Quickcheck: Goldminenbetreiber Teil 2

Ich habe die Tabelle, die ich im letzten Quickcheck zu den Goldminenbetreibern zusammengestellt habe, um zwei Unternehmen erweitert, nämlich Anglogold und Yamana Gold. Die aktualisierte Zusammenstellung hier nochmals:

EK-Quote Intangibles Finanz- verschuldung UV*/ Verbindlichkeiten
Agnico-Eagle 60,50% 14,65% 26,63% 32,60%
Anglogold 31,50% 7,00% 120,00% 24,00%
Barrick Gold 37,90% 34,60% 83,50% 27,50%
Minas Buenav. 80,00% n.a. 10,00% 65,00%
Eldorado Gold 75,40% 9% 2% 44%
Goldcorp 61% 3% 20% 19%
Gold Fields 53% 10,60% 42% 30%
Iamgold 66% 20,00% net cash 78%
Kinross 55% 3% 20% 65%
Newmont 52% n.a. 29% 50%
Randgold 92% n.a. net cash 177%
Yamana Gold 55% 6% 29% 13%

 

An meiner ursprünglichen Meinung, dass vor allem Buenaventura, Eldorado, Iamgold und Randgold interessant aussehen, wenn man sich auf die finanzielle Stabilität fokussiert, hat sich nichts geändert.

Hier nun eine Auflistung der Kosten, soweit ich sie aus den Statements extrahieren konnte. Mein Fokus wird dabei grundsätzlich auf den „All-In Sustaining Cash Costs“ liegen. Hierbei werden die cashwirksamen Kosten zuzüglich jener Capex berücksichtigt, die für die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs notwendig sind (ohne die Capex für Erweiterung und Vergrößerung). Bei Minas de Buenaventura wird diese Größe allerdings nicht berichtet. Hier gibt es stattdessen die „costs applicable to sales“ oder kurz „CAS“, die aber von Mine zu Mine sehr stark variieren (eine aktuelle Zusammenrechnung habe ich im letzten Quartalsstatement nicht gefunden).

Cash Costs All-In Sustaining Costs Cost applicable to sales
Agnico-Eagle 588,00 804,00
Anglogold 744,00 926,00
Barrick Gold 620,00 880,00
Minas Buenav. 500-1300
Eldorado Gold 521,00 729,00
Goldcorp 585,00 885,00
Gold Fields ?? 1143,00
Iamgold 846,00 1113,00
Kinross ?? 964,00
Newmont ?? ca. 1000
Randgold 708,00 ??
Yamana 654,00 880,00

 

Jene Betreiber, die vierstellige Gesamtkosten haben, werde ich hier mal außen vor lassen. Insofern fällt also aus der Kategorie der hinsichtlich ihrer finanziellen Stabilität interessanten Unternehmen die IAmGold weg.

Zum Schluss gibt es noch eine Auflistung bezogen auf die regionale Verteilung der Minen:

Lage
Agnico-Eagle Kanada, Finland, Mexiko
Anglogold Südafrika, Ghana, Kongo, Guinea, Mali, Namibia, Tanzania, Australien, Argentinien, USA, Brasilien
Barrick Gold Argentinien, Australien, Chile, Kanada, DomRep, Papua Neu Guinea, Peru, Saudi Arabien, USA, Zambia
Minas Buenav. Peru
Eldorado Gold Griechenland, Türkei, Rumänien, China, Brasilien
Goldcorp Kanada, Mexiko, DomRep, Guatemala, Honduras, Argentinien Chile
Gold Fields Peru, Australien, Südafrika, Ghana
Iamgold Surinam, Burkina Faso, Mali, Kanada
Kinross USA, Kanada, Chile, Brasilien, Mauretanien, Ghana, Russland
Newmont Ghana, Indonesien, Australien, Neuseeland, USA, Peru, Surinam
Randgold Mali, Kongo, Senegal, Elfenbeinküste
Yamana Kanada, Mexiko, Brasilien, Chile, Argentinien

 

Hier fällt für mich Randgold zusätzlich noch weg, weil der Fokus offenbar zu stark auf besonders instabile Regionen in Afrika liegt. Nach dieser Vorausscheidung sind für mich noch die Eldorado Gold sowie grundsätzlich Buenaventura interessant. Letztere sind, soweit ich das auf den ersten Blick sehe, diversifizierter aufgestellt und verkaufen auch Zink, Kupfer, Zink und Blei. Über die politische Verfassung und Stabilität von Peru weiß ich noch zu wenig, möglicherweise müsste ich das Unternehmen wegen der Konzentration auf dieses eine Land aber auch ausschließen.

 

 

30 Kommentare Quickcheck: Goldminenbetreiber Teil 2

  1. Marfir

    Danke für die schöne Tabelle!

    Ist das Kriterium Umlaufvermögen zu Finanzschulden nicht etwas zu grob? z. B. Yamana muss bis 2019 nur etwas über 100 Mio. zurück zahlen. Dafür reicht die aktuelle cash Position aus. Ob man bis dahin FCF positiv ist, weis natürlich niemand. Aber das weis man bei den anderen auch nicht mit Sicherheit.

    Und Barrick Gold konnte bei dem Verkauf seiner Minen bisher einen guten Preis erzielen. Nach den immensen Abschreibungen in der Branche kann man davon ausgehen, dass die assets in den Büchern größtenteils recht konservativ bewertet sind. Auch wenn das Anlagevermögen in deiner Rechnung nicht vor kommt, lässt es sich doch leicht zu Geld machen (noch).

    Bei Buenaventura liegen die AISC laut Q4 Präsi bei 843 USD/Uz. Und vom Joint Venture Yanacocha bei 943 USD/Uz.

    Wegen Peru hätte ich keine Bedenken. Im Gegensatz zu China, Russland, Brasilien oder Argentinien gibt es aus Peru keine schlechten Minen-News…

    Reply
    1. Daniel

      Das Kriterium lautet UV zu Gesamtverbindlichkeiten. Die Finanzschulden habe ich im Verschuldungsgrad berücksichtigt. Grundsätzlich finde ich, dass man umso stabiler durch die Krise am Goldmarkt durchtauchen kann, je mehr schnell liquidierbare Assets man hat. Ich habe mir ja keine absolute Grenze gesetzt. Aber zum Vergleich innerhalb der Branche müsste es schon passen: man sieht, wie leicht man ALLE Verbindlichkeiten bedienen kann, ohne dass man durch Minenabwertung (mögen sie auch nur temporär sein) in temporäre Bedrängnis kommt oder überhaupt Liquiditätsengpässe hat.

      Tendenziell neige ich aber momentan ohnehin eher dazu, einfach ein Portfolio der größten Anbieter zu kaufen und sich dadurch die Feinauslese zu sparen.

      Reply
  2. Daniel

    Vor allem: je weniger Kapital prozentuell gesehen in Relation zu den momentanen Gesamtassets schon in Minen steckt, desto eher kann man in dieser Phase durch weitere Investitionen sogar noch wachsen.

    Reply
  3. Michael

    Entscheidend für die Entwicklung von Goldminen Firmen dürfte aber einfach der Golpreis sein. Sinkt der Goldpreis weiter, glaube ich kaum, dass sich Minenfirmen erholen werden. Da spielt die Qualität der Firmen ev. nicht einmal eine so grosse Rolle. Die meisten „Experten“ gehen aber davon aus, dass der Goldpreis weiter sinken wird. Da Gold keine Cash Flows abwirft, ist eine Einschätzung aber fast unmöglich und hängt nur vom Angebot und der Nachfrage ab. Ein richtiger Preissturz (Kapitulation) gab es bisher m.E. beim Goldpreis noch nicht.

    Reply
    1. Daniel

      Natürlich ist die Qualität der Unternehmen entscheidend. Die Nachfrage nach „neuem“ Gold wird nicht ganz versiegen. Ähnlich wie in anderen Rohstoffsektoren wird es also eine Marktbereinigung geben, die von denen überlebt wird, die finanziell besser dastehen. Allerdings ist Gold nur eingeschränkt mit anderen Rohstoffen vergleichbar, weil es eben nicht ver- und gebraucht wird und seine Nachfrage nur von irrationalen Faktoren abhängt.

      Reply
      1. Marfir

        Hier gehts ja ab. Was ist denn irrational daran einer schönen Frau eine Goldkette zu schenken? Oder Ohrringe?

        Reply
        1. Daniel

          Liebe ist irrational. :-) Ich meinte aber ohnehin eher den Teil der Nachfrage der auf die Rolle von Gold als Krisenwährung zurück geht

        2. Marfir

          Auch Währungs-hedges sind nicht irrational. Jedes Unternehmen macht es, um Risiken zu minimieren. Nur die Wahl der Mittel ist anders. Sind die Zentralbanken irrational, weil sie jetzt zu niedrigen Preisen ihre Währungsreserve aufstocken?

    2. Marfir

      Es gab bereits 2013 einen Preissturz und seit dem hat sich nichts gebessert. Gold hat über 40% seit seinem Hoch verloren. Klar manche würden den Preis gern bei 0 sehen. Aber soweit wird es nicht kommen.

      Reply
        1. Marfir

          Tschja in einem Bärenmarkt geht der mainstream immer von noch tieferen Kursen aus. In der Hausse nur von steigenden. So sind die Märkte.
          Da beim aktuellen Preisniveau aber alle Produzenten anfangen Geld zu verbrennen, dürfte sich das langfristig negativ auf das Angebot auswirken.

  4. Marfir

    Bzw. Gold hat im Preis nachgegeben. Der Wert kann ganz individuell ausfallen. Als Währungs-hedge hat es sich im nicht-USD Raum (z. B. Euro oder Rubel) bisher gut bewährt.

    Reply
  5. Michael

    Ich finde eben Gold nicht besonders attraktiv. Es wirft wie gesagt keine Cash Flows oder Zinsen ab. Im Grunde hat es nur einen sehr geringen Wert, falls man den kleinen Bedarf für die industrielle Produktion berücksichtigt. Im Grunde befindet es sich seit Jahrhunderten in einer Blase. Allerdings haben sich Goldminen Firmen im Vergleich zum Goldpreis besonders schlecht entwickelt.

    Ich würde eher in etwas investieren, was die Wirtschaft benötigt. Bei Öl glaube ich z.B., dass wir bereits die Tiefstpreise gesehen haben und der Kurs von vielen Ölfirmen ist massiv eingebrochen. Daher finde ich dieses Segment attraktiver.

    Reply
    1. Marfir

      Klar wirft es beim verkauf cash ab. Genau wie eine Aktie, wo das Unternehmen keine Dividende zahlt. Aber darum hat Daniel ja auch nach Produzenten gescreent und nicht nach Händlern 😉

      Öl-Aktien finde ich auch interessant. Aber da besteht genau das gleiche Problem wie mit Gold-Aktien. Der Mainstream kann sich nur fallende Preise vorstellen. Seit einem halben Jahr etwa fallen diese auch nur. Einzig die Öl-Multis sind kaum gefallen und damit noch sehr hoch bewertet.

      Reply
      1. Daniel

        Ich würde nicht behaupten dass Ölmultis hoch bewertet sind. Sie konnten nur das schwache upstream-Geschäft durch bessere Raffineriemargen abfedern.

        Gold und Öl sind mE nicht vergleichbar weil ersteres nicht verbraucht wird. Klammert man die Inflation und die Möglichkeit von Verfahrensverbesserungen aus, muss beim einen die Nachfrage steigen dass der Preis steigt. Beim anderen reicht es theoretisch im Zeitverlauf für steigende Preise auch aus dass die Nachfrage gleich bleibt.

        Reply
        1. Daniel

          Trotzdem glaube ich dass beide Branchen attraktiv sind und zwar aus dem selben Grund wie Du, Marfir. Immer wenn sich der Mainstream einig ist dass es noch schlechter kommt lohnt es sich genauer hinzusehen.

        2. Michael

          Ja es könnte sein, dass Goldminen-Aktien bereits genug korrigiert haben. Ich habe nochmals nachgeschaut und der NYSE Arca Gold Bugs Index in USD (Index für Goldminen Aktien) hat seit Oktober 2010 insgesamt fast 80% verloren. In den letzten 12 Monaten waren es hohe 50%.

          Das ist schon sehr viel. Falls man daran glaubt, dass es eine Art Angleichung zum Mittelwert gibt, wäre der Sektor attraktiv. Interessante Statistiken zu diesem Effekt hat im Übrigen Rober Shiller in seinem Buch Irrational Exuberance veröffentlicht. Dabei hat er allerdings Länderindizes verglichen. Indizes die abgestürzt sind über 5 Jahre haben sich danach in den nächsten 5 Jahren wieder deutlich erholt. Na ja, das funktioniert allerdings nicht immer. Bei Griechenland sinkt der Aktienmarkt nun schon seit ca. 10 Jahren.

  6. Marfir

    Ganz so leicht ist es dann doch nicht. Wenn der Ölpreis zu lange hoch bleibt, dann gibt es mehr Druck Substitute zu nutzen (Erdgas, Strom oder einfach weniger Auto fahren). Oder im Wärmebereich einfach mit anderen fossilen Energien das Wasser erhitzen. Das drückt dann wieder die Nachfrage. Außerdem besteht das Problem, dass Produzenten immer mehr Projekte angehen und damit das Angebot erhöhen. Zum eigenen Leidwesen, wenn später der Preis verfällt.

    Und dann gibts noch politische Interessen, Marktanteile zu verteidigen oder andere Nationen finanziell zu schwächen.

    Rohstoffe sind kein einfaches Investment. Egal wofür man sich entscheidet.

    Reply
  7. Michael

    Wer auf Sektoren mit hohem Preisverlust setzen möchte, könnte neben Goldminen auch bei Seltenen Erden fündig werden.

    Der UBS Stoxx Global Rare Earth Index (ETF) hat sagenhafte 91% gegenüber Juli 2012 eingebüsst. Ich bin immer wieder erstaunt, wie stark Aktienkurse einbrechen können.

    Reply
  8. Michael

    Eine der interessantesten Goldminen Aktien ist m.e. Teranga Gold. Die Firma hat ein KGV von 7, KBV von unter 0.5 und ein Enterprise Value / operativer Cash flow Verhältnis von 8. Zudem hat die Firma Eigenkapital von über 70% von der Bilanzsumme. Die Firma konnte die Gewinne gemäss Halbjahresabschluss enorm steigern gegenüber den Vorjahr und fördert Gold mit tiefen Kosten.

    Reply
  9. Michael

    noch eine Ergänzung: M.E. sollte man etwas vorsichtig sein bei den Vergleichen der Kosten pro Unze.

    Diese können nämlich stark schwanken. Perseus Mining konnte z.B. die Kosten von 903 USD auf 700 USD pro Unze in nur einem Quartal senken.

    Reply
  10. Daniel

    Über diese Schwankungen hat der Leser Marfir mal einen guten Hinweis verfasst. Viele Minenbetreiber könnten sich – soweit ich das richtig verstanden habe – auf leichter zugängliche Teile der Mine konzentrieren. Da gehen zwar die Kosten je Unze nach unten, aber die Lebensdauer der Mine verkürzt sich entsprechend.

    Reply
  11. Daniel

    Ich hab mir Teranga übrigens ganz oberflächlich gestern mal angesehen: da sind schon einige Fragezeichen, die noch erhoben werden müssen.
    -) üppiger Optionsplan
    -) nur eine Mine und die mit relativ kurzer Restlebensdauer – starke Abhängigkeit von den jetzigen Explorationsprojekten
    -) Was hat es mit dieser Transaktion mit Franco Nevada auf sich?
    -) Ziemlich üppige Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Senegal
    -) Zukauf im Vorjahr – war der vielleicht zu teuer?
    -) Sharecount hat sich deutlich erhöht, warum?
    -) Aktuelles Ergebnis beinhaltet einen fetten positiven FX-Effekt
    -) Es muss immer eine Mindestliquidität von 15 Mio. vorgehalten werden (als covenant) – wie wird dann das Wachstum bzw die Exploration finanziert? Mit Schulden?

    Reply
    1. Michael

      Das sind gute Fragen die ich so direkt zurzeit nicht beantworten kann. Ich investiere mehr aufgrund von Kennzahlen.
      Diese zeigen (KBV, KGV), dass die Firma günstig bewertet ist. Der Kurs hat zudem ein besseres Preismomentum (6 und 12 Monate) als die meisten Goldminen Firmen. Eine weiteres Kennzahlenmodell zeigt (letze 4 Quartale verglichen mit dem Vorjahr), dass die Firma einen positiven Cash Flow erzielt, der Cash Flow grösser als der Gewinn ist, der Return on Assets sich verbessert hat, keine langfristige Schulden vorhanden sind, das Working Capital sich verbessert hat sowie die Bruttomarge gesteigert werden konnte. Aufgrund der Statistik ist es eine interessante Firma.

      Reply
  12. Daniel

    Das Problem ist eben, dass oftmals die Kennzahlen gerechtfertigt sind. Aber natürlich findet man so auch interessante Unternehmen, geht mir ja nicht anders.

    Schulden hat man mit der Finanzierungsvereinbarung mit der SocGen aber de facto aufgenommen. Der covenant mit der Mindestliquidität schränkt auch ein.

    Reply

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *