Quickcheck Kvaerner ASA

In diesem Quickcheck geht es um ein norwegisches Unternehmen mit dem Firmennamen Kvaerner ASA (ISIN NO0010605371). Wie bei allen Unternehmen in dieser Rubrik gilt folgende Warnung: Es werden Unternehmen vorgestellt, die möglicherweise (!) attraktive Value Investments sein könnten. Ich persönlich habe mich mit den Unternehmen noch nicht in die Tiefe gehend beschäftigt. Die Rubrik soll nur Anregungen und Gedankenanstöße in einigen Sätzen für die Leser des Bargain Magazines sein.

Das Unternehmen ist im Bereich der Ölserviceindustrie tätig und bietet/fertigt stählerne Bohrvorrichtungen, Komponenten für Bohrinseln, diverse Zementapplikationen im offshore-Bereich, Anlagenbau für Öl- und Gasanlagen, Abbau und Rückbau von on- und offshore-Konstruktionen sowie verschiedene Kompetenzen bei Rohrleitungen aller Art. Die Wurzeln des Unternehmens gehen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Es besteht eine enge Bindung mit der Aker Group – für einige Jahre waren diese beiden Unternehmen sogar verschmolzen. Seit 2011 notiert Kvaerner allerdings wieder als selbstständiges Unternehmen an der Osloer Börse.

Der Haupteigentümer der Gesellschaft mit einem Stimmrechtsanteil von 41% ist die Aker Kvaerner Holding, einer 71%-Tochter der Aker ASA, die mit der ISIN NO0010234552 ebenfalls an der Börse notiert. Da kann man schon mal durcheinander kommen, stimmts? Der Rest des Grundkapitals ist im Eigentum von diversen Fonds und dem klassischen „freefloat“. Das Management scheint keine größere Beteiligung zu halten, sondern lediglich unwesentliche Anteilspakete im Gegenwert von jeweils weniger als umgerechnet 100 TEUR.

Wie sehen die Zahlen aus? Die Eigenkapitalquote zum Halbjahr 2015 beträgt gerade mal 35%. Der Anteil der Intangibles am Konzerneigenkapital beträgt 38%. Das Umlaufvermögen übersteigt die Gesamtverbindlichkeiten allerdings um rund 400 Mio. NOK. Angesichts der geringen Finanzverbindlichkeiten hat man eine Net Cash Position von rund 500 Mio. NOK. Die Margen sind derzeit sehr stark unter Druck, aber die Gesellschaft arbeitet noch immer profitabel. Der Auftragsbestand deckt weit mehr als ein Jahr Umsatz ab. Man plant laut dem aktuellen Quartalsbericht eine Reduktion des Personalbestandes um 250 bis 500 Mitarbeiter (das sind 8 bis 16 Prozent des Personals).

Oberflächlich scheint die Gesellschaft auf Basis so ziemlich einer jeden Bewertungskennziffer billig zu sein. Das KBV liegt bei ungefähr 0,55, das KGV in Relation zu den hochgerechneten 2015er Gewinnen irgendwo bei 5,x. Nach Abzug des überschüssigen Working Capital und anderer nicht betriebsnotwendiger Assets (gut die Hälfte der Marktkapitalisierung) bzw. eines Teiles der sehr konservativen Net Cash Position läge der Kaufpreis für das Geschäft sogar noch tiefer. Ich denke, dass Teile des Geschäftsmodelles von Kvaerner im Falle einer sehr lang andauernden Tiefphase im Ölpreis sogar noch einen Aufschwung erfahren könnten, nämlich die Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Stilllegung von Bohrplattformen. Für all jene, die Cigar Butts a la Schloss und Graham gerne haben, könnten hier sicher noch genauer hinsehen.

Sinnverwandte Themen im Bargain Magazine:

Aktuelle Gedanken zum Ölmarkt

Statement zu Ölpreisschätzungen durch die Weltbank

Verwendete Quellen:

http://www.kvaerner.com/Products/ (Produkte des Unternehmens)

http://www.kvaerner.com/About-us/History/ (Historie der Gesellschaft)

http://www.kvaerner.com/toolsmenu/Investors/The-share/Demo—largest-shareholders/ (Aktionärsstruktur)

https://eng.akerasa.com/Our-investments/Industrial-Holdings/Kvaerner (Aker Holding)

http://www.kvaerner.com/toolsmenu/Investors/The-share/Management-shareholdings/ (Insiderholdings)

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