater Marks, mit den dauernden Cash-Abflüssen für die performance fee, usw.

      Da wird doch die mögliche Entwicklung verzerrt.

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  1. Michael

    Ein anderes Thema: Ich frage mich, ob man als Value Investor nicht zu einer Basis Strategie von Ben Graham zurückkehren sollte. Diese lautet: Kaufe Firmen, die unter dem Liquidationswert bewertet sind. Oder anders ausgedrückt: Kaufe Firmen, deren Marktkapitalisierung um 1/3 tiefer ist als das Umlaufvermögen minus allem Fremdkapital. Eine etwas abgewandelte Strategie ist der Kauf von Firmen, die einen negativen Enterprise Value haben.

    Diese Strategie hat eine bestechende Logik. Bei Firmen mit einem negativen EV bezahlte ich für eine Aktie weniger als Null. Der Wert einer Firma sollte im Grund genommen auch nie unter den Liquidationswert fallen. Zudem gibt es diverse Statistiken, die zeigen, dass diese Strategien in der Vergangenheit sehr erfolgreich waren.

    Ich gebe zu, viele dieser Firmen gibt es nicht, z.B. in Deutschland und Österreich kenne ich keine solchen Firmen. Kennt jemand Firmen aus Europa? Ich würde auch alle chinesischen Firmen ausschliessen, da Unsicherheiten betreffend den Abschlüssen bestehen. Es gibt einige wenige Firmen z.B. in den USA wie WILC, GIGM, GRVY, RELL, SHOS, RBCN, APWC, IOT.

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    1. Daniel Koinegg

      In der Theorie ist das natürlich alles richtig. Ich habe auch immer wieder in solche Unternehmen investiert. Meine Erfahrung zeigt aber, dass sehr viele dieser Unternehmen einen Haken haben, den man vielleicht so nicht erkennt, wenn man nur in die Bilanz schaut.

      Ein reiner mechanisch geprägter Ansatz a la Graham ohne nähere Befassung mit dem Unternehmen funktioniert heute meines Erachtens nicht mehr.

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      1. Michael

        Ja, i.d.R. haben diese Unternehmen einen Haken. Und einfach blind in solche Unternehmen zu investieren ist keine gute Strategie.
        Andererseits bin ich mit dieser Strategie bisher gut gefahren (ausser mit China Firmen).

        Statistisch gesehen gibt es kaum Hinweise, dass dies nicht mehr funktioniert. Allerdings findet man kaum solche Firmen.

        vgl. z.B auch. https://blogs.cfainstitute.org/investor/2013/07/10/returns-on-negative-enterprise-value-stocks-money-for-nothing/

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        1. Daniel Koinegg

          Ich denke, man kann das als Ausgangskriterium wählen und sich die einzelnen Kandidaten aus dem mechanischen Screen dann noch genauer ansehen.

          Aber statistisch glaube ich nicht, dass man das nachprüfen kann, was dann funktioniert und was nicht. Die letztendliche Auswahl wird immer eher Kunst als Wissenschaft sein, ganz egal welche Vorselektion man trifft.

  2. TomB

    Servus Daniel.

    Pierer hat angekündigt WP wieder zu delisten. Ich komme bei dieser Taktik ehrlich gesagt nicht mit. Erst Börsengang mit mini free float und dann gleich wieder raus. Ich sehe keinen Sinn darin.

    Was hältst du davon? Ich hoffe du bist im plus 😉

    Oder überlegst du gar Aktionär einer nicht gelisteten ag zu bleiben wie in einer Zeitung beschrieben?

    Gruß
    Tom

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    1. Daniel Koinegg

      Hey Tom,

      ich hab`s gelesen. Grundsätzlich macht die Reihenfolge nicht wirklich Sinn, da hast Du Recht. Ich denke aber, dass es irgendwelche Pläne gegeben haben dürfte, die sich jetzt nicht in die Tat umsetzen lassen. Man hatte ja auch die QINO als Minderheitsaktionär an Bord, der die Anteile mWn um 12 EUR je Stück verkauft wurden und die nun für 16 EUR je Stück ausgekauft wurden.

      Ich habe mich noch nicht entschieden, was ich mache. Aufgrund der Marktenge werde ich hier aber erst über meine gewählte Vorgangsweise schreiben, wenn das ganze Kapitel durch ist.

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