Quickcheck: Mytilineos Holdings SA

Über den Umweg der METKA SA (siehe hier) bin ich auf das ebenfalls in Griechenland befindliche Unternehmen gestoßen, um welches es im heutigen Quickcheck geht: es ist gar nicht so einfach zu buchstabieren und heißt Mytilineos Holdings SA (GRS393503008). Auch an dieser Stelle ist die Warnung angebracht, dass ich im Quickcheck nur potenzielle Value Investments vorstelle und man keinesfalls eines der Unternehmen ohne eigene Recherche kaufen soll.

Die Mytilineos SA ist ein griechischer Mischkonzern, der bereits seit 1995 an der griechischen Börse notiert. Hervorgegangen ist er aus einem Familienunternehmen, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1908 zurückreichen. Der Fokus liegt auf der Schwerindustrie und auf Rohstoffgewinnung. Neben der bereits behandelten METKA SA (56%) besitzt man folgende Anteile:

  • Aluminium of Greece (Aluminiumproduzent, 100%)
  • Delphi Distomon (zweitgrößter Bauxitproduzent Europas, 100%)
  • Protergia SA (Gaskraftwerke, 100%)
  • M&M Gas (Gashandelsunternehmen, 50%)
  • Korinthos Power SA (Kraftwerke, 65%)

Wem gehört dieses Unternehmen? Rund 32% der Anteile sind offenbar im Besitz von Angehörigen der Familie Mytilineos. Und wer ist der größte institutionelle Anteilseigner? Ein gewisser Prem Watsa mit seiner Fairfax Financial Holding hält ebenfalls knapp 6% des Unternehmens. Nun, wenn der „kanadische Warren Buffett“ hier engagiert ist, kann man zumindest mal genauer hinsehen (auch wenn das Engagement angesichts der mittlerweile verwalteten Summen bei Fairfax sicher nicht zu den höchsten Prioritäten gehört). Laut dem letzten Brief an die Aktionäre lobt Fairfax das Management und sagt, dass man 4,80 Euro pro Aktie bezahlt hat.

Wie sehen die Zahlen aus? Die Eigenkapitalquote auf konsolidierter Basis beträgt 44%. Die Goodwill-Quote beträgt doch 37% bezogen auf das Konzerneigenkapital. Das Umlaufvermögen deckt die Verbindlichkeiten zu knapp 2/3. Die Nettofinanzverschuldung liegt bei rund 30%. Grundsätzlich gefällt mir also die finanzielle Stabilität der Metka besser als jene der Mutter. Wenn man aber die marktgängigen Papiere, die den Anteil an der Metka verbriefen, noch als liquides Asset betrachtet, so sieht die Situation schon viel entspannter aus. Die konsolidierte GuV der Mutter für das erste Quartal 2015 zeigt ein EBIT von 60 MEUR. Die Metka scheint so etwas wie die Perle der Holding zu sein, wenn ich den ersten Eindruck wirken lasse. Im Jahr 2014 betrug das Gruppen EBITDA 254 MEUR, nach 225 MEUR im Jahr 2013. Der EV/EBITDA-Multiple liegt irgendwo bei 4. Das KBV beträgt derzeit knapp 0,7. Das KGV liegt bei ca. 10, wobei der Großteil des Ertrages derzeit von der Metka kommt und die anderen Bereiche kaum profitabel sein dürften (sie kosten am Markt dafür offenbar auch kaum etwas extra). Grundsätzlich würde ich derzeit aber eher in Richtung Tochter tendieren, als zur Mutter (wenn ich wählen müsste, was ich ja nicht muss…).

Verwendete Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Mytilineos_Holdings (Allgemeines zum Unternehmen)

http://www.mytilineos.gr/en-us/affiliated-companies/of-mytilineos-group (Beteiligungsstruktur)

http://www.mytilineos.gr/en-us/interactive-graph/of-mytilineos-share (Aktionärsstruktur)

http://www.fairfax.ca/files/doc_financials/Final-2014-Shareholders-Letter-from-Printers_v001_a6if3c.pdf (Fairfax Shareholder Letter)

http://www.mytilineos.gr/en-us/financial-results/download-files (Downloadcenter für die Finanzberichte)

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