Portfolioreport Dezember 2014

Das erste Monat der Performance-Rechnung mit dem bargain-Portfolio ist um und ich schließe mit einer kurzen Zusammenfassung sowohl den Monat Dezember als auch das Jahr 2014 für das bargain Magazine.

Im Dezember 2014 stieg der Wert des Portfolios nach Berücksichtigung aller Kosten, Steuern und Sondereffekte um 0,26%. Der erste Benchmark-Index Eurostoxx50 als Performanceindex1 hat sich im selben Zeitraum (Schluss 28.11. bis Schluss 30.12.) um 155 Punkte oder 2,58% von 6000 auf 5845 verbilligt. Der zweite Benchmark-Index S&P 500, ebenfalls auf Total Return Basis2 hat sich im selben Zeitraum um über 29 Punkte oder 0,76% von 3779 auf 3808,7 verteuert.

Im betrachteten Zeitraum wurden Dividenden von Transocean, IBM und BP vereinnahmt sowie die jährlich zu entrichtende Depotgebühr (0,1% des Gesamtvolumens) abgezogen. Ein weiterer Effekt, der zu berücksichtigen ist, war der Verkauf der MeVis am 18.12.20143. Da ich die MeVis um etwas über 13 Euro je Stück erworben hatte und sich der Kurs bis zu Beginn der Performance-Rechnung schon deutlich erhöhte, war die zu bezahlende Steuer insgesamt (d.h. auf den gesamten Kursgewinn bezogen) natürlich höher, als der Beitrag der MeVis zur Performance im Monat Dezember. Diese verzerrenden Effekte sollten sich mit Verlauf der Zeit aber nach und nach ausbügeln.

Aus operativer Sicht hat sich bei den Unternehmen im Portfolio nicht besonders viel Signifikantes geändert. Do&Co dürfte wie erwartet als Airline-Zulieferer von den weiter fallenden Ölpreisen profitieren und erfüllt offenbar seine zusätzliche Aufgabe als teilweiser Hedge für die relativ groß geratene Ölwette. Bei Immofinanz zeigt sich derzeit erhebliche Angst um die russischen Assets, die aus meiner Sicht aber rein anhand der Zahlen überzogen scheint. Außerdem hat das Unternehmen nun (endlich) wieder begonnen, eigene Aktien zurückzukaufen und auch einzuziehen. Bisher war es freilich erst 1% des Kapitals, aber ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass man dort wiederholt die richtige Kapitalallokationsentscheidung aus Sicht der Aktionäre treffen wird. Die Interessen des Managements und jene der Aktionäre sind dort zumindest so ähnlich ausgerichtet wie bei nur wenigen anderen österreichischen Aktiengesellschaften, die im prime market gelistet sind.

Bemerkenswert ist, dass sich die Ölunternehmen innerhalb des letzten Monats kursmäßig im Mittel nicht mehr wirklich abgeschwächt haben, obwohl der Ölpreis im selben Zeitraum nochmals signifikant nachgegeben hat. Das könnte, wenn ich darüber nachdenke, mehrere Gründe haben: Einerseits könnte das bedeuten, dass der Markt mit dem Rückgang bis Ende November schon weitere Ölpreisrückgänge, die sich im Nachhinein (d.h. während des Monates Dezember) tatsächlich eingestellt haben, eingepreist hat. Andererseits könnte es auch heißen, dass der Markt für Ölunternehmen derzeit zu optimistisch ist und den fundamentalen Preisrückgang im Öl noch nicht zur Gänze nachvollzogen hat. Eine dritte Möglichkeit wäre, dass der Markt in Zukunft steigende Ölpreise erwartet und sich diese zukünftigen Entwicklungen bereits jetzt in den Kursen der Ölunternehmen abzeichnen. An alle, die sich jetzt fragen, warum ich mir über derartige Dinge den Kopf zerbreche, sei gleich eine Entwarnung ausgesprochen: ich bin (noch) nicht völlig schwachsinnig geworden, sondern wollte nur verdeutlichen, wie entbehrlich es ist, sich über kurzfristige Preisschwankungen all zu viele Gedanken zu machen. Ebenso kann man sich die Lektüre der meisten medialen Beiträge und Berichte zu diesen Marktschwankungen sparen. Ich denke nicht, dass das irgendeinen informativen Mehrwert schafft. Aus meiner Sicht kann niemand auf der Welt mit Sicherheit sagen, wo – um die weithin bekannte Metapher von Kostolany zu strapazieren – sich derzeit das Hündchen (die Börse) und wo sich das Herrchen (die Wirtschaft) genau befindet und ob ersteres dem Herrchen vorauseilt oder hechelnd nachspringt. Das Investmentgeschäft wird immer ein „Spiel mit unvollständiger Informationslage“ und dementsprechend mit einem klaffenden Unsicherheitsfaktor behaftet sein. Meines Erachtens ist dieser Unsicherheit nur dadurch zu begegnen, dass man das Konzept der Margin of Safety diszipliniert und emotional gelassen befolgt. Man kaufe Unternehmen, die aus irgendeinem Grund deutlich mehr wert zu sein scheinen, als sie derzeit kosten und warte geduldig auf bessere Zeiten, auch wenn es einige Jahre dauert. So habe ich es in den letzten Jahren gelernt, etwas anderes kann ich nicht und genau so werde ich es auch im Jahr 2015 sowie in hoffentlich noch unzähligen Jahren danach praktizieren.

In diesem Sinne darf ich allen Leserinnen und Lesern des bargain Magazines einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen. Den nächsten Artikel wird es aller Wahrscheinlichkeit nach am 2. Jänner, spätestens aber am 3. Jänner 2015 geben.

 

1 aufgerufen unter http://www.boerse-frankfurt.de/de/aktien/indizes/euro+stoxx+50+performance+EU0009658152

2 aufgerufen unter http://ycharts.com/indices/%5ESPXTR

3 http://bargain-magazine.com/uebernahmeangebot-fuer-die-mevis-ag/

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