Quickcheck Metal Constructions of Greece SA

Zur Abwechslung gibt es im heutigen Quickcheck wieder mal ein griechisches Unternehmen. Es nennt sich Metal Constructions of Greece SA (GRS091103002). Wie bei allen Unternehmen in dieser Rubrik gilt folgende Warnung: Es werden Unternehmen vorgestellt, die möglicherweise (!) attraktive Value Investments sein könnten. Ich persönlich habe mich mit den Unternehmen noch nicht in die Tiefe beschäftigt. Die Rubrik soll nur Anregungen und Gedankenanstöße in einigen Sätzen für die Leser des Bargain Magazines sein.

Was macht das Unternehmen ganz grob betrachtet? Die Gesellschaft, die auch unter der Abkürzung „Metka“ bekannt ist, wurde 1962 gegründet und betätigt sich im Bereich des Anlagenbaues. Schwerpunkte sind der Kraftwerksbau, wo man bspw. das Gaskraftwerk Brazi für OMV Petrom gebaut hat, aber auch Infrastruktur (für öffentliche Bauvorhaben im Lande). Daneben betätigt man sich als Zulieferer für militärisches Gerät (bspw. Teile für den Leopard-Panzer).

Wem gehört die Metka? Die Gesellschaft wird von der Mytilineos Holding, einem griechischen Mischkonzern, der seinerseits ebenfalls börsenotiert ist, kontrolliert. Die ISIN der Mutter lautet GRS393503008. Da ich gerade sehe, dass die Mutter an der Börse auch relativ wenig kostet, obwohl man noch eine ganze Reihe anderer Gesellschaften zumindest zum Teil in ihrem Besitz sind, wird es möglicherweise auch gut sein, hier einen Blick drauf zu werfen. Der Rest der Aktien befindet sich übrigens im Streubesitz.

Wie sehen wichtige Zahlen des Unternehmens aus? Die Eigenkapitalquote beträgt auf Basis des Einzelabschlusses der METKA knapp 51% (auf konsolidierter Basis sehen die hier behandelten Zahlen alle noch besser aus). Man hat kaum Goodwill oder sonstige Intangibles in der Bilanz. Das Nettoumlaufvermögen (Umlaufvermögen nach Abzug ALLER Schulden) beträgt 259 MEUR (davon 193 MEUR Cash) und deckt beinahe zu zwei Drittel den Marktwert des Unternehmens von ca. 405 MEUR ab. Daneben gibt es auch im Anlagevermögen noch eine Position „Other long-term receivables“ im Ausmaß von ca. 73 MEUR, die zumindest irgendwas wert sein könnte und nicht für die Aufrechterhaltung des operativen Geschäftes notwendig wären. So und dann gibt es hier noch das operative Geschäft, das in den Jahren 2013 und 2014 auf Einzelabschlussbasis EBITs von 51,6 bzw. 85,9 MEUR fabriziert hat. Wir hätten hier beispielsweise einen EV/EBIT-Multiple auf Einzelabschlussbasis von 2,4. Das KGV nach Abzug des nicht betriebsnotwendigen Vermögens läge ebenfalls irgendwo im niedrigen einstelligen Bereich.

Freilich: Vor allem im Kraftwerksbau muss man sich natürlich überlegen, ob hier in Zukunft großartige Geschäfte gemacht werden können. Es kann sein, dass üppige Diskontierungen bei Forderungen an Kunden notwendig werden (wobei hier wiederum zu klären wäre, wieviel Geschäft mit zahlungskräftigen Kunden aus dem Ausland gemacht wird/wurde). Ich bin mir sicher, man fände noch viele andere Gründe, um sich hier gegen ein Engagement zu sträuben. Irgendwo muss ja dieser heftige Abschlag herkommen. Ein gewisser Robert Shiller meinte unlängst auch, man könne sich die eine oder andere griechische Aktie ansehen – und der ist ja schließlich Nobelpreisträger…

Verwendete Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Metka (Allgemeines zum Unternehmen)

http://www.metka.com/en/activity-sectors/information (Tätigkeitsschwerpunkte)

http://www.metka.com/en/share-holders/metka-major-shareholders (Aktionärsstruktur)

https://de.wikipedia.org/wiki/Mytilineos_Holdings (Wikipedia-Seite der Mutter)

http://www.gurufocus.com/news/345186/robert-shiller-time-to-buy-greek-stocks (Shiller-Interview)

http://www.metka.com/en/financial-information/metka-financial-information (Downloadcenter für Finanzberichte)

 

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